Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Vom Spitalbett aus
28. November 2012 22:24; Akt: 28.11.2012 22:28 Print
New Yorker Nanny plädiert auf «nicht schuldig»
Die Nanny, die die zwei Kinder ihres Arbeitsgebers erstach, plädierte vor Gericht auf «nicht schuldig». Für die zehnminütige Anhörung zog der Richter sogar ein Krankenhausgewändli an.
Die Anhörung von Yoselyn Ortega fand in einem Krankenhaus statt. Das ganze Gericht, vom Richter über den Staatsanwalt bis zur Gerichtsschreiberin, trug ein Krankenhauskittel.
Bildstrecken Trauer um die ermordeten Kinder Lucia und Leo in ManhattanDenn die angeklagte Ortega kann das Spitalbett noch nicht verlassen, kann auch noch kaum reden, nachdem sie sich am 25. Oktober mit einem Messer mehrmals selbst in den Hals gestochen hatte. Zuvor hatte sie die sechsjährige Lucia und den zweijährigen Leo erstochen, während Mutter Marina Krim mit ihrer dreijährigen Tochter ausser Haus war.
Der Staatsanwalt vom Fall DSK
Das Gericht war im Spital zusammengekommen, nachdem der New Yorker Staatsanwalt Cyrus Vance Jr. – er hatte in der leidigen Zimmermädchen-Sex-Affäre auch gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn Anklage erhoben – seine Anklageschrift aufgesetzt hatte: Ortega wird darin des zweifachen Mordes angeklagt.
«Dieses Verbrechen schockierte Eltern in der ganzen Stadt. Viele von ihnen vertrauen ihre Kinder der Obhut anderer an, weil sie dies müssen oder es wollen», hiess es darin. «Mein Mitgefühl geht an die Familie dieser wunderschönen Kinder, und ich hoffe, dass sie mit der Zeit über ihren Verlust hinwegkommen kann.»
Im Spital plädierte Ortega über ihre Verteidigerin Valerie Leer-Greenberg auf «nicht schuldig». Die Anwältin fügte an, dass die Angeklagte noch unter starkem Einfluss von Medikamenten stehe und auch weiterhin auf ärztliche Behandlung angewiesen sei. Obwohl Ortega noch immer einen Beatmungsschlauch trug, atmete sie selbstständig. Ihre selbstzugefügten Wunden waren nicht zu sehen. Während der Anhörung sagte sie kein Wort.
Psychiatrische Untersuchung angeordnet
Richter Lewis Bart Stone ordente im Anschluss an die Anhörung an, dass Ortega ohne eine Möglichkeit auf eine Kaution im Spital zu bleiben habe und sich einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen müsse.
Das Motiv Ortegas ist noch unklar, auch wenn sich gewisse Erklärungsansätze abzeichnen. So litt die 50-Jährige unter grossen Geldsorgen. Ihre Arbeitgeber, die Familie Krim, wurde zunehmend unzufriedener mit der Arbeit der Nanny, versuchte der Frau aber zu helfen, indem sie sie mit zusätzlichen Putzarbeiten beauftragte. Nach ihrer Tat soll Ortega bei einem kurzen Polizeiverhör gesagt haben: «Ich bin dafür bezahlt, dass ich mich um die Kinder kümmere, nicht dafür, dass ich putze und den Haushalt mache.»

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt















