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15. Dezember 2012 14:51; Akt: 15.12.2012 14:52 Print

Moderator brüllt US-Waffenlobbyisten an

Das Massaker an der Grundschule in Newtown wurde auch in der Sendung des CNN-Moderators Piers Morgan thematisiert. Die Argumente der geladenen Vertreter der Waffenlobby liessen ihn ausrasten.

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Der britische Reporter Piers Morgan hatte in seiner letzten Live-Sendung auf CNN kurzzeitig die Fassung verloren. Er diskutierte mit zwei Vertretern der US-Waffenlobby über das Massaker in Newton. Als einer seiner Gäste argumentierte, dass mehr Waffen grössere Sicherheit bedeuten würden, platzte Morgan der Kragen. Er brüllte seine Gäste an: «Ich habe es satt, ständig zu hören, die beste Antwort auf solche Massaker seien mehr Waffen. Das ist doch nicht zu fassen! Da sind Kinder gestorben, und Sie argumentieren immer noch so?»

270 Millionen Waffen in Privatbesitz

In den USA sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt - Statistiker gehen von rund 270 Millionen aus (Stand 2007). Mehr als 40 Prozent aller US-Haushalte besassen laut einer repräsentativen Umfrage im vorigen Jahr eine Schusswaffe.

Etwa 30'000 Menschen jährlich sterben in den USA wegen des Gebrauchs dieser Waffen - die Hälfte von ihnen begeht Selbstmord. Die Zahl der mit Pistolen verübten Morde liegt bei 10'000 bis 12'000 pro Jahr.

Dennoch sprachen sich bei einer Befragung 2010 nur 44 Prozent der US-Bürger dafür aus, die Waffengesetze zu verschärfen. 54 Prozent waren dafür, sie unangetastet zu lassen oder sogar abzumildern. Mehr als zwei Drittel sind gegen ein Gesetz, das den privaten Besitz von Feuerwaffen verbietet. Auch beim Ex- und Import von Klein- und Leichtwaffen lagen die USA nach Angaben des unabhängigen Genfer Forschungsprojekts Small Arms Survey 2009 weltweit an der Spitze.

Umstrittenes Recht

Das Recht auf Waffen wurde vor mehr als 220 Jahren im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung verbrieft: «Da eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden», heisst es dort.

Das US-Waffenrecht ist von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. Entwickelt hat sich ein Durcheinander von mehr als 20'000 nationalen, einzelstaatlichen und kommunalen Vorschriften.

(mbu/sda)