Tony Iwobi

08. März 2018 20:02; Akt: 08.03.2018 20:02 Print

Lega schickt schwarzen Senator nach Rom

Der 62-jährige Afro-Italiener Tony Iwobi zieht ins italienische Parlament ein — ausgerechnet für die ausländerfeindliche Lega-Partei.

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Die fremdenfeindliche Partei Lega stellt den ersten schwarzen Senator in Italien: Der in Nigeria geborene Afro-Italiener Tony Iwobi schaffte bei der Wahl am Sonntag den Sprung ins italienische Oberhaus, wie er auf Facebook bekannt gab.

Iwobi macht sich für eine Begrenzung der Zuwanderung stark. Wie die Zeitung «Gazzetta di Reggio» berichtet, warb der 62-Jährige im Wahlkampf unter anderem mit dem Slogan «Stoppt die Invasion» – gemeint sind damit die Bootsflüchtlinge, die vorwiegend aus Afrika kommen.

Seit 25 Jahren ist er Lega-Mitglied

Dass seine Partei rassistisch sei, bestreitet er. Er argumentiert vielmehr, dass eine ungehinderte Zuwanderung die Ausbreitung des Rassismus fördere. «Illegale Zuwanderung führt direkt zu Gewalt und einer rassistischen Reaktion», sagte Iwobi im Januar. Seine Partei fordere eine «kontrollierte Zuwanderung, die ein Bollwerk gegen Rassismus» sei.

Iwobi verwies darauf, dass er seit 25 Jahren für die Ziele der Lega kämpfe. Gewählt wurde er in der Industriestadt Brescia, einem Immigrations-Schwerpunkt.

In ihren Anfangsjahren vertrat die Partei vor allem die Forderung nach einer Autonomie des wohlhabenden Norditalien. Iwobi stiess nach eigenen Angaben ursprünglich zu der Partei, um ein Föderationsmodell für Italien umzusetzen.

«Ein Projekt, das in Afrika funktioniert»

Dabei schwebte ihm auch seine Heimat Nigeria vor, in der es dutzende föderale Bundesstaaten gibt, wie Iwobi 2014 in einem Interview sagte. «Das ist ein Projekt, das in Afrika funktioniert. Warum sollte es nicht auch hier funktionieren?», sagte er.

Tony Iwobi wurde in Gusau im Norden Nigerias geboren. Seit 1976 lebt der Katholik in Italien. Zuletzt war er migrationspolitischer Sprecher seiner Partei, die von Kritikern als fremdenfeindlich und rechtsextrem eingestuft wird.

(kle/afp)