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Déjà-vu im Kongo?
21. November 2012 23:49; Akt: 22.11.2012 00:05 Print
Kongos Rebellen erhalten wieder Hilfe aus Ruanda
von Jason Straziuso, AP - Wiederholt sich die Geschichte im Ostkongo? Dort hat die Rebellengruppe M23 eine Stadt eingenommen – offenbar unterstützt von Ruanda. Zivilisten fliehen. Und erleben ein Déjà-vu.
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Die blutigen Kämpfe in den 1990er Jahren hatten ihre Wurzeln in Ruandas ethnisch motiviertem Völkermord. Jetzt geht es um Wohlstand. Die UNO hat ihre Blauhelme bislang aus dem Konflikt in Ostkongo herausgehalten.
Infografik Timeline KongoIm rohstoffreichen Kongo sind Diamanten, Gold, Kupfer, Kobalt und Wolfram zu finden. In der Provinzhauptstadt Goma, die am Dienstag von den Aufständischen übernommen wurde, werden die Mineralien und andere Bodenschätze etwa für Smartphones und Laptops verarbeitet.
Ruanda dementiert zwar, die M-23-Rebellen im Kongo zu unterstützen, doch UNO-Experten kommen zu dem Schluss, dass Ruanda und auch Uganda den Rebellen mit Waffen und Geld helfen.
Viele der M-23-Kommandanten seien früher in der Rebellengruppe CNDP aktiv gewesen, die 2007 und 2008 Rückhalt aus dem Nachbarland erhielt. «Ich erlebe gerade ein Déjà-vu», sagt Carina Tertsakian von der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch.
Experten sehen deutliche Parallelen zur Vergangenheit
Bei jedem der Konflikte «haben die Streitkräfte Ruandas aktiv und massgeblich die kongolesischen Rebellengruppen unterstützt, die extrem gewalttätig vorgegangen sind und sehr schwere Verbrechen gegen Zivilisten begangen haben», sagt Tertsakian. Das grenzübergreifende Bündnis wolle die Kontrolle übernehmen, um die Bodenschätze unter sich zu verteilen.
Ein weiterer Grund für die ungewöhnliche Koalition könnte im Platzmangel Ruandas liegen. Die zehn Millionen Einwohner leben wesentlich enger gedrängt als die 60 Millionen Kongolesen. Viele Beobachter werfen dem Westen vor, die Augen vor der Rolle Ruandas zu verschliessen, um von 1994 abzulenken, als nichts unternommen wurde, um den Völkermord zu verhindern.
Amnesty International dokumentierte schon im Sommer Menschenrechtsverletzungen und Fälle, in denen die M-23 Waffen und Rekruten aus Ruanda einsetzte. Eine Analyse von UNO-Experten, die am Freitag veröffentlicht werden soll, hat schon dazu geführt, dass die USA ihre Militärhilfe für Ruanda ausgesetzt hat. Mehrere europäische Länder stoppten alsbald ihre humanitäre Hilfen.
Die Nichtregierungsorganisation International Crisis Group (ICG) rief am Dienstag UNO, USA, EU, Grossbritannien und Frankreich dazu auf, die Führung der M-23 und deren Unterstützer mit Sanktionen zu belegen. «Die vergangene Woche hat gezeigt, dass die Geschichte sich im Ostkongo wiederholt, mit denselben tragischen Folgen für Zivilisten in der Region», hiess es in der Stellungnahme der ICG.
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