US-Repräsentantenhaus

14. März 2018 04:18; Akt: 14.03.2018 06:20 Print

Nachwahl in Pennsylvania ist äusserst knapp

Stimmungstest für Trumps Regierung: Auch nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmen ist unklar, wer in Pennsylvania das Rennen macht.

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Gelingt ihm in Pennsylvania die Sensation? Demokrat Conor Lamb. (13. März 2018) (Bild: Keystone)

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Die Kongress-Nachwahl im US-Bundesstaat Pennsylvania ist extrem knapp ausgefallen. So knapp, dass mit der Bekanntgabe des Ergebnisses erst im Lauf des Mittwochs gerechnet wurde.

Bei 99 Prozent der ausgezählten Stimmen für den 18. Distrikt lag der Demokrat Conor Lamb mit nur 847 von rund 223'000 Stimmen vor dem Republikaner Rick Saccone. Das waren 0,4 Prozentpunkte. Für die Entscheidung fehlten zuletzt einige tausend Briefwahlstimmen, die erst im Lauf der Nacht (Ortszeit) mehrere Stunden lang gezählt werden sollten.

Im Jahr der Kongresswahlen ist das sehr enge Ergebnis für die Demokraten dennoch eine ausgesprochen gute Nachricht. Die Wahl galt als wichtiger Fingerzeig, fand die Nachwahl doch in einem traditionell sehr republikanischen Bezirk statt.

Der Wahldistrikt im früher industriell geprägten «Rust Belt» gilt in seiner Zusammensetzung als Kernland der Wählerschaft von US-Präsident Donald Trump. Er hatte den Bezirk 2016 mit fast 20 Punkten Vorsprung für sich entschieden.

Warnsignal für Trump

Der 33-jährige Demokrat Lamb, ein Ex-Marine und früherer Staatsanwalt, hatte vergleichsweise konservative Positionen bezogen. Lambs sehr starkes Abschneiden könnte im Wahljahr andere Demokraten ermutigen, es mit einer ähnlichen Strategie zu versuchen.

Das enge Ergebnis dürfte in der Partei des US-Präsidenten mit Blick auf den Herbst alle Warnlampen angehen lassen. Die Republikaner haben den früher von Stahl und Kohle geprägten Distrikt vor dieser Wahl acht Mal nacheinander gewonnen. Der geringste Abstand zum konkurrierenden Demokraten waren dabei 15 Punkte. Der Bezirk ist so republikanisch, dass 2014 und 2016 erst gar kein Demokrat antrat.

Die Wahl war nötig geworden, weil der Republikaner Tim Murphy 2017 wegen einer sexuellen Affäre zurückgetreten war.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arnie am 14.03.2018 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Quittung

    Denkbar, dass das extrem rüpelhafte und rücksichtslose Verhalten von Donald Trump sogar den hartgesottenen Republikanern im Rostgürtel zuviel wird.

  • Heidi Heidnisch am 14.03.2018 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kasperletheater

    Auch wenn ich weiss, dass die Politik in den USA schon lange nur noch ein grosses Theater ist - einmal sogar mit einem Schauspieler als Präsident- so macht es doch Spass, wenn sie das Zünglein wieder in Richtung Intelligenz statt Inkompetenz, ausschlagen lassen.

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  • patrick h. am 14.03.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Die Wahl eines Demokraten wären ein 20% swing zur letzten Vergleichbaren Wahl. Auf Präsidentschaftsebene gewann Trump mit 20% Vorsprung vor Hillary und sogar Mitt Romney gewann mit 17% vor Obama. Bezogen auf den 18. Distrikt, nicht auf den Bundesstaat generell. Das sind extrem krasse Veränderungen die sich nicht anderst erklären lassen als mit einer Wut der Republikaner auf Trump. Die Republikaner wiederum werden beim Verlust des Sitzes Saccone kritisieren, er habe zuwenig Geld beschafft. Dabei hatte er über 10 Millionen$ für diesen Wahlkampf. 87% von ausserhalb.

Die neusten Leser-Kommentare

  • KurzeBeine am 14.03.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Lügende Demokraten

    Die Demokraten geben sich nun bei den Wahlen sehr konservativ um eventuell überhaupt gewählt zu werden ansonsten hätten sie nicht den Hauch einer Chance.

  • patrick h. am 14.03.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Die Wahl eines Demokraten wären ein 20% swing zur letzten Vergleichbaren Wahl. Auf Präsidentschaftsebene gewann Trump mit 20% Vorsprung vor Hillary und sogar Mitt Romney gewann mit 17% vor Obama. Bezogen auf den 18. Distrikt, nicht auf den Bundesstaat generell. Das sind extrem krasse Veränderungen die sich nicht anderst erklären lassen als mit einer Wut der Republikaner auf Trump. Die Republikaner wiederum werden beim Verlust des Sitzes Saccone kritisieren, er habe zuwenig Geld beschafft. Dabei hatte er über 10 Millionen$ für diesen Wahlkampf. 87% von ausserhalb.

  • Gruss aus Bern am 14.03.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt wird alles wieder gut,

    auch wenn es noch etwas dauern sollte, bis endgültig feststeht, dass der demokratische Kandidat mindestens 1 Stimme vor seinem republikanischen Konkurrenten liegt. ...

  • Paul Z am 14.03.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt schon richtig

    Donald und seine Kumpanen werden es schon richten - schliesslich kann man auch mit weniger Stimmen noch gewählt werden.

    • Klaus07 am 14.03.2018 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Z

      Das Electoral College (Wahl des Präsidenten durch Wahlmänner) wird nur bei der Präsidenten Wahl und nicht bei Senatswahlen angewendet.

    • Xeno72 am 14.03.2018 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klaus07

      Das stimmt, aber eine kleine Korrektur: Es ist die Nachwahl eines Repräsentanten, nicht eines Senators. Deshalb war nur die Wählerschaft des fraglichen Countys (Bezirks) zur Wahl gerufen, nicht die des ganzen Staates. Ein Repräsentant vertritt nur einen Bezirk, ein Senator einen ganzen (Einzel-)Staat.

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  • Mike Zac am 14.03.2018 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokrat als Konservativer

    das ist ein typischer Trick der Linken. Vor den Wahl die Bürgerlichen Anliegen aufgreifen und dann nach der Wahl die Sozialistischen Themen bewirtschaften.

    • Tinu/Masa am 14.03.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      2 Parteien System - Normal!

      wenn man etwas Kenntnis der Situation hat, dann weiss man, dass gerade in den USA mit dem 2-Parteien System das jeweilige Spektrum der Meinungen in den Parteien extrem auseinander gehen kann. Es gibt "rechte Linke" genau so wie "linke Rechte". Nur so als Info, Trump war vor nicht allzu langer Zeit noch ein Demokrat. Noch nie hat die SP in der Schweiz rechte Themen propagiert um dann nach der Wahl die Position absichtlich zu ändern, wer solche absurden Theorien in die Welt setzt, sollte es auch belegen können.

    • Xeno72 am 14.03.2018 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      lach@Mike Zac

      "Sozialistische" Themen in der US-Politik? Wo denn? Nirgends - ausser in der Parallelwelt von Kommentierern hier.

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