Aufklärung verlangt

12. November 2012 04:23; Akt: 13.11.2012 14:43 Print

Kongress will Licht in die Petraeus-Affäre bringen

Nach dem Rücktritt des CIA-Chefs David Petraeus, der eine Liaison mit seiner Biographin gestand, kommen immer mehr Fragen auf. Republikaner wittern eine Vertuschungsaktion des Weissen Hauses.

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CIA-Direktor David Petraeus hat wegen einer ausserehelichen Affäre überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der Grund: Seine Co-Biographin Paula Broadwell, die ihn in Afghanistan besuchte, als er noch General war. Die Beziehung war eng zwischen den beiden. Broadwell, die auch Reserveoffizierin der US-Streikräfte ist, hat detailliert Petraeus' Leben unter die Lupe genommen. «Nach über 37 Ehejahren habe ich ein extrem schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, indem ich eine aussereheliche Beziehung unterhielt», schrieb Petraeus in einem Brief an seine Mitarbeiter. Paula Broadwell, die ebenfalls eine militärische Ausbildung genossen hatte, gab Petraeus' Biographie «All In» heraus. Ihr Buch wurde als einseitig kritisiert. In «The Daily Show» fasste Jon Stewart Broadwells Buch mit den Worten zusammen (siehe Video unten): «Ich würde sagen, die echte Kontroverse in dem Buch ist: Ist er (Petraeus) grossartig oder unglaublich grossartig?» Das ist Petraeus Ehefrau Holly. Er lernte sie in der Militärakademie kennen. Mit ihr ist er seit 37 Jahren verheiratet und hat ... ... zwei Kinder (hier auf dem Bild). Und das ist Paula Broadwells Mann, Dr. Scott Broadwell, ein Radiologe. Das Ehepaar hat zwei Söhne. Paula beschreibt sich selber als richtig «soccer mom», eine leidenschaftliche Mutter. Hier wird Petraeus - in Anwesenheit von Holly und Vizepräsident Joe Biden 2011 CIA-Direktor. Die Hände des Ehepaars Petraeus auf der Bibel. Und hier sind alle vereint, doch da ahnte Holly (wahrscheinlich) noch nichts von einer Affäre ihres Mannes mit Paula Broadwell (die zweite von rechts in der vordersten Reihe). Der Anlass war ein Hearing zu seiner CIA-Nomination im Juni 2011. Kann dieser Blick ... ... lügen? Bei der CIA gibt es keinen klaren Verhaltenskodex, der für einen solchen Fall wie eine Affäre einen Rücktritt vorsieht. So wurde in Sicherheitskreisen darauf hingewiesen, dass vergleichbare Fälle in der Vergangenheit beim Geheimdienst meist diskret im Hintergrund geklärt worden seien. Licht ins Dunkel soll nun der Kongress bringen. Neben der ausserehelichen Liasion hat der Rücktritt von Petraeus wohl auch andere Gründe: Die Umstände des Skandals beim mächtigen US-Geheimdienst liegen weitgehend im Dunkeln. Drängende Fragen stellen sich vor allem zu den Zuständen an der Spitze der CIA. US-Medienberichten zufolge kam die Affäre durch die Analyse eines Computers von Petraeus ans Licht.Demnach begann die Bundespolizei FBI mit Untersuchungen, nachdem sich eine bislang unbekannte Frau - später stellte sich heraus, dass es sich um eine Aussenministerium-Mitarbeiterin namens Jill Kelley handelt - über E-Mails der mutmasslichen Geliebten von Petraeus, Paula Broadwell, beschwert hatte. Laut «New York Times» und «Washington Post» soll Broadwell die Frau in den E-Mails beschimpft haben, weil sie diese als Bedrohung für ihre Beziehung zu Petraeus empfunden habe. Alles begann offenbar mit einem Eifersuchtsdrama. So schickte Broadwell Droh-Mails an Jill Kelley, die angeblich eine freundschaftliche Beziehung zu Petraeus unterhielt (zweite von rechts, neben Holly Petraeus stehend). Die 37-jährige Kelley ist eine Mitarbeiterin des Aussenministeriums in Florida. Kelley arbeitet als Kontaktperson zwischen dem Ministerium und einer Kommando-Einrichtung der US-Streitkräfte. Von den Mails belästigt, informierte sie das FBI. Das FBI entdeckte auch, dass sich Broadwell anscheinend im Besitz von geheimen Dokumenten befand. Die an der Untersuchung beteiligten Beamten seien aber offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Papiere wahrscheinlich nicht von Petraeus stammten und die Sicherheit nicht gefährdet gewesen sei. Trotzdem hat das FBI am 12.11.12 Broadwells Haus in Charlotte in North Carolina durchsucht. Die amerikanische Bundespolizei suchte nach heiklen Dossiers, die in die Hände der Ex-Geliebten Broadwell hätten gelangen können. Unterdessen wird auch gegen Afghanistan-Kommandeur John Allen ermittelt. Er soll eine nicht «angemessene Kommunikation» mit Jill Kelley unterhalten haben, die im Zentrum der Petraeus-Affäre steht. Kelley gilt als Auslöser der Petraeus-Affäre. Sie war eine enge Freundin der Familie des Ex-CIA-Chefs und soll Droh-E-Mails von dessen Ex-Geliebter Paula Broadwell erhalten haben. Der Rücktritt des CIA-Chefs am 9.11.12 hatte Washington und die Nation geschockt. Der über Parteigrenzen hinweg als Kriegsheld gefeierte Petraeus galt als ein Mann der Disziplin und Geradlinigkeit. Er war auch ein Hauptakteur der Regierung im Anti- Terror-Kampf, bei dem die CIA eine zunehmend aktive Rolle übernommen hat.

Zum Thema
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Mitglieder des US-Kongresses haben im Fall des wegen einer ausserehelichen Affäre zurückgetretenen CIA-Direktors David Petraeus Aufklärung verlangt. «Wir erhielten keine Vorwarnung. Es war, als wäre der Blitz eingeschlagen», sagte die demokratische Senatorin Dianne Feinstein am Sonntag.

Sie steht dem Geheimdienstausschuss des Senats vor. Es sollten mehr Einzelheiten über die Ermittlungen der Bundespolizei FBI zur Verfügung gestellt werden, in deren Zuge die Affäre zwischen dem obersten Geheimdienstler und seiner Biografin Paula Broadwell aufgedeckt wurde.

Fragwürdiger Zeitpunkt

Der Vorsitzende des Ausschusses für Innere Sicherheit des Repräsentantenhauses, der Republikaner Peter King, sagte, die Umstände der Untersuchung röchen nach einer Vertuschungsaktion des Weissen Hauses.

«Es scheint, die Untersuchung hat bereits mehrere Monate angedauert. Nun heisst es, das FBI hätte bis zum Wahltag nicht realisiert, dass Petraeus involviert war», sagte King mit Blick auf die Präsidentschaftswahl Anfang vergangener Woche.

Petraeus war Ende vergangener Woche von seinem Posten als Direktor der CIA wegen der Affäre zur Autorin zurückgetreten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amüsiert am 12.11.2012 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriterien

    Rücktritt wegen einer Affäre? Er ist chef des CIA, nicht bischof!

  • Nessunojedermann am 12.11.2012 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücktritt

    Deswegen? Da müssten viele europäische hohe Beamte den Hut nehmen!!

  • becki am 12.11.2012 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    krieg

    wahrscheinlich war petraeus zuwenig kriegsgeil, hillary clinton ist da geeigneter. sie wird wohl seinen posten übernehmen. dann müssen wir uns aber leider auf einen weltweiten thermonuklearen krieg gefasst machen. im krieg gegen terror ist alles erlaubt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Amüsiert am 12.11.2012 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriterien

    Rücktritt wegen einer Affäre? Er ist chef des CIA, nicht bischof!

  • becki am 12.11.2012 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    krieg

    wahrscheinlich war petraeus zuwenig kriegsgeil, hillary clinton ist da geeigneter. sie wird wohl seinen posten übernehmen. dann müssen wir uns aber leider auf einen weltweiten thermonuklearen krieg gefasst machen. im krieg gegen terror ist alles erlaubt!

  • Nessunojedermann am 12.11.2012 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücktritt

    Deswegen? Da müssten viele europäische hohe Beamte den Hut nehmen!!