Krieg in Syrien

13. April 2018 10:46; Akt: 13.04.2018 10:46 Print

Diese Waffen könnten Trump und Putin einsetzen

Das Säbelrasseln in Syrien führt zu der Frage: Was haben die Kontrahenten USA und Russland eigentlich in ihren Waffenkammern? Ein Überblick.

Bildstrecke im Grossformat »
Bei den Flugzeugträgern liegen die USA nicht nur mengenmässig, sondern auch technologisch vorn. Während Russland mit der «Admiral Kusnezow» nur über einen Flugzeugträger – noch aus Sowjetzeiten – verfügt, haben die USA elf, darunter die brandneue «Gerald R. Ford» (Bild). Die russischen SU-57 (Bild) dürften künftig amerikanischen F-35 das Leben schwermachen. Noch existieren aber nur zehn der modernen Kampfjets, die noch in der Flugerprobung stecken. Vom US-Gegenstück mit besseren Tarnkappeneigenschaften sind dagegen schon 260 im Einsatz. Mit dem Mi-28 «Havoc» (Bild) steht Russland ein potenter Kampfheli zur Verfügung. Besonders in der Version Mi-28NM, von der Moskau letzten Dezember 110 Stück bestellt hat, soll er dem amerikanischen Apache AH-64E von 2011 deutlich überlegen sein und smarte Bomben abfeuern können. Kampfpanzer haben noch nicht ausgedient: Das beweist der russische T-14 (Bild). Die Neuentwicklung verfügt über einen vollautomatischen Turm und ein aktives Schutzsystem für die Drei-Mann-Besatzung. Zurzeit sind 20 Stück in der Testphase. Die USA entwickeln derweil den bewährten M1 Abrams weiter. Die russischen nuklear getriebenen Angriffs-U-Boote der Yaasen-Klasse erlauben mit ihren Lenkwaffen die schnelle Bekämpfung anderer U-Boote. Die modernen U-Boote der amerikanischen Virginia-Klasse (Bild) sind dagegen leiser und verfügen über besseres Sonar. Russlands «Vater aller Bomben» (FOAB) ist die stärkste nichtnukleare Bombe. Diese sogenannte thermobarische Waffe nutzt den in der Luft enthaltenen Sauerstoff zur Verbrennung. Die maximale Sprengkraft entspricht 44 Tonnen TNT. Das US-Gegenstück, die «Mutter aller Bomben» (MOAB), bringt es auf 11 Tonnen. Bild: Eine Explosion der FOAB im September 2007. Für die Abwehr von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern vertrauen die USA auf das Patriot-System, das 1991 erstmals im militärischen Einsatz stand. Hier ist das S-400 der Russen (Bild) vielseitiger, da es vier verschiedene Raketentypen abfeuern kann. Besonders die Raketen vom Typ 9M96E2 mit einer Reichweite von 120 km haben es in sich. Sie sind bis zu 18500 km/h schnell und können Ziele, die lediglich 5 m über Boden fliegen, treffen. Und dann bleibt noch die nukleare Option. Hier gilt auch nach diversen Abrüstungsabkommen nach wie vor, dass die USA und Russland in der Lage sind, mit ihren Atomwaffen die menschliche Zivilisation auszulöschen. Die USA verfügen noch über 6550 Sprengköpfe (2550 davon warten auf die Verschrottung), Russland über 7010 Sprengköpfe (2510 davon warten auf die Verschrottung). Russland ist daran, sein strategisches Atomarsenal zu erneuern und hat mit der RS-28 Sarmat (Bild) vor kurzem eine völlig neue Interkontinentalrakete vorgestellt. Ihr soll die amerikanische Raketenabwehr nichts anhaben können.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In seinem Tweet von Mittwoch fand US-Präsident Donald Trump klare Worte: «Russland hat geschworen, sämtliche Raketen auf Syrien abzuschiessen. Mach dich startklar, Russland. Weil sie kommen werden, hübsch, neu und ‹smart›. Ihr solltet nicht mit einem Tier zusammenarbeiten, das sein eigenes Volk mit Gas tötet und es geniesst.» Welche Taten diesen Worten folgen werden, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Inzwischen hat Trump seine Drohung zwar etwas abgeschwächt. Es sei nicht klar, wann der Angriff auf Syrien stattfinden werde, twitterte er am Donnerstag.


Dennoch stellt sich die Frage: Welche militärischen Mittel stehen den USA und Syriens grösstem Verbündeten Russland eigentlich insgesamt zur Verfügung? Eine kleine Auswahl aus dem Waffenarsenal beider Länder finden Sie in der Bildstrecke.

Tomahawk-Raketen: Einsatz wahrscheinlich

Ziemlich wahrscheinlich zum Einsatz kommen werden auf Seiten der USA etwa Tomahawk-Raketen. Diese Marschflugkörper wurden im vergangenen April zum Beispiel vom Zerstörer USS Porter auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Schayrat abgefeuert. Auch der Zerstörer USS Donald Cook, der auf Syriens Küste zusteuert, hat Marschflugkörper an Bord.

Die Tomahawk-Raketen haben gemäss «Bild» viele Vorteile: Weil sie nur 15 bis 100 Meter über dem Boden fliegen, können sie von syrischen Radarsystemen nur schwer geortet werden. Ausserdem können sie sowohl von Schiffen und U-Booten als auch von Radfahrzeugen oder Flugzeugen aus starten. Sie haben eine maximale Reichweite von 2500 Kilometern. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Ziele: Kampfjets am Boden können ebenso getroffen werden wie die Luftabwehr, militärische Einrichtungen oder Versorgungsdepots.

Russland macht mobil

Auch mögliche Alliierte wie Frankreich oder Grossbritannien haben Marschflugkörper im Arsenal. Im Mittelmeer ist eine französische Fregatte mit Marschflugkörpern unterwegs. Zudem befindet sich ein britisches U-Boot mit Marschflugkörpern im Mittelmeer auf Patrouille. Grossbritannien hat zudem Luftwaffenstützpunkte auf Zypern, die in höchste Alarmbereitschaft versetzt wurden. Frankreich verfügt gemäss Verteidigungsministerium über Kampfjets in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Jordanien.

Aufseiten Russlands ist man ebenfalls alarmiert: «Spiegel online» zufolge sind 15 Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte vor der syrischen Küste aktiv. Ausserdem hat Moskau Patrouillenflugzeuge des Typs II-38H nach Syrien verlegt. Vor der syrischen Küste ist eine Gefechtsübung der russischen Marine angesetzt.

(mlr/jcg)