Dialogbereitschaft

03. Januar 2018 06:17; Akt: 03.01.2018 11:41 Print

Nordkorea will Hotline zu Südkorea einrichten

Seit 2013 ist ein wichtiger militärischer Kommunikationskanal zwischen Nord- und Südkorea getrennt. Nun soll er wieder aufgebaut werden.

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Pyongyang und Seoul haben sich auf Gespräche geeinigt: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un. (1. Januar 2017) Ein Treffen könnte am 9. Januar stattfinden: Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myoung-Gyon wendet sich an die Medien. (2. Januar 2018) Kim Jong-un drohte in seiner Neujahrsansprache mit einem Atomwaffenangriff – zeigte sich aber auch zu Gesprächen mit Südkorea bereit. (1. Januar 2018) Der Atomkonflikt spitzt sich zu: Kim Jong-un an einer Konferenz in der Hauptstadt Pyongyang. (23. Dezember 2017) Kim forderte die USA auf, Pyongyang als Atommacht anzuerkennen. Sein Aussenministerium unterstellt den USA eine «feindselige Politik»: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un. (3. September 2017) «Wir sind bereit, unsere Rolle als Vermittler anzubieten», sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard in Bern. «Es ist nun wirklich Zeit, sich an den Tisch zu setzen. Grossmächte haben eine Verantwortung.» Die EU berät über neue Sanktionen gegen Nordkorea. «Das ist auch dringend notwendig», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Die derzeitige militärische Hysterie kann nichts Gutes bringen»: Russlands Präsident Wladimir Putin, hier am Gipfeltreffen der Brics-Staaten in China. (5. September 2017) Washington werde jede Bedrohung durch Nordkorea mit einer «massiven militärischen Reaktion» beantworten: US-Verteidigungsminister James Mattis spricht vor den Medien beim Weissen Haus in Washington am 3. September 2017. Auf die Frage eines Journalisten, ob der US-Präsident nun Nordkorea angreifen wird, antwortet Donald Trump beim Verlassen einer Kirche: «Wir werden sehen.» Er hat mehrere Atomtest durchgeführt: Diktator Kim Jong-un besucht das Institut für chemisches Material der Akademie für Verteidigungswissenschaft in Nordkorea. (23. August 2017) Die Messungen der US-Erdbebenwarte USGS haben im August eine Stärke von zuerst 5,6 und später von 6,3 ergeben – ein Indiz für einen Test. Das japanische Warnsystem hat reagiert: Passanten in Südkorea sehen Nachrichten über den nordkoreanischen Raketenstart. (29. August 2017) Teile der Rakete sind östlich der japanischen Hauptinsel Hokkaido niedergegangen: Südkoreanische Nachrichten. (29. August 2017) Provoziert mit seinen Raketenstarts: Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild) Die nordkoreanische Rakete habe eine «ernsthafte» Bedrohung der Sicherheit dargestellt: Eine japanische Flugabwehrrakete. (29. August 2017) Will seine Bevölkerung schützen: Der japanische Premierminister Shinzo Abe. (29. August 2017) Nordkorea testet eine Hwasong-14-Rakete. (Archivbild) Nordkorea setzt sich immer wieder über UNO-Resolutionen hinweg, welche Tests mit ballistischen Raketen verbieten. (Archivbild)

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Süd- und Nordkorea nähern sich langsam an. Pyongyang will direkt mit Seoul kommunizieren und öffnet dazu wieder eine wichtige Kommunikationsleitung.

Im Zuge seiner Annäherung an Südkorea will Nordkorea einen grenzüberschreitenden Kommunikationskanal wieder öffnen. Die Kommunikationsleitung im Grenzort Panmunjom solle am Mittwoch wiederhergestellt werden. Das habe der staatliche Rundfunk in Nordkorea angekündigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Die beiden Länder hatten infolge zunehmender Spannungen seit 2016 nicht mehr über die Telefonleitung miteinander geredet, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Hintergrund der Ankündigung ist ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vom Montag. Südkorea hatte daraufhin am Dienstag vorgeschlagen, in der nächsten Woche ein Treffen auf hoher Ebene in Panmunjom abzuhalten. Es soll dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar und die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gehen.

Entsendung einer Delegation zum Ziel

Nach Berichten südkoreanischer Medien wurde die Radioankündigung vom Leiter der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständigen Behörde in Nordkorea, Ri Song Gwon, gemacht. «Aufgrund der Entscheidung der Führung werden wir auf ernsthafte und glaubhafte Weise den Kontakt mit Südkorea aufnehmen», wurde Ri zitiert. Ziel sei es, über die «potenzielle Entsendung einer Delegation» nach Pyeongchang zu diskutieren. Ob Nordkorea auch den Vorschlag Südkoreas für ein Treffen annehmen will, war zunächst unklar.

Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu schicken. Die beiden Länder könnten sich dazu sofort treffen, schlug er vor.

Südkorea begrüsst Angebot

Das Angebot an Südkorea verband der Diktator jedoch mit neuen Drohungen in Richtung der USA. Pyongyang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Die gesamten USA seien in Reichweite der nordkoreanischen Atomwaffen, betonte Kim. Der «Atomwaffenknopf» sei stets auf seinem Schreibtisch.

Südkorea begrüsste dennoch Kims Gesprächsangebot. Südkoreas Präsident Moon Jae In wies das Aussenministerium aber an, sich eng mit den Alliierten Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm «zur gleichen Zeit» behandelt werden könnten.

(chi/afp)