Polizei schaut zu

07. Dezember 2013 15:49; Akt: 07.12.2013 21:49 Print

Milizen wüten im Norden Kenias

Seit Tagen terrorisieren Milizen die Bevölkerung im Norden Kenias. Dutzende wurden bereits getötet. Jetzt will der Schweizer Botschafter in Nairobi eine Friedensinitiative starten.

TV-Bericht aus Kenia zu den Ereignissen im Norden vom Mittwoch. (Quelle: YouTube/Kenya CitizenTV)
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Bei Zusammenstössen zwischen unterschiedlichen Volksgruppen sind im Norden Kenias dutzende Menschen getötet worden. Die kenianische Zeitung «The Standard» berichtete am Samstag, es gebe mindestens 27 Todesopfer. Ausserdem seien in der vergangenen Woche tausende Menschen in die Flucht getrieben worden.

Der Friedensaktivist Jaffer Isaak erklärte, nach seinen Schätzungen gebe es 70 bis 120 Todesopfer. Die Lage sei «ausser Kontrolle», Polizei und Armee sähen tatenlos zu. Aus einer Hilfsorganisation verlautete, es gebe «viele Dutzend» Tote.

Die Gewalt konzentriert sich auf die Stadt Moyale im Bezirk Marsabit an der Grenze zu Äthiopien. Einige Dörfer wurden niedergebrannt, und viele Familien flohen über die Grenze. Auch am Samstag gab es laut «Standard» heftige Kämpfe in Moyale.

«Menschen sterben, Dörfer werden niedergebrannt»

Der Schweizer Botschafter in Kenia, Jacques Pitteloud, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er versuche weitere europäische Gesandte dafür zu gewinnen, gemeinsam eine Friedensinitiative zu starten. «Menschen sterben, Menschen werden über die Grenze gedrängt, Dörfer niedergebrannt, Häuser geplündert», sagte Pitteloud. «Das muss beendet werden, bevor es noch schlimmer wird, deswegen müssen Friedensbemühungen beginnen.»

In dem Konflikt stehen sich die Bevölkerungsgruppe der Borana, die die Region lange dominiert hatte, und die Ethnien der Rendille, Gabra und Burji gegenüber, die als Zusammenschluss namens ReGaBu an politischem Einfluss gewonnen haben. Am Freitag schickte die kenianische Regierung Truppen in die Konfliktregion.

(kmo/sda)