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17. Juli 2017 17:21; Akt: 17.07.2017 17:21 Print

Las Vegas ruft den Cannabis-Notstand aus

Den lizenzierten Marihuana-Verkaufsstellen im US-Bundesstaat Nevada geht der Stoff aus. Deshalb haben die Behörden jetzt Notfall-Massnahmen ergriffen.

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Seit gut zwei Wochen ist im US-Bundesstaat Nevada und damit auch in der Touristen-Metropole Las Vegas der Verkauf von Marihuana erlaubt. Der Run auf die nun legale Droge war offenbar so gross, dass sich Vertreter der Landesregierung in der vergangenen Woche gezwungen sahen, eine Art Notstand auszurufen. Weil der Staat über die Steuern ordentlich an den Cannabis-Einnahmen mitverdient, hat er jetzt Massnahmen erlassen, damit der Verkauf weitergehen kann.

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Wie der «Business Insider» berichtet, ist den 47 lizenzierten Apotheken, die Marihuana zu Entspannungszwecken verkaufen dürfen, der Stoff fast ausgegangen. Das Problem: Diese haben zwar eine Lizenz zum Verkauf, können ihre Vorräte aber nicht auf legalem Weg auffüllen.

Zu wenig Transport-Lizenzen

Deswegen hat die Steuerkommission von Nevada eine neue Verordnung erlassen. Demnach sind die bestehenden Verkaufsstellen für die Versorgung nicht ausreichend. Zusätzlich sollen auch Apotheken, die Marihuana eigentlich nur zu medizinischen Zwecken abgeben, an normale Verbraucher verkaufen dürfen, die die Substanz lediglich zur Entspannung nutzen.

Erschwerend kommt hinzu, dass in Nevada ausschliesslich Alkohol-Grosshändler die Erlaubnis haben, Cannabis von den Produzenten an die Geschäfte weiterzuverkaufen. Mit dieser Regelung, die innerhalb der USA einzigartig ist und nun auf dem Prüfstand steht, wollte man verhindern, dass Spirituosengeschäfte Umsatzeinbussen hinnehmen müssen, wenn die Nachfrage nach Marihuana steigt. Von 70 Alkohol-Grosshändlern haben sich aber nur sieben für eine Cannabis-Lizenz beworben und nur zwei haben bisher tatsächlich eine solche Lizenz erhalten. Für eine reibungslose Handelskette ist das viel zu wenig. Deshalb sollen sich gemäss dem Sender Fox 5 Vegas künftig auch Apotheken für eine Transport-Lizenz bewerben können.

Staat hofft auf Steuer-Milliarden

Wie Bild.de schreibt, wurden allein in den ersten vier Tagen nach der Legalisierung Hanf-Artikel im Wert von drei bis fünf Millionen Dollar verkauft.

Nevada rechnet mit hohen Steuereinnahmen aus dem Cannabis-Verkauf: Die Industrie könnte dem Staat in den nächsten acht Jahren 1,1 Milliarden Dollar in die Kasse spülen, sagt Deonne Contine von der Steuerbehörde. Allein auf die Kultivierung der Pflanze werden 15 Prozent Steuern fällig. Das Geld will Nevada hauptsächlich in öffentliche Bildung stecken. Kommt es zu Lieferengpässen, sind auch die Steuereinnahmen bedroht.


Seit dem 1. Juli 2017 ist der Verkauf von Cannabis in Nevada legal. (Quelle: Tamedia/AP)

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Zimmerman am 17.07.2017 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Legalisiert endlich Canabis.

    Schade bei uns fliesst all das geld in den Schwarzmarkt während wir auf der anderen Seite unsere Renten nicht mehr sichern können. In unserem Land gibt es so viele normale Menschen die gerne ab und zu einen joint rauchen. Wieso macht man sie alle zu Kriminellen? Lasst uns endlich Canabis legalisieten und diese Farce beenden. Dadurch hätten wir: Weniger kriminalität, mehr steuereinahmen und bessere kontrolle über Konsum und Qualität.

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  • Adii am 17.07.2017 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Klingeling..

    Unser Staat wird irgendeinmal auch kapieren, wieviel Kohle ihnen durch die Lappen geht mit diesen zusätzlichen Steuereinnahmen. Die Leute die in der Schweiz kiffen ist das Gesetz zimlich egal. Sie tuen es soderso... Die Amis werden dieses Gesetz niemals mehr Rückgängig machen. Geld Ahoi!

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  • Uklo am 17.07.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Bei uns ist ja schon das drama da, wenn sich 0,25 gramm eines Stoffes in den Zigaretten befinden, die auch in der Cannabis Planze vorhanden ist. Ich hätt nicht gedacht das die Menschen so hirngewaschen sind. Traurig. Derweil gehen die Touristen halt lieber nach Las Vegas anstatt in die Schweiz. Trump wirds freuen und wir können ja Herrn Berset und der Pharmalobby und all den Kleingeistern danken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • notes713 am 18.07.2017 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    nicht zu glauben

    Ich bin schockeirt, wenn ich das Resultat der Umfrage sehe. 73% der Bevölkerung muss sich Drogen reinzeihen um das Leben zu meistern? Das die Amis einen knick in der Fichte haben ist ja schon länger bekannt, aber dass wir es denen auf biegen und brechen nachmachen sollen!? Auf der einen Seite wird das Rauchen bekämpft und auf der anderen Seite Canabis legalisiert. - Wie schizophren ist den das!?

  • Payne am 18.07.2017 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradies

    Kommt zu uns in die Schweiz...ein Paradies für Kiffer obwohl es illegal ist! ;-)

  • 20 Sekunden am 18.07.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuereinnahmen!

    Würde man die Steuereinnahmen von Cannabis für die Krankenkasse/AHV nutzen wären üsere Prämien wohl nur halb so hoch. Aber nein die Schweiz ist lieber Vorbild ihrer Selbsvernichtung ;)

    • chnüblicheib am 18.07.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @20 Sekunden

      Und all die Langzeitschäden welche die KK zu zahlen hat? Psychiatrien sind voll von Jointisten

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  • Elvis Presley am 18.07.2017 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Eine Unze sind 31 und nicht 28 Gramm.

    • Benz am 18.07.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Wie leicht wenns auch kompliziert geht

      Eine Unze sind 28 Gramm. Sie verwechseln sie mit der Feinunze, die 31 Gramm wiegt.

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  • Benny am 18.07.2017 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Fair

    Ich finde in der CH sollte man es auch legalisieren, aber erst ab 35 Jahren. Jeder der gegen dieses Gesetz verstösst sollte mit Gefängnis bestraft werden.