Österreich

13. Dezember 2017 12:54; Akt: 13.12.2017 12:54 Print

Komplettes Rauchverbot in Beizen ist abgeblasen

Blauer Dunst in Wiener Kneipen: Das für 2018 geplante absolute Rauchverbot in Österreichs Gaststätten soll doch nicht umgesetzt werden.

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In Österreichs Gaststätten wird es doch kein komplettes Rauchverbot geben. Die rechtspopulistische FPÖ setzte sich am Montag bei den Koalitionsverhandlungen gegen die konservative ÖVP durch und erreichte eine Abkehr von dem bereits beschlossenen Tabakverbot.

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Somit darf in Kneipen und Restaurants weiterhin in abgetrennten Räumen gequalmt werden. Auch in Gaststätten mit einer Grösse von weniger als 50 Quadratmetern bleibt das Rauchen erlaubt.

Raucher Strache ist «stolz»

Er sei «stolz auf diese hervorragende Lösung im Interesse der Nichtraucher, der Raucher und der Gastronomen», erklärte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der selbst Raucher ist. Tausende gefährdete Arbeitsplätze würden nun bestehen bleiben. Die noch amtierende Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner von der sozialdemokratischen SPÖ sprach dagegen von einem «enormen gesundheitspolitischen Rückschritt».

Das Tabakverbot war eines der strittigsten Themen in den von ÖVP-Chef und Nichtraucher Sebastian Kurz geleiteten Koalitionsverhandlungen. Nachdem bereits die meisten Verhandlungskapitel abgeschlossen waren, beharrte FPÖ-Chef Strache noch auf einer Abkehr von den bereits verabschiedeten neuen Tabakgesetzen.

Kritik aus der ÖVP

Kurz hatte lange gezögert, das 2015 von seiner Partei mitbeschlossene komplette Rauchverbot in der Gastronomie wieder zu kippen. Dieses sollte laut dem Beschluss der scheidenden grossen Koalition im kommenden Mai in Kraft treten.

Innerhalb der ÖVP hagelte es nach dem Entscheid Kritik. «Dieser Kompromiss gefällt uns weniger gut», zitiert Krone.at einen Sprecher des Salzburger Landeshauptmanns Wilfried Haslauer. Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer bedauerte am Dienstag, dass das Rauchverbot in der Gastronomie «den Koalitionsverhandlungen zum Opfer gefallen» sei.

Rauchverbot in Autos mit Kindern

ÖVP und FPÖ einigten sich nun darauf, dass künftig keine Minderjährigen mehr die Raucherbereiche in Gaststätten betreten dürfen. Die Altersgrenze für legalen Tabakkonsum wurde generell von 16 auf 18 Jahre angehoben. Ausserdem soll es ein Rauchverbot in Autos geben, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 im Wagen mitfahren.

Österreich ist eines der letzten EU-Länder ohne ein komplettes Rauchverbot in Gaststätten. Die Alpenrepublik ist innerhalb der Europäischen Union der Staat mit dem dritthöchsten Tabakkonsum: Laut der Statistikbehörde Eurostat rauchen 30 Prozent der über 15-Jährigen. Jedes Jahr sterben in dem 8,7-Millionen-Einwohner-Land 13'000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Mediziner hatten jüngst eindringlich vor einer Aufweichung des geplanten Rauchverbots in Gaststätten gewarnt.

(mlr/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MelinaAnonym am 13.12.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichtraucherin

    Wir können auch alles verbieten... Bald wird uns noch vorgeschrieben wann und wo wir wie viel ml pinkeln dürfen :)

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  • Raucher am 13.12.2017 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück..

    ..Habe ich in Luzern noch meine Raucher Bars und Restaurants. Wenn das auch noch verboten wird, geh ich gar nicht mehr in den Ausgang (bin 70 und will meinen Lebensstil nicht mehr ändern!)

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  • Alboreto am 13.12.2017 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu beachten

    Auch in Österreich liefern die Raucher 1600 000 000 an den Staat ab!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • löli am 13.12.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    nicht die linke!

    Hier sei auch mal gesagt, dass dieser ganze Verbotswahn gar nicht von den Linken kommt (dachte ich früher auch). Es sind einfach die Puritaner in allen Parteien, die die CH in die USA verwandeln wollen (auch die Mann-Frau-Beziehung).

  • Cph4 am 13.12.2017 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Die Raucher verursachen Kosten, die um einvielfaches höher sind als die Eeinnahmen aus den Tabaksteuern.

    • Baschi am 13.12.2017 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      sososo

      @Cph4 Wussten Sie dass ohne die Raucher, die AHV die Renten schon heute nicht mehr bezahlen kann?

    • Cosmopolit am 14.12.2017 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Baschi

      2014 betrugen die Einnahmen der Tabaksteuer (Zigaretten) etwa 2,25 Milliarden Franken. Raucher/-innen unterstützen also die Sozialwerke. Aber sie verursachen auch Kosten (rund 10 Milliarden Franken pro Jahr).

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  • Lena am 13.12.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Da lacht man über Österreich und macht Witze aber sie sind gescheiter und toleranter als viele. Die Schweizer sollten sich eine Scheibe abschneiden und von den Österreichern lernen was es heisst vernüftig zu sein

  • Emily am 13.12.2017 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wien?!

    Unbegreiflich! Waren im Frühling in Wien und fanden es sehr umangenehm in den Restaurants, da meist nicht einmal eine Tür zwischen Raucher und Nichtraucher besteht.

  • Pafferin am 13.12.2017 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Es reicht langsam mit der Diskriminierung der Raucher. 90 Prozent der Lokale sind rauchfrei, die Nichtraucher sollen dahin gehen und uns nicht das letzte bisschen Freiheit nehmen.