Venezuela

10. November 2017 11:18; Akt: 10.11.2017 12:37 Print

Milliarden-Zahlung oder Staatsbankrott

Venezuela hat nur noch bis am Montag Zeit, Schulden in Milliardenhöhe zurückzuzahlen. Erste Millionen sind bereits heute fällig.

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Unter Bedrängnis: Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro an einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Caracas am 17. Oktober 2017. (Bild: AFP/Federico Parra)

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Das tief in der Krise steckende Venezuela muss bis Montag Schulden in Milliardenhöhe zurückzahlen - ansonsten droht der Staatsbankrott. Am Freitag sind 81 Millionen Dollar fällig, am Montag weitere 200 Millionen Dollar.

In New York wollte sich am Freitag eine Gruppe von Gläubigern versammeln, um zu entscheiden, ob eine überfällige Rückzahlung von knapp 1,2 Milliarden Dollar auf eine vom staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA ausgegebene Anleihe als Zahlungsausfall gewertet wird.

Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro hatte vor einer Woche angekündigt, die 1,161 Milliarden Dollar würden zurückgezahlt. Die Gläubiger haben aber bislang kein Geld erhalten.

Die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) hat die Gläubiger daher für Freitag zusammengerufen. Sie könnten den Zahlungsausfall bestätigen oder ein weiteres Treffen vereinbaren, teilte eine ISDA-Sprecherin mit. Die Ratingagenturen Fitch, S&P und Moody's haben die Kreditwürdigkeit des Landes deswegen bereits auf eine Stufe über der Zahlungsunfähigkeit herabgestuft.

Schwere Wirtschaftskrise

Venezuela ist mit geschätzten 155 Milliarden Dollar bei ausländischen Gläubigern verschuldet. Die Devisenreserven sind auf 9,7 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen.

Das lateinamerikanische Land steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Sie wird verschärft durch die Sanktionen, die US-Präsident Donald Trump im August gegen das Land verhängt hat und die am Donnerstag noch einmal verschärft worden waren. Trump untersagte per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen. Betroffen ist davon auch PDVSA.

Ölverkäufe bilden das Fundament der venezolanischen Wirtschaft und stehen für 95 Prozent der Exporte. Die Einnahmen sind wegen fallender Erdölpreise aber deutlich zurückgegangen.

Neue Sanktionen

Am Donnerstag verhängten die USA zudem Strafmassnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger. Auch die EU will am Montag Strafmassnahmen gegen Venezuela beschliessen.

In dem Land tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, die Demokratie abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet.

(sep/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 10.11.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Bevölkerung

    Ein Land mit einem riesigen Erdölvorkommen geht vor die Hunde. Man sieht einmal mehr, was der Sozialismus anrichtet.

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  • Cavi33 am 10.11.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super, beste Lösung

    Hoffentlich bald bankrott mit Maduro vielleicht merkt es dann auch der letzte Anhänger dieses Sozialisten Systems.

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  • Arthuro am 10.11.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bitcoin

    Der Peso ist nichts mehr Wert, die Leute in Venezuela bezahlen schon längst mit Bitcoin und umgehen so sämtliche von den USA auferlegten Sanktionen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 14.11.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Trauriges Spiel der Grossmacht USA

    Die USA will unter allen Umständen den Ölexport Venezuelas steuern und die Handelsmacht über diesen Rohstoff. Es darf auf keinen Fall an China geliefert werden. Gleichzeitig will die USA den Einfluss Russlands auf Venezuela auf ein Minimum beschränken. In der Hochfinanz wird Venezuela per Kreditvergabe zertrümmert. Von der EU wird nun hart sanktioniert um Venezuela schön USA konform den letzten Hieb zu verpassen. Es ist alles ein geostrategisches Spiel der Grossmächte. Hört auf für jenen oder gegen jenen zu schreiben. Es sind ALLE die gleichen Player. Das hungernde Volk interessiert keinen!

  • Marco am 11.11.2017 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zustände wie in der DDR und CCCP

    Ich war in Venezuela schon mehrmals. Falsch ist hier die Meinung einiger, Venezuela könne kein Erdöl exportieren. Richtig ist es, Venezuela exportiert nahezu das gesammte Export-Erdöl nach China zu einem Spottpreis und importiert gleichzeitig von den Chinesen Benzin und Diesel, subventioniert nochmals diese 2 Treibstoffe um es für umgerechnet 2 Eurocents an den Tankstellen zu verkaufen! Das da niemand mehr interesse mehr hat, Treibstoffe zu verkaufen ist naheliegend. Treibstoffe wie andere Güter sind nur noch auf dem Schwarzmarkt gegen US-Dolar oder Euro zu haben. Auch CH-Fr. werden zum gleichen Kurs wie Euro angenommen. Es gibt auch, wie früher in der DDR oder CCCP, staatliche Supermärkte wo mann, gegen harte Währungen alles kaufen kann, wo man sonst nirgends mehr bekommt. das fängt bei Toilettenpapier an über Medikamente, Nahrungsmittel bis Waschmaschinen.

  • gerimouse am 10.11.2017 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    es war immer die US Regierung

    die humanitären Auswirkungen der US-Blockade gegenüber Venezuela und der US-Druck auf alle anderen Länder dass Venezuela nicht geholfen werden darf, zeigt jetzt schon dramatische Auswirkungen in Form von Unterernährung, Todesfälle bei Erwachsenen und Kindern da keine Medikamente nach Venezuela geliefert werden dürfen. Hier soll nach US-Gusto ein neues IRAK entstehen. Als die USA gefragt wurde, wie sie den langsamen, qualvollen Tod von schätzungsweise 567.000 irakischen Kindern rechtfertigen konnte, sagte die US-Botschafterin bei der UNO, Madeleine Albright, kalt: "Es ist den Preis wert."

    • gerimouse am 10.11.2017 22:50 Report Diesen Beitrag melden

      US MilitärBudget 2018 USD 639 Mrd.

      budgetiert hat die einzig vorhandene Hegemonialmacht USA fürs Jahr 2018 mehr als USD 639 Milliarden auf Kosten von Sozialleistungen und Umweltschutz.

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  • gerimouse am 10.11.2017 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Oel gegen Waffen, Geld gegen Stützpunkt

    Putin war kürzlich in Caracas und hat Venezuela USD 3Milliarden angeboten. Bereits Monate vorher schon gabs ein USD4MRD Geschäft, Waffen gegen Erdoel. Ich geh aber davon aus dass Putin diesesmal vielleicht einen militärischen Stützpunkt wollte, auf jeden Fall wird jetzt Venezuela ein Spielball der zwei Grossmächte. Die Situation wird noch katastrophaler für die Bevölkerung. Wieso liest man eigentlich so wenig in der westlichen Presse was das russische Investieren in Venezuela anbelangt?

  • Fidel Maduro am 10.11.2017 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozialismus Nein Danke!

    Sozialismus Nein Danke! Die Linken ruinieren immer die Länder, welche sie regieren. Man zeige ein Land auf dieser Welt, das nicht von den Sozialisten ruiniert wurde.

    • Naja am 10.11.2017 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Fidel Maduro

      Denken sie die Politik de Amerikaner wäre besser? Wieviele Länder wurde durch ihre Ideologie zerstört? Die Sozialisten ruinieren wenigstens nur ihr eigenes Land. Und das Problem sind ja nicht nur die Sozialisten, würde man verschiedene Faktoren nicht künstlich aufrecht erhalten, wäre Venezuela nicht so sehr verschuldet.

    • Rüedu am 11.11.2017 01:21 Report Diesen Beitrag melden

      Fidel Maduro

      Natürlich. Darum sind die 20 ärmsten Länder alle in Afrika und alle ehemaligen Kolonien. Völlig egal welche Staatsform offiziell in einem Staat herrscht, Sozialismus, Kapitalismus oder eine Diktatur durch Militär, Religion oder anderen repessiven Formen. Es ist immer ein Mangel oder das komplette Fehlen demokratischer Strukturen, transparenter Verwaltung und das Fehlen von Gewaltentrennung. Sozialismus ist eine Staatsform, die in der Realität nicht funktioniert im Gegensatz zum Kapitalismus, der zu gut funktioniert.

    • :) am 12.11.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fidel Maduro

      Es waren weniger "die Sozialisten", als der IWF, welcher ihnen von Anfang an 0 Chance gab...

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