Umfrage in den USA

18. Dezember 2012 02:57; Akt: 18.12.2012 04:51 Print

50 Prozent fordern schärferes Waffengesetz50 Prozent fordern schärferes Waffengesetz

Rund die Hälfte der US-Bürger wollen nach dem Amoklauf in der Primarschule von Newtown, dass der Waffenbesitz strenger geregelt wird. Vor dem Massaker forderten nur 42 Prozent diesen Schritt.

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Die britische «Sun» berichtet am Dienstag, 18. Dezember, über den fensterlosen, bunkerähnlichen Raum, in dem Adam Lanza im Haus seiner Mutter gelebt hat. Der Täter auf einem undatierten Bild aus einem Jahrbuch der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, Connecticut. Ryan Kraft war vor rund zehn Jahren Lanzas Babysitter. Nancy Lanza hatte den damals 14- oder 15-Jährigen vor ihrem Sohn gewarnt: «Kehre ihm bloss nie den Rücken zu.» Dieses Bild von Adam Lanza wurde von den Strafverfolgungsbehörden veröffentlicht und von NBC News verbreitet. US-Präsident Barack Obama spricht am 16. Dezember 2012 an einer Gedenkfeier für die Opfer der Sandy-Hook-Schule den Trauernden sein Beileid aus. In seiner Rede zeigte er sich auch selbstkritisch: Die USA hätten ihre Kinder nicht ausreichend geschützt und das müsse sich nun ändern, erklärte Obama. Vor seiner Rede hat Obama die Angehörigen der 26 Todesopfer (ingesamt 27, Adam Lanzas Mutter eingerechnet) getroffen und lange mit ihnen gesprochen. Es herrschte eine bedrückende Stimmung im Saal, die Trauer um die 27 Opfer war allgegenwärtig. Überall versuchen sich die Menschen gegenseitig Trost zu spenden. Die US-Flagge vor der Sandy-Hook-Grundschule weht wie alle Flaggen im Land auf Halbmast. Die Einwohner von Newtown warten auf den Präsidenten. Alle wollen bei der Gedenkfeier dabei sein. Decken vom Roten Kreuz helfen gegen das nasskalte Wetter. Schon den ganzen Tag wurde in Newtown um die Opfer des Amoklaufs getrauert. Die Betroffenheit ist grenzenlos. Die Mutter des Täters, Nancy Lanza, war das erste Opfer von Adam. Sie soll eine Waffennärrin gewesen sein. Waffen waren ihr Hobby, beschrieb ein Bekannter ihre Leidenschaft für Schiesseisen. Das Bild ist zur Ikone des Dramas geworden und ist seit Freitag auf zahlreichen Zeitungs- und Onlinefronten auf der ganzen Welt erschienen. Es zeigt Jillian Soto, die per Telefon über den Tod ihrer Schwester Victoria Soto informiert wird. Die 27-jährige Victoria Soto war Lehrerin an der Sandy Hook-Grundschule. Sie hat sich heldenhaft zwischen den Täter und ihre Schüler gestellt. Sie starb im Kugelhagel. Wenige Stunden vor der Ankunft von US-Präsident Barack Obama in Newtown ist am 16.12.12 eine Kirche nach einem Drohanruf geräumt worden. Es gab eine Bedrohung durch einen Anrufer. Die katholische Kirche wurde evakuiert. Der Amokläufer Adam Lanza mit Kameraden aus dem «Techclub», einer Vereinigung technikinteressierter Schüler. Das Foto stammt aus einem Jahrbuch der Newtown Highschool. Adam Lanza ist gemäss Polizei als Todesschütze identifiziert worden. Der 20-Jährige erschoss am 14. Dezember 2012 erst seine Mutter zu Hause und danach in ihrer Schule 20 Kinder und sechs Erwachsene. Danach tötete er sich selbst. An Mahnwachen gedenken schockierte Amerikaner der mindestens 27 Opfer, wie hier am New Yorker Times Square. Die Kirche Saint Rose of Lima in Newtown kann nicht alle Teilnehmer einer Mahnwache fassen, einige Trauernde müssen draussen bleiben. In Hoboken, New Jersey, berichten Reporter von einem zweiten Tatort. In Hoboken lebt der ältere Bruder des Täters, der erst selbst als Todesschütze bezeichnet worden war. Ryan Lanza wurde von der Polizei zur Befragung abgeführt. US-Präsident Barack Obama wandte sich noch am selben Tag aus dem Weissen Haus an die Angehörigen der Opfer. Der Präsident, der selber zwei Töchter hat, musste sich immer wieder eine Träne aus dem Auge wischen, als er sagte: «Unsere Herzen sind gebrochen.» Dannel P. Malloy (r.), der Gouverneur von Connecticut, besucht den Tatort. In der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, US-Stadt Connecticut, hat am 14. Dezember 2012 ein bewaffneter Mann das Feuer auf Schüler und Lehrer eröffnet Newtown ist eine Stadt im US-Bundesstaat Connecticut. Sie liegt rund 125 Kilometer nordöstlich von New York. Die Zahl der Toten war lange Zeit unklar. In ersten Meldungen hiess es noch, ein Mensch sei ums Leben gekommen. Erst viel später wurde das eigentliche Ausmass der Katastrophe bekannt. Laut CNN wurde die Leiche des Täters auf dem Schulgelände entdeckt. Der Mann soll gegen 9.40 Uhr die Schule betreten haben - eine halbe Stunde nach Schulbeginn. In den Aufzeichnungen des Notrufs hat ein Augenzeuge berichtet, dass sich der Schütze zusammen mit Kindern in einem Schulzimmer eingeschlossen habe. Er soll mit zwei bis vier Waffen bewaffnet gewesen sein. Polizeibeamte führen die Kinder weg vom Schulgelände. Ein Polizist rennt mit zwei Frauen und einem Mädchen weg von der Schule. Die Polizei hat eine Besammlungsstelle eingerichtet, wo Eltern und Kinder zusammengeführt werden. Eine Luftaufnahme von der Sandy Hook Elementary School in Newtown. Besorgte Eltern sprechen mit Polizeibeamten. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch die Umgebung der Schule wird überwacht. Die Beamten sperren alles ab, was noch genauer untersucht werden muss- etwa dieses parkierte Auto. Die Kinder stehen unter Schock, sie warten auf ihre Eltern. Glücklich diejenigen, die ihre Kinder in die Arme schliessen können.

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Nach dem Massaker an einer Schule in den USA befürworten einer Umfrage zufolge deutlich mehr Bürger schärfere Waffengesetze. Eine am Montag veröffentlichte Erhebung von Reuters und Ipsos ergab, dass 50 Prozent der Befragten dafür plädierten, den Waffenbesitz strenger zu regeln.

In einer Umfrage kurz vor dem Massaker an der Sandy Hook Elementary School in Newtown hatten lediglich 42 Prozent einen solchen Schritt befürwortet.

US-Präsident Barack Obama hatte bereits kurz nach dem Amoklauf politische Konsequenzen angekündigt und seine Aufforderung zum Handeln am Sonntag bei einer Trauerfeier bekräftigt. Am Montag beriet Obama mit Vize-Präsident Joe Biden, Justizminister Eric Holder, Bildungsminister Arne Duncan und Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius über die nächsten Schritte.

Ein Sprecher von Obama sagte, der Präsident werde sich in den kommenden Wochen näher zu seinen Plänen äussern. Generell befürworte Obama aber ein Verbot von Sturmfeuerwaffen.

Umdenken bei Waffenlobbyisten

Das Ausmass der Tragödie von Newtown scheint auch einige bisherige Verfechter der Waffenfreiheit zum Umdenken zu bewegen: So schlossen sich die beiden ranghohen Demokraten Joe Manchin, Senator aus West Virginia, und Mark Warner, Senator aus Virginia, der wachsenden Zahl von Politikern in Washington an, die sich für schärfere Waffengesetze einsetzen wollen. Dies hatten sie bislang entschieden abgelehnt.

In der Vergangenheit hat die Waffenlobby, namentlich die National Rifle Association (NRA) eine strengere Reglementierung des Waffenbesitzes in den USA stets zu verhindern gewusst.

(sda)

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  • uwe H. am 20.12.2012 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube nichts mehr

    Was ist mit dem zweiten Täter?

  • Kurt am 18.12.2012 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt rein gar nichts.

    Waffen zu verbieten, bringt rein gar nichts. Ein Wahnsinniger wird todsicher irgendeinen Weg finden, um an die Ware zu kommen, koste es was es wolle. Und die nichtsahnende Bevölkerung steht dann hilflos da, wenn sie keine Mittel zur Selbstverteidigung vor diesem Wahnsinnigen besitzt...

  • Martin am 18.12.2012 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer!

    Jetzt kommen die ganzen Experten. "wäre nicht so leicht an halbautomatische Waffen gekommen". Nun, jede Pistole ist halbautomatisch! Man schiesst, ein Schuss, Abzug nach vorne, Waffe wieder geladen. Es bringen alle Gesetze nichts, wenn die Waffen nicht gut aufbewahrt werden. Man sieht es ja in der CH. Wer mal was mit der Justiz zu tun hatte, der merkt schnell, wie schnell "Regeln und Gesetze" in Vergessenheit geraten, wenn so bsp. der Staat sich bereichern kann!