Ein Händedruck gleich zu Beginn

09. Januar 2018 02:28; Akt: 09.01.2018 07:38 Print

Olympische Spiele finden mit Nordkorea statt

Beim ersten offiziellen Treffen seit über zwei Jahren haben sich Vertreter Nord- und Südkoreas angenähert.

«Lassen Sie uns den Leuten ein wertvolles Geschenk zum neuen Jahr machen»: Die Vertreter von Nord- und Südkorea gaben sich positiv. (Video: Tamedia/AFP)
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Nordkorea will eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea entsenden. Dieser werden offizielle Regierungsvertreter, Sportler und Journalisten angehören, teilte der südkoreanische Vizeminister für Wiedervereinigung, Chun Hae Sung, am Dienstag mit und zitierte eine Stellungnahme Nordkoreas dazu. Seoul habe zudem vorgeschlagen, dass beide Länder gemeinsam bei der Eröffnungs- und Abschlusszeremonie einlaufen.

Gespräche zwischen Nord- und Südkorea

Dies ist das Ergebnis eines Treffens zwischen ranghohen Vertretern Nordkoreas und Südkoreas. Es ist das erste Mal seit über zwei Jahren, dass sich Nord- und Südkorea zu einem offiziellen Dialog getroffen haben.

Händedruck als Zeichen der Annäherung

Das Treffen in Panmunjom in der demilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern habe mit einem Eröffnungsstatement der südkoreanischen Delegation begonnen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Mit einem Händedruck machten die Delegationsleiter beider Staaten schon zu Beginn ihre Bereitschaft zur Annäherung demonstrativ deutlich. Südkoreas fünfköpfige Delegation wurde von Vereinigungsminister Cho Myung Gyon angeführt. Die Delegation aus Pyongyang sollte dessen Beauftragter für die interkoreanischen Angelegenheiten, Ri Son Gwon, leiten.

«Wertvolles Geschenk»

Gwon denke, Nordkorea sollte sich an den Gesprächen in einer ernsthaften und aufrichtigen Weise beteiligen, sagte der nordkoreanische Gesandte auf Aufnahmen aus dem Versammlungsort in Panmunjom. «Lassen Sie uns den Leuten ein wertvolles Geschenk zum neuen Jahr machen», so Gwon. Er war mit seiner Delegation über die militärische Demarkationslinie gelaufen, die Südkoreaner kamen in einem Autokonvoi.

Südkoreas Vereinigungsminister Cho äusserte die Hoffnung, dass die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang «Friedensspiele» mit «sehr kostbaren Gästen aus dem Norden» werden würden. Er hob hervor: «Die Leute haben ein starkes Bedürfnis, dass sich der Norden und Süden Richtung Frieden und Aussöhnung bewegen.»

Südkorea schlug bei den Verhandlungen auch einen bilateralen Militär-Dialog vor, um Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu reduzieren, sowie eine Wiederbegegnung von getrennt lebenden koreanischen Familien zum Feiertag des neuen Mondjahres im Februar.

Konflikt hatte sich zugespitzt

Die Wiederannährung folgt auf die Neujahrsansprache von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Darin drohte Kim zwar erneut mit Atomwaffen, erwog aber gleichzeitig eine Entsendung nordkoreanischer Athleten zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Seoul antwortete mit einem Gesprächsangebot. Seither wurde bereits ein knapp zwei Jahre abgeschalteter Kommunikationskanal zwischen beiden Seiten wieder freigeschaltet. Der Konflikt auf der seit 1953 geteilten Halbinsel hatte sich in den vergangenen Monaten zugespitzt. Nordkoreas Machthaber Kim versetzte die internationale Gemeinschaft mit Raketentests und dem bislang gewaltigsten Atomtest in Aufregung. Er verstiess damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen.

Zudem lieferte sich Kim einen verbalen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump, was vor dem Hintergrund der nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffentests international die Sorge vor einem Atomkrieg auslöste.

Sanktionen gegen Nordkorea bleiben

Es sei zu früh, zu sagen, ob das Treffen über die Olympischen Spiele hinaus Ergebnisse bringen könnte, erklärte der Berater des US-Aussenministeriums, Brian Hook. Die USA lobten jedoch den Start der Gespräche.

Die Sanktionen gegen Pyongyang werden laut Hook beibehalten, bis die USA ihr Ziel der «komplett nachweisbaren, unumkehrbaren Entnuklearisierung der Koreanischen Halbinsel» erreicht haben.

Wenig Hoffnung

Analysten gehen davon aus, dass die Spannungen nach den Olympischen Winterspielen wieder zunehmen werden, da Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm nicht aufgeben will. Im Gegenzug werden die USA ihren Druck auf das Land vermutlich nicht verringern.

Experten sehen in Kims Vorstoss zudem einen Versuch, einen Keil zwischen Seoul und dessen Verbündeten in Washington zu treiben. So könnten die internationale Isolation des Landes etwas aufgehoben und die Sanktionen gegen Pyongyang gelockert werden.

(roy/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Boro am 09.01.2018 03:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der klügere lässt nach

    Ähnlich wie damals BRD und DDR auf Dauer ist das so wie es jetzt ist keine Lösung. Hoffentlich sabotieren die Amis da nichts ...

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  • Softgeniesser am 09.01.2018 03:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Utopie?

    Das wäre das Beste und eine Riesenohrfeige für Trumpf wenn die sich annähern!

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  • Lars am 09.01.2018 02:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironisch

    Einfach Umarmen und alles ist gut !!! neuster Tränd int der Schweiz...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Didi am 09.01.2018 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Traditionsbewusst ...

    Nun das pflegten doch schon die alten Griechen so: Während der Spiele ruhten alle Waffen und wurden die Kriege auf Eis gelegt. Am Tag nach den Spielen bekämpfte man sich dann wieder. Die Koreaner lassen da nur eine Jahrtausende alte Tradition wieder aufleben ..., sobald also das olympische Feuer gelöscht ist, geht der Konflikt in die nächste Runde.

  • Enrico Caruso am 09.01.2018 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wachsam bleiben!!

    Was soll man dazu sagen?Nordkorea ausschliessen ist problematisch und zulassen genauso!

  • Franz am 09.01.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    richtig

    ddie wären ja schön Blöd !SPort ist Sport und Politik hat da nichts verloren !Putin hats Kappiert Tramp wird es auch er hat auch einen Sohn der vieleicht Sport treibt !

  • Caotina am 09.01.2018 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wiedervereinigung

    China wird den Süden übernehmen und die Amis können verreisen.

  • OhneFleisKeinReis am 09.01.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    So lange die Amis im süden bleiben wir da nichts passieren da könnt ihr noch so lange denn norden sanktionieren. Der Kim lacht weiterhin und das Volk wird weiter hungern