Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Anna Politkowskaja
14. Dezember 2012 12:44; Akt: 14.12.2012 15:05 Print
Mord an Journalistin - elf Jahre für Ex-Cop
Vor sechs Jahren wurde die russische Journalistin Anna Politkowskaja ermordet. Für die Beihilfe zur Planung des Mordes muss ein ehemaliger Polizist elf Jahre in ein Straflager.
Ein ehemaliger russischer Polizist ist wegen Beihilfe zum Mord an der regierungskritischen Journalistin Anna Politikowskaja zu elf Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Nach dem Urteil eines Moskauer Gerichts vom Freitag wartet auf Dmitri Pawljutschenkow nun ein Straflager, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Überdies muss er den Angehörigen der Journalistin eine Entschädigung in Höhe von drei Millionen Rubel (knapp 75.000 Euro) zahlen. Der mutmassliche Mörder und vier weitere Hintermänner sollen sich getrennt vor Gericht verantworten.
VideoPawljutschenkow hatte dem Täter die Waffe besorgt und die Journalistin beschattet. Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 im Aufzug ihres Hauses erschossen worden. Sie war vor allem durch ihre kritischen Berichte über den Krieg in Tschetschenien bekannt geworden. Der Fall war international scharf kritisiert worden.
Zuvor hatte es eine Vereinbarung zwischen Pawljutschenkow und der Justiz gegeben. Die Behörden hatten ihm für eine Zusammenarbeit Strafmilderung versprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft verlangt. Seit vergangenem Jahr stand Pawljutschenkow unter Hausarrest, der ihm nun auf die Haftstrafe angerechnet wird. Strafbeginn ist laut Urteil 23. August 2011. Angehörige Politkowskajas hatten die Vereinbarung zuvor kritisiert. Das werde nicht bei der Suche nach den Hintermännern helfen, befürchteten sie. Der Richter wies ihre Einwände aber zurück.
Erleichterung bei Angehörigen
Die Familie der Journalistin zeigte sich dennoch erleichtert über das Urteil. «Heute wurde Gerechtigkeit geübt, nicht in vollem Masse, aber sie wurde geübt», sagte ihr Sohn Ilja Politkowskij. Anna Stawizkaja, die Anwältin der Angehörigen, sagte, sie seien zufrieden, dass ein Anfang gemacht worden sei, wenn auch nur ein Verantwortlicher herangezogen worden sei. Dennoch wolle sie in Berufung gehen, um eine längere Haftstrafe zu erwirken. «Wir werden dafür arbeiten, dass alle Verantwortlichen auf der Anklagebank landen», erklärte sie nach der Urteilsverkündung laut Berichten der Zeitung «Nowaja Gaseta», bei der Politkowskaja gearbeitet hatte.
Auch Pawljutschenkows Anwalt Karen Hersesjan kündigte an, in Berufung gegen das Urteil zu gehen. Vor Gericht sagte er, die Auftraggeber des Mords seien keine einfachen Bürger. Er sei zu 99 Prozent sicher, dass es Politiker oder Wirtschaftsleute waren, sagte er.
In einem ersten Verfahren 2009 waren zahlreiche Tatverdächtige freigesprochen worden. Das Urteil wurde anschliessend zurückgezogen und der Fall wurde erneut aufgerollt. Der mutmassliche Täter und weitere Beschuldigte sollen sich in getrennten Verfahren vor Gericht verantworten.
(dapd)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 10 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















und kein wort darüber
dass der, wie immer bei solchen aktionen, nur das bauernopfer ist. kein thema, er hat mitgemacht, aber die fäden siehen andere leute.
Was willst du tun?
Putin verhaften? Verdient hätte er es ja, aber soweit wird es nicht kommen.
Jens
Miegegangen mitgehangen!!!
Anna
Das geschieht ihm ganz recht. Niemand hat das Recht einen Menschen zu töten.
Wirklich
Bewegender Kommentar
ja und...
...General Putin gleich mit ins Straflager befördern.
Traurig
...dass nur der Mörder die Konsequenzen tragen muss und die ganze korrupte Regierung in welcher die Auftraggeber sitzen sich aus der Affäre ziehen können.
@Florian
@Florian. Richtig lesen! Das ist nicht mal der Mörder, sondern nur ein Helfer!
@Nobody
na und, ändert wohl am Sinn der Aussage von Florian nichts!
Nobody
Helfer zum einen Mord ausführen ist nicht besser als der Mörder. Straflager geschieht im ganz recht.