Besuch im Stasi-Gefängnis

12. August 2017 13:13; Akt: 12.08.2017 17:35 Print

Merkel bläst zum Kampf gegen Linksradikale

Die deutsche Bundeskanzlerin besuchte das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin. Dabei sprach sie sich gegen radikale Erscheinungsformen aus.

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Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Besuch im früheren Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen gemahnt, das DDR-Unrecht nicht zu vergessen. Der deutsche Staat werde sich weiter engagieren, um die Erinnerung an solche authentischen Orte offen zu halten.

«Wir können nur eine gute Zukunft gestalten, wenn wir uns der Vergangenheit annehmen», sagte sie am Freitag kurz vor dem 56. Jahrestag des Mauerbaus. Mit Blick auf den Baubeginn der Berliner Mauer am 13. August 1961 sagte die Kanzlerin, es sei wichtig, sich kraftvoll für Demokratie und Freiheit einzusetzen sowie gegen Linksradikalismus zu arbeiten. «Das sind Erscheinungsformen von heute, die wir nicht negieren können, sondern um deren Bekämpfung wir uns kümmern müssen», so Merkel.

Todeskandidat in Nachbarzelle

Merkel legte zusammen mit einem früheren Häftling am Gedenkstein für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft einen Kranz nieder. Der 83-Jährige war bis 1962 zehn Jahre in Stasi-Gewahrsam, weil er sich in einem antikommunistischen Jugendverband engagiert hatte.

«Ich habe 1954 erlebt, wie in der Nachbarzelle ein Todeskandidat war», sagt er. An diesen Mann muss er denken, als er mit der Kanzlerin einen Kranz am Denkmal für die «Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft» niederlegt.

Mehr als 11'000 Menschen inhaftiert

In der Einrichtung sollen bis zum Herbst 2019 für 8,8 Millionen Euro alle historischen Oberflächen im Inneren – wie Fussböden und Wände – denkmalgerecht saniert werden. Das Vorhaben wird vom Bund und dem Bundesland Berlin finanziert.

Mit rund 500'000 Besuchern im Jahr stösst Hohenschönhausen auf enormes Interesse. Auch weil mehr als jede zweite Führung von ehemaligen Insassen geleitet wird. Im Gefängnis des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit im Nordosten Berlins waren von 1951 bis 1989 mehr als 11'000 Menschen eingesperrt.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 12.08.2017 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind Wahlen

    da muss sie natürlich sowas machen. Aber nach der Wahl macht sie wieder was sie will.

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  • Gruss aus Bern am 12.08.2017 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Da scheint in Hamburg mehr zu Bruch

    gegangen zu sein als "nur" das, was die Welt in Bild und Ton mitbekommen hat. Und in sechs Wochen stehen in Merkelland die nationalen Wahlen an. Den Rest kann sich jeder selber dazu denken ...

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  • Der Patriot am 12.08.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer' glaubt?

    Wer's glaubt? Sie hat noch nie etwas gegen links getan. Wieso sollte sich das plötzlich ändern? Absolut unglaubwürdig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • w-Orte am 12.08.2017 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin auch gegen Gewalt

    mir ist jedoch der Hintergrund egal. Ob Angst, Drogen, Familienfede, Schulden, Verachtung, politische Gesinnung. - Es beginnt mit der Sprache. Wenn hier im Titel Linksradikale explizit genannt werden, so impliziert das, dass Rechtsradikale OK sind. Es wäre schon viel erreicht wenn wir darauf achten, was wir sagen/schreiben.

  • Typhoeus am 12.08.2017 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linke wie Rechte haben

    keinerlei Gefühle für einen demokratischen Rechtsstaat und für Toleranz schon gar.

    • Sinnloser am 12.08.2017 19:04 Report Diesen Beitrag melden

      Waten auf Gotot @ Typhoeus

      Demokratie und EU befindet sich im Wachkoma , gespielte Situation , das System fällt aus den Fugen , da Merkel kein Ausweg mehr weiss , wer A sagt muss B sagen , aus reinem Stolz keine Rückkehr Europa hat Wachstum wie noch NIE , aber nur mit Nichtarbeitenden

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  • Rolf Schönmüller am 12.08.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IM Erika besucht ihre Zukunft

    Wasser predigen und Wein trinken. Sie war doch selbst (IM Erika) Teil dieses Systems. Außerdem werden in DE die radikalen Linken vom Establishment finanziell Alimentiert. Es ist Wahlkampf, damit ist dieser Besuch erklärt. Aber vielleicht hat sie sich die Zellen einmal angesehen, damit sie weis, was sie bald erwartet.....

  • Der motor Europas läuft am 12.08.2017 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahlen 2017 und Merkel voll..

    power. Es geht nicht mehr so lange, dann steht K-Frage. Die Frau ist intelligent und aus einem Fehler macht Sie Tugend. Eigentlich wäre mir SPD lieber, doch die haben weder Kandidaten noch Ideen...

  • Antifa am 12.08.2017 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Schön wär's :)

    Bekommen wir dann auch endlich Unsummen vom Verfassungsschutz und Straffreiheit?