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03. Mai 2018 15:22; Akt: 03.05.2018 15:22 Print

Der Brexit rüttelt die jungen Europäer wach

Die Mehrheit der jungen Europäer befürwortet die EU. Nur gerade 17 Prozent der Befragten denken, dass ihr politisches System funktioniert.

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Die Zustimmung der jungen Europäer zur Europäischen Union wächst, zugleich misstrauen viele den Behörden und Institutionen. In einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Umfrage der TUI-Stiftung unter 16- bis 26-Jährigen in sieben europäischen Staaten gaben 71 Prozent an, sie würden gegen einen Austritt ihres Landes aus der EU stimmen. Im Vorjahr waren dies nur 61 Prozent.

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In Deutschland würden sogar 80 Prozent im Fall eines Referendums gegen einen EU-Austritt stimmen – 2017 waren dies 69 Prozent. Die EU wird damit insgesamt positiver wahrgenommen. Allerdings vertraut nur jeder Dritte (34 Prozent) der insgesamt rund 6000 vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragten Teilnehmer Organisationen wie dem Europaparlament oder der EU-Kommission.

«Der Brexit hat wachgerüttelt»

«Die Ergebnisse der Studie zeigen: Europa erlebt ein Comeback bei jungen Menschen», erklärte der Kuratoriumsvorsitzende Thomas Ellerbeck. «Der Brexit hat wachgerüttelt.» In einer Welt, die an vielen Orten in Unruhe sei und in der nationale Abschottung statt Kooperation propagiert werde, «erhält Europa eine neue Kontur».

Als wichtigste Aufgaben für die kommenden fünf Jahre sehen die Befragten auf EU-Ebene die Bekämpfung des Terrorismus (44 Prozent), den Umwelt- und Klimaschutz (34 Prozent) sowie die Regulierung von Einwanderung (33 Prozent) an.

Fast jeder Zweite hält System für reformbedürftig

Junge Europäer äussern einen starken Wunsch nach politischer Veränderung: Nicht einmal jeder Fünfte (17 Prozent) ist der Meinung, dass das politische System im jeweiligen Land so funktioniert wie es sollte. Nahezu jeder Zweite (45 Prozent) denkt, dass das politische System reformbedürftig ist und weitere 28 Prozent glauben, dass nur radikale Veränderungen die Dinge „wieder in Ordnung bringen“ können.

Nach Angaben der TUI-Stiftung wurden vom 14. Februar bis 4. März insgesamt 6'080 junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren online befragt.

In Polen sind 23 Prozent der Jungen populistisch eingestellt

Für die deutschen Jugendlichen ist die Förderung von neuen Technologien sowie Internet und Digitalisierung von grosser Wichtigkeit. Für 21 Prozent ist das eines der wichtigsten drei Themen auf EU-Ebene und sogar für jeden Dritten (29 Prozent) auf nationaler Ebene. Das ist der höchste Wert im Vergleich der sieben befragten Länder.

In der Studie wurden auch populistische Einstellungen unter jungen Europäern ermittelt. Der Anteil reicht demnach von sieben Prozent in Deutschland bis zu 23 Prozent in Polen. Abgefragt wurden dazu Meinungen zu Aussagen wie: «Leute wie ich haben keinen Einfluss darauf, was die Regierung macht» oder «Das Volk sollte bei allen wichtigen Entscheidungen gefragt werden».

«Für populistisch eingestellte Jugendliche ist die Staatsform Demokratie vielfach ein inhaltsleerer Begriff», erklärte Marcus Spittler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, der die Studie wissenschaftlich begleitete. Bei ihnen gebe es die Vorstellung einer «illiberalen Demokratie», in der rechtsstaatliche Prinzipien wenig zählten. So können sich mehr als 35 Prozent vorstellen, die Rechte der Opposition einzuschränken.

(afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Konkey Dong am 03.05.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    EU = Sauladen

    Was für eine dämliche Umfrage. Klar finden 80% der Deutschen die EU toll. Deutschland ist die EU. Und wurden eigentlich nur EU Länder befragt? Denn ich bin relativ sicher das weniger als 80% der Schweizer Jugend der EU beitreten möchte. Klar in der Schweiz ist nicht alles perfekt aber in die EU? Nein Danke.

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  • j.w. am 03.05.2018 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Widerspruch

    Sie befürworten die EU aber sind gegen die von der EU geleiteten Behörden und das EU-System? ^^ Viele Jugendliche haben nur keine Lust auf die Austrittsstrafen, verstehen aber nicht, dass die EU-Mitgliedsstaaten mehr Geld verbraten als bei einem Austritt.

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  • Peter Graber am 03.05.2018 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Fake News!

    Das Kann und darf nicht sein.. Da fällt mein ganzes Kartenhaus zusammen wie ich mir die EU als Schweizer vorstelle und in den Komentarlisten lese.. :-) Lol

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Die neusten Leser-Kommentare

  • EMM am 05.05.2018 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    ((Die Mehrheit der jungen Europäer befürwortet die EU)) Hmmm, hiess es damals nicht, dass die Mehrheit der Briten den Brexit ablehnen? Dann hiess es, das es Desinformation gab im bezug auf Brexit, wo dann doch wiederum die Mehrheit den Brexit abgelehnt hätte etc. Jetzt heisst es, die Mehrheit der Jungen befürworten den EU. Was soll man noch alles Glauben was die Mehrheit will, wenn man nicht die Quellen prüft.

  • heino am 05.05.2018 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gabs für richtige antworten reisegutscheine?

    mich nähme wunder wo die leute befragt worden sind. denn die, die ich kenne sagen alle was ganz anderes. da wären alle froh würden man den sauladen auflösen.

  • Di Dago am 05.05.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die 17 bis 30 Jährigen

    Wissen gar nucht wie es vorher war. Es war besser! Die grosse Zahl der Leute in der EU leben von der Hand in den Mund. Aber das ständige Mantra der Presse " es ging uns noch nie so gut" verfängt

    • Bonaparte am 05.05.2018 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Di Dago

      Ach so. Wann und wo war dieses 'früher' denn genau?

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  • Nervensäge am 05.05.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In der Schule

    Lehrnt man ja auch nur das was man vorgesetzt bekommt. Hier gibt es ja sogar noch Schulen die ein Morgengebet abhalten. Die haben auch ganz sicher eine total andere Einstellung.

  • René am 05.05.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung als junger Bürger

    Es geht nicht um Abschottung sondern um eine Konzentration auf die eigenen Wirkungsmöglichkeiten anstatt endlosem hypothetischen Palaber in der EU oder über Weltverbesserungen. Niemand schottet sich ab indem er sich auf seine Angelegenheiten konzentriert, denn räumt man nicht zuerst bei sich selber auf, wird gar nichts getan.