«Zwangsgebühren»

08. Februar 2018 10:17; Akt: 08.02.2018 10:42 Print

No Billag hat Österreich erreicht

Nach einer umstrittenen Nachrichtensendung des ORF fordert die FPÖ die Abschaffung der österreichischen Rundfunkgebühr.

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Diese Woche besprach der österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer mit Deutschland und Italien das Transit-Problem am Brenner. Der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtete darüber in der Hauptausgabe der Nachrichtensendung «Zeit im Bild» (ZiB). Doch diese Berichterstattung sorgt jetzt für dicke Luft zwischen der rechtspopulistischen FPÖ und dem ORF.

Denn während im Bericht der deutsche Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) interviewt wurde, kam FPÖ-Amtskollege Norbert Hofer namentlich nicht einmal vor. Es war lediglich vom «zuständigen Minister» die Rede. Der Gegenkandidat bei der letzten Bundespräsidentenwahl von Alexander Van der Bellen teilte seine Meinung darüber auf Facebook und sprach sich im gleichen Atemzug gegen «Zwangsgebühren» aus.

ORF habe gesetzlichen Auftrag missachtet

Der Vorfall liess Kritik am öffentlich-rechtlichen Sender und die bereits bestehende Diskussion um eine Abschaffung der Rundfunkgebühren erneut aufflammen. «Die gestrige ZiB 1 war einmal mehr ein Beispiel für redaktionelle Ignoranz und die Missachtung des gesetzmässigen Auftrags des ORF», beanstandet FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein. Es vergehe kaum eine Woche, «in der vonseiten der ORF-Information die Berichterstattung nicht nach politischer Gefälligkeit gestaltet wird». Der neueste Fall sei ein «Meisterstück journalistischer Verschleierungsberichterstattung».

Die FPÖ fordert nun die Abschaffung der «Zwangsgebühren». Das österreichische Pendant zu Billag nennt sich «GIS» – eine Abkürzung für «Gebühren Info Service». Die Höhe des Betrags ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch. Die Österreicher können wählen, ob sie die Gebühren alle 2, 6 oder 12 Monate zahlen. Der zu zahlende Betrag fällt für zwei Monate zwischen rund 42 und 54 Euro aus. Umgerechnet zahlt man demnach im Nachbarland rund 375 Franken Rundfunkgebühren. Die Kanzlerpartei ÖVP hat sich bisher in der Diskussion zurückgehalten.

(sep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniele C am 08.02.2018 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Die Österreicher werden die Gebühr abschaffen, und die Schweizer werden danach sagen "hätten wir auch machen sollen".

  • Alpen Käse am 08.02.2018 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ja NoBillag

    Was die Schweizer wieder nicht zustande bringen, werden die Österreicher schaffen. Zwangsgebühr für Luxusfernsehen gehört überall abgeschafft! Soll jeder für das bezahlen, was er auch wirklich will...

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  • Dingo am 08.02.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zwang ist das Stichwort

    Ich bin total für eine neutrale Berichterstattung, Medienvielfalt und Unterstützung von Aufstrebenden. Aber ich bin auch total gegen den Zwang. Wer das Programm nicht konsumiert, sollte auch nicht zahlen müssen. Die Begründung man besässe ein Gerät, welches empfangen könnte, oder heutzutage hätte sowieso jeder ein Smartphone, welches empfangen könnte, ist eine faule Ausrede um mehr/besser abzukassieren. Von den Zahlungen der Unternehmen noch gar nicht angefangen. Führt eine Verschlüsselung ein, und keiner wird gezwungen zu zahlen. Einfach, fair und alle Konsumenten können selbst entscheiden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 08.02.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Passiert ihm recht!!!

    Was muss man machen, wenn die Welt gefährlich nach rechts abdriftet? Dagegen steuern!!! Also wo liegt das Problem?

  • Bünzli am 08.02.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    persönliches komplexe?

    an diesem Beispiel sieht man schön, wer ein Interesse an der Abschaffung dieser gebühren hat. es sind die rechtspopulistischen Parteien. der herr Hofer scheint komplexe zu haben, wenn er im ZiB-Beitrag nicht namentlich erwähnt wird. das ist eher ein persönliches, denn ein gesellschaftliches problem.

  • Verena König am 08.02.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Noch teurer dort drüben

    375 Schtutz pro Person für ein nach meinem Gefühl günstigeren Apparat (keine 4 Landessprachen)? Da kommen wir ja noch gut weg

    • Wir sind Kaiser am 08.02.2018 15:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Verena König

      und nicht vergessen, in Österreich hat man ein kleineres Einkommen (Schweiz= 63'660 Dollar / Österreich = 50'000)...gemessen am durchnittlichen Einkommen sind die Gebühren in Österreich somit höher!

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  • Gebührenzahler am 08.02.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    No-Billag-Gegner

    Leider haben es die Gegner von No Billag immer noch nicht begriffen, dass die Befürworter alleine gegen den ZWANG der Gebühren sind. Das hat nichts mit Anti-SRF zu tun, aber Einbildung ist eben auch eine Bildung...jeder soll konsumieren was er will, dass ist i.O. Dass aber jeder zahlen muss egal ob er will oder nicht, geht gar nicht. Leider wird es wohl so kommen, dass die Initiative scheitern wird. Offensichtlich ist doch nicht jeder Mensch in der CH ein Anhänger von Freiheit und Auswahl...

    • Ruggedman am 08.02.2018 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen und verstehen

      Besser mal den Initiativtext durchlesen und auch VERSTEHEN. Wird die Initiative angenommen, gibt es keine SRG mehr, das ist ein Fakt.

    • Walter Portmann am 08.02.2018 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich

      Wenn sie scheitert, beweist es nur drei Sachen: 1) zu viele haben nicht verstanden, worum es geht 2) zu viele (Alte) wollen einfach den Status quo beibehalten 3) zu viele stimmen nein, weil die SVP ja stimmt

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  • Myoptic Dystopia am 08.02.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Staatsfernsehen?

    Haben wir nicht Gewaltentrennung? Ursprünglich wären die Medien als 4. Macht im Staat gedacht gewesen - nicht als 5. Kolonne.