Drama in der Türkei

24. November 2012 19:46; Akt: 24.11.2012 19:46 Print

Misshandeltes Kind muss zurück zur Mutter

Ein fünfjähriges Mädchen wird mit massiven Prellungen im Gesicht in ein Spital im türkischen Konya eingeliefert. Die Kleine beschuldigt ihre Mutter, doch die Behörden wollen ihr nicht zuhören.

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Ein Bild, bei dem sich einem die Nackenhaare sträuben: Die kleine F. B. wurde mit massiven Prellungen im Gesicht in ein Spital gebracht. (Screenshot: Konya Haber)

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Dunkelblaue Blutergüsse um die Augen und geschwollene Backen: Das Gesicht der fünfjährigen F. B. aus Konya, 200 Kilometer südlich der türkischen Hauptstadt Ankara, ist von Gewalt gezeichnet. Auch den Nachbarn der Familie waren die massiven Prellungen aufgefallen. Sie hegten sofort den Verdacht, dass das Kind von seiner Mutter geschlagen und misshandelt wurde. Auch die Tatsache, dass Nefise B. das verletzte Kind nicht zum Arzt brachte, machte die Anwohner stutzig. Sie brachten F. B. selber ins Spital.

Dort erkannte man ebenfalls die klaren Anzeichen von Gewalt an F. B.s Gesicht. Die Ärzte alarmierten sofort die Polizei. Die Beamten verhörten daraufhin das Kind, anschliessend Nefise B. Die Aussagen widersprachen sich komplett: F. B. behauptete, ihre Mutter habe ihr das angetan; die Mutter erzählte eine Geschichte von einem Streit, den die Fünfjährige mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder gehabt habe.

Aussage von F. B. wird komplett ignoriert

«Im Kampf mit meinem Sohn schlug die Kleine mit dem Kopf gegen eine Wand», behauptete die 35-Jährige in ihrer Aussage. Sie habe das nicht gewollt, es sei aber so passiert. Sie habe F. B. nicht geschlagen, gab sie zu Protokoll. Die Behörden glaubten ihr und liessen sie gehen. Ihre Tochter dürfe sie wieder nach Hause nehmen, hiess es zudem.

Als F. B. dies hörte, habe sie sich gewehrt, schreibt das Onlineportal «Konya Haber». Sie wolle nicht mit der Mutter gehen, flehte sie die Polizisten an. Die Behörden hörten ihr nicht mehr zu.

(kle)