Jüngster Regierungschef

18. Dezember 2017 12:12; Akt: 18.12.2017 14:56 Print

Kurz ist neuer Bundeskanzler Österreichs

Der jüngste Regierungschef Europas ist in Wien vereidigt worden: Der 31-jährige Sebastian Kurz tritt sein Amt an.

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Der 31-jährige Sebastian Kurz ist der neue Regierungschef in Österreich. Bundespräsident Alexander Van der Bellen vereidigte den bisherigen Aussenminister am Montag in der Wiener Hofburg als Bundeskanzler. Kurz ist damit jüngster Regierungschef in Europa.

Er steht einem Kabinett vor, das acht Minister und Ministerinnen aus den Reihen der konservativen ÖVP und deren sechs aus den Reihen der rechten FPÖ hat. Vizekanzler ist FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Umgang mit den Schwächsten

Van der Bellen mahnte in einer Rede die Koalition zu einer verantwortungsvollen Politik gerade auch gegenüber Minderheiten. «Am Umgang mit den Schwächsten zeigt sich, was unsere Werte wirklich wert sind.»

Die Vereidigung war begleitet von Demonstrationen. Rund 6000 Menschen hatten sich nach Polizeiangaben auf dem Heldenplatz vor der Hofburg – dem Amtssitz des Bundespräsidenten - versammelt. Die Demonstranten aus der linken Szene skandierten Parolen wie «Nazis raus» und «Wir wollen keine Nazi-Schweine». Die Polizei war mit rund 1500 Einsatzkräften vor Ort, Helikopter kreisten über dem Gebiet, Wasserwerfer standen bereit.

Siebenwöchige Verhandlungen

Es ist das zweite Mal in der Geschichte Österreichs, dass ÖVP und FPÖ ein Regierungsbündnis eingehen. Die beiden Parteien hatten sich am Freitagabend nach siebenwöchigen Verhandlungen auf eine Koalition geeinigt. Die Parteigremien stimmten dem Pakt am Samstag einstimmig zu.

Die Themen Einwanderung und Muslime hatten den Wahlkampf von FPÖ und ÖVP vor der vorgezogenen Parlamentswahl am 15. Oktober bestimmt. Bei der Wahl wurde die ÖVP mit 31,5 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Die europakritische und islamfeindliche FPÖ erreichte mit 26 Prozent den dritten Platz.

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Suroyo am 18.12.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    Glückwunschn! Ein Politiker der sin Land in die richtige Richtung lenken wird

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  • citoyen am 18.12.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Da können wir Schweizer

    ein bisschen neidisch sein. Besonders gefällt mir, dass Asylsuchende Sachleistungen erhalten statt Geld und auch sonst in dieser Beziehung klare Ansagen gemacht werden. Was mir nicht gefällt: dass die lieben Nachbarn nicht entscheiden können, ob sie in der EU bleiben wollen.

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  • Anton Keller am 18.12.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Frischen Wind in der Regierung mit Aussprechen der Realität und konkreten Lösungsansätzen, welche noch grosse Zustimmung in der Bevölkerung haben. Bravo Österreich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mina am 18.12.2017 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soll zuerst mal arbeiten

    Da werden bei uns Politiker zur Schnecke gemacht, die noch nie gearbeitet haben und einen Kurz, der genau den gleichen Lebenslauf aufweist, wird nun hochgejubelt. Das soll mal einer verstehen...?

  • Felix Austria am 18.12.2017 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    von Österreich lernen

    An Österreich kann Deutschland lernen, wie Regierungsbildung geht. Und zwar mit stabilen Kräften, welche die wichtigsten Punkte (Migration, Sicherheit) gemäss dem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung umsetzen. Auch wenn der grüne Holländer alles versucht, um dies zu hintertreiben, und ein paar Demokratiefeinde protestieren, wird Österreich die nächsten Jahre ein Musterland für die EU (und leider auch die Schweiz) sein. Rechts ist nicht rechtsextrem, sondern einfach nur rechts, und das ist gut.

  • Bernd Helmut am 18.12.2017 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Hop Austria.

    Ich bin überzeugt, wenn diese Regierung das durchbringt, dann profitiert die Schweiz massiv davon. Nur, es wird immer querulante Besserwisser geben. Nur die schaden mehr aks nutzen!

  • Markus am 18.12.2017 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Welcher Künstler sang schon wieder in seiner unverkennbaren Art, Kinder an die Macht? Eines ist aber gewiss. Solch junge Politiker animiert die Jugend zum wählen. Gerade die FPÖ möchte ja mehr Volksabstimmungen, vielleicht ist deshalb alles gar nicht so schlimm.

  • Marlies am 18.12.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Jung, heimattreu und diplomatisch stark genug Paroli zu bieten.... Gäbts doch nur so einen hierzulande....