Überwacht und abgehört

08. Januar 2013 16:55; Akt: 08.01.2013 17:04 Print

McAfees Spionage-Netzwerk in Belize

von Roman Rey - IT-Pionier John McAfee behauptet, in Belize 29 Spione beschäftigt zu haben. Neben Sex-Affären von Politikern will er auch eine Terror-Verschwörung gegen die USA aufgedeckt haben.

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Am Abend des trifft John McAfee in Miami, Florida, ein. Seine Odyssee scheint damit ein vorläufiges Ende zu haben. Am , kann John McAfee das Gefängnis in Guatemala verlassen. Er will in die USA zurückkehren. Kurz nach seiner Verhaftung muss John McAfee am in Guatemala-Stadt in ein Spital eingeliefert werden. Software-Pionier John McAfee, der in Belize in Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird, wird am . Der 67-Jährige war auf seiner Flucht zwei Tage zuvor in Guatemala angekommen. Am . Die beiden wollen nach Aussagen McAfees heiraten. Am . Von Guatemala aus will McAfee die Korruption in Belize bekämpfen. Am Montag, veröffentlicht «Vice» auf seiner Website ein Bild von McAfee: Angeblich sind zwei Journalisten des US-Magazins mit dem Flüchtigen unterwegs. Die Meta-Daten des Bildes sollen Hinweise auf seinen Aufenthaltsort enthalten – diese seien aber von ihm manipuliert, sagte McAfee. Drei Wochen nach der Flucht, mit einem sichtlich gezeichneten McAfee. Auf die Frage, wie es weitergehe, antwortete er: «Ich habe keine Ahnung. Ich werde weiterkämpfen, mich keinesfalls ergeben.» Ob er Angst habe? «Hättest du keine Angst?» Nach seinem Rückzug aus der IT-Branche betätigt sich McAfee in Colorado als Yogalehrer und schreibt mehrere Bücher zum Thema. Eine weitere Leidenschaft ist das Aerotrekking – das Fliegen in geringen Höhen mit einem Ultraleichtflugzeug. Ein bizarres Katz-und-Mausspiel beginnt: Auf . 2008 wandert er in den zentralamerikanischen Staat Belize aus. . John McAfee wird in England geboren, den grössten Teil seines Lebens verbringt er in den USA. Er arbeitet für verschiedenste IT-Firmen und gründet das Computer-Sicherheitsunternehmen McAfee. 1997 verkauft er dieses und wird zum Multimilionär.

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Ein paar Wochen war es ruhig um den Anti-Computervirus-Pionier John McAfee. Nach seiner halsbrecherischen Flucht aus Belize und seiner Verhaftung in Guatemala ist er wieder in seiner Heimat USA angekommen. Jetzt lässt er wieder von sich hören – denn er hat mit der Regierung von Belize noch eine Rechnung offen. Und angeblich eine Menge Beweismaterial in der Hand. Wenn man McAfee glaubt – das kann man nicht immer –, hat er in seiner Zeit im zentralamerikanischen Staat ein regelrechtes Spionage-Netzwerk aufgebaut.

Wie er in seinem Blog schreibt, soll McAfee 75 billige Laptops gekauft und mit Überwachungs-Software ausgestattet haben. Danach habe er die Geräte an Regierungsangestellte, Polizisten, Freundinnen von mächtigen Politikern verschenkt.

Und weil ein Mann allein nicht so viele Menschen überwachen kann, holte er sich Hilfe: 23 Frauen und sechs Männer sollen für McAfee gearbeitet haben. Die Helfer lasen angeblich nicht nur E-Mails und hörten Telefonate ab, sondern hätten sich auch auf Affären mit Schlüsselfiguren eingelassen, um an Informationen zu kommen – wie es sich für gute Spione eben gehört. Die Motivation für das Ganze? «Das kann ich nicht wirklich beantworten. Soviel kann ich sagen: Ich habe es getan, weil ich es konnte.»

Sex-Affären, Mordaufträge, Terror-Verschwörung

McAfees Schilderung beginnt wie der Anfang eines Thriller, und so geht sie auch weiter: «Das meiste, was ich entdeckte, hatte ich erwartet: Sex-Affären, hemmungslos peinliche Privatgespräche, Fälle von Liebe, Eifersucht und Wut. Doch einiges war überraschend.» So soll etwa der Premierminister persönlich die Ermordung eines Bandenführers angeordnet haben. Ausserdem sei Belize «ganz klar der Schlüsselspieler in einem grösseren Netzwerk, dessen Ziel es ist, Hisbollah-Terroristen in die USA einzuschleusen.» Während er all dies aufdeckte, habe McAfee mit acht seiner Spioninnen zusammengelebt und wäre fast von einer getötet worden – einer Doppelagentin.

Die Annahme liegt nahe, McAfee sei nun völlig übergeschnappt. Doch hinter seinen Schilderungen könnte sich auch Kalkül verbergen. Der 67-Jährige hat mehrmals zugegeben, gerne mal zu lügen, um die Medien und seine Verfolger (wer auch immer das sein mag) in die Irre zu führen. Doch wie soll ein Aussenstehender die Handlungen eines Mannes nachvollziehen können, der von sich selbst sagt «ein grosser Teil meines Lebens ist mir selbst ein Rätsel»?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • supermcafee am 08.01.2013 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    haha, super. jetzt lieb ich den typen!

    genial, wenn das stimmt, muss ich nur sagen: sehr genialer typ dieser mcafee. wenn sich das bewahrheitet, dann kann er gleich beim CIA anfangen... ich würde ihn engagieren. ^^

  • Antitheist am 08.01.2013 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sind Sie paranoid?

    LEGEND! es gibt nur 1 J. McAfee holy moley! das beste war seine antwort auf die frage, ob er paranoid sei...

  • Marc Sturzenegger am 08.01.2013 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwörung hin oder her

    aber mich würde auch mal gerne interessieren, was so hinter unserm rücken geschieht!! was wir alles nicht wissen... hätte ich wahrscheinlich auch gemacht , wenn ichs gekonnt hätte!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antitheist am 08.01.2013 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sind Sie paranoid?

    LEGEND! es gibt nur 1 J. McAfee holy moley! das beste war seine antwort auf die frage, ob er paranoid sei...

  • xenia am 08.01.2013 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    McAfee

    Der Mann könnte noch gefährlich werden , wenn alles stimmt was er sagt , könnten noch einige Köpfe rollen , darum sind sie dem Mann auf der Pelle . Na dann , gutes Gelingen .

  • Witzbold am 08.01.2013 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das kommt davon

    Das kommt davon, wenn man zu Weihnachten anstatt Schokokekse nur noch Haschkekse backt. Also liebe Kinder, ihr seht jetzt was das Zeug mit einem normalen Menschen alles anstellen kann. Finger weg davon!

  • Roger am 08.01.2013 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    komischer Kauz

    schon lustig, erst kam die Aussage "ich habe nichts mehr, das ganze Kapital ist zurück geblieben" und trotzdem lebt er in Luxushotels und und und. Dem hat wohl sein Wissen uafs Gehirn geschissen....

  • supermcafee am 08.01.2013 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    haha, super. jetzt lieb ich den typen!

    genial, wenn das stimmt, muss ich nur sagen: sehr genialer typ dieser mcafee. wenn sich das bewahrheitet, dann kann er gleich beim CIA anfangen... ich würde ihn engagieren. ^^