Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Wahlen in Spanien
26. November 2012 01:23; Akt: 26.11.2012 15:27 Print
Unabhängig oder nicht - Katalonien ist gespalten
Die Nationalisten haben zwar Sitze verloren. Zusammen mit den Linken, die ebenfalls für die Unabhängigkeit Kataloniens sind, haben sie aber genug Stimmen für ein Referendum erreicht.

Artur Mas, Kandidat der konservativ-nationalistischen Partei CiU, bei der Stimmabgabe. (Bild: Keystone/EPA/Toni Albir)
Das Euro-Krisenland Spanien muss vorerst keine Abspaltung seiner wirtschaftsstärksten Region befürchten. In Katalonien haben die Separatisten nach der Regionalwahl vom Wochenende zwar weiter die Mehrheit, doch die Partei von Regierungschef Artur Mas verlor an Boden.
Bildstrecken Überschwemmungen in SüdspanienDemos in SpanienDie eigentlich erst in zwei Jahren fällige Wahl hatte Mas vorgezogen in der Hoffnung, die absolute Mehrheit im Regionalparlament in Barcelona zu gewinnen und danach eine Volksabstimmung über die Schaffung eines unabhängigen Staates abhalten zu lassen. Nun kann Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy aufatmen: Der Unabhängigkeitsplan ist gescheitert.
Mas verfehlte bei der als historisch eingestuften Abstimmung klar die absolute Mehrheit. Seine katalanischen Nationalisten (CiU) gewannen zwar die meisten Sitze im Regionalparlament in Barcelona, mussten aber unerwartet hohe Stimmeinbussen hinnehmen. «Wir haben unser Ziel nicht erreicht», räumte der 56-jährige Mas in der Nacht auf Montag ein.
Nach dem vorläufigen Endergebnis gewann das regierende Parteienbündnis CiU (Konvergenz und Union) 50 der insgesamt 135 Sitze im katalanischen Parlament, 12 weniger als bei der Wahl 2010.
Allein nicht stark genug
Mas kündigte an, dass er Regierungschef bleiben, sich aber künftig einen Koalitionspartner suchen wolle. «Wir allein sind nicht stark genug, um die Regierung und den Prozess (zur Gründung eines unabhängigen Staates) allein führen zu können», sagte er.
Als möglicher Koalitionspartner kommen vor allem die katalanischen Linksrepublikaner (ERC) infrage, die die grossen Gewinner der Wahl waren. Die ERC, die ebenfalls für eine Trennung Kataloniens von Spanien eintritt, gewann 21 Sitze, gut doppelt so viele wie 2010. Die grossen Verlierer waren die Sozialisten (PSC), die nur auf 20 Mandate kamen, 8 weniger als bisher.
Rajoys konservative Volkspartei (PP) gewann 19 Sitze, einen mehr als vor zwei Jahren. Die Madrider Regierungspartei reagierte mit Genugtuung auf das Scheitern des Unabhängigkeitsplans: «Mas hatte aus dieser Wahl ein Plebiszit gemacht und ist damit hereingefallen», sagte die PP-Generalsekretärin Maria Dolores de Cospedal.
Madrid hält Referendum für illegal
Die Wahl galt als die wichtigste in der jüngeren Geschichte Kataloniens, weil die Wähler dabei indirekt auch über die Gründung eines unabhängigen Staates abstimmten. Die Zentralregierung in Madrid will die Einheit Spaniens nicht infrage stellen lassen. Sie hält das von Mas angestrebte Referendum für illegal und will die Abstimmung notfalls durch das Verfassungsgericht unterbinden lassen.
Die wirtschaftlich starke Region im Nordosten Spaniens erwirtschaftet rund ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts. Die seit langem bestehenden Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens wurden durch die Schuldenkrise noch einmal mehr angeheizt.
Nach einer Auseinandersetzung mit der Zentralregierung um Steuerkürzungen für Katalonien, die Rajoy ablehnte, waren im September 1,5 Millionen Menschen für die Loslösung von Madrid auf die Strasse gegangen. Es war die grösste separatistische Kundgebung in Spanien seit den 1970er Jahren.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 43 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















unabhängiges katalonien
katalonien hat keine chance, dass auch nordkatalonien (catalunya nort - roussillon) aus der französischen republik austreten kann. dass wallis, genf und allschwil (ehem beim departement mont terrible) nicht mehr zu frankreich gehören, ist reiner zufall und einmalig. übrigens, dass katalanisch keine eigene sprache sondern ein spanischer dialekt sei, haben schon zur franco-zeit faschistisch angehauchte linguisten behauptet.
Unabhängigkeit, dann Verhandlngen!
Die CH ist sowieso ein Spezialfall! Vier verschiedene Landessprachen, 26 Gliedstaaten, manche winzig, manche sehr gross, unterschiedliche Geschichten, Kulturen, Religionen, Beitrittszeiten zur Eidgenossenschaft, der Eingriff Napoleons usw.! Ein Wunder, dass es als Staat funktioniert! Katalonien sollte in den heutigen, anerkannten Grenzen unabhängig werden! Als Staat kann es sich dann mit den Nachbarn über alle Probleme verhandeln und nach den besten Lösungen suchen.
Nicht ganz das Gleivhe
Der Unterschied ist aber, das die Schotten trotz der ewigen Streitereien und Rivalität, zu 60% nicht als eigenständiger Staat sein wollen. Wenn man im Baskenland ist, versteht man nichts. Nicht mal Leute aus Madrid verstehen irgendwas vom Baskischen. Nicht viel besser mit dem Galizier-, Asturier und Katalonischen Sprache. Nur das es nicht so schlimm ist wie Baskisch. Mit schlimm meine ich es nicht beleidigend oder negstiv. Das sind eigene Völker, die vom Spanier mehr differenziert ist, als ein Schwede und ein Italiener. Spanien hat nur um eines Angst. Diese beschriebenen autonomen Provinzen sind reich, und Spanien? Übrigens wer noch nie im Baskenland war, der sollte mal hinfahren oder fliegen. Ein wunderschönes Flecken Erde mit vielen hohen Bergen, Täler, im Winter zum Teil (in höher gelegenen Orten) mit viel Schnee. Bilbao und San Sebastian super schöne Städte und man kommt such mit französisch durch
Auch im Sport?
Ich finde auch Katalonien sollte die Unabhängikeit erhalten, wenn das Volk dies so will. Jedoch würde mich interessieren was dann in der Sport Welt passiert. Dann hätte ja Real Madrid gar keine Konkurrenz mehr. Die spanische Nationalmannschaft ist ja ohnehin schon beinahe nur katalonisch.
Vaduz
Lichtensteinische vereine spielen ja auch in der Schweizer liga, ich sehe das Problem nicht! und KAtalonien als Weltmeitser, da bin ich voll dabei!