Historischer Besuch

19. November 2012 11:18; Akt: 19.11.2012 14:04 Print

Obama wirbt in Burma für Demokratie

Barack Obama hat als erster US-Präsident Burma besucht. In Gesprächen mit dem Präsidenten Thein Sein und der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi lobte er den Reformkurs des Landes.

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US-Präsident Barack Obama hat bei seinem historischen Besuch in Burma dem Land weitere Unterstützung auf seinem Reformweg zugesichert. Bei einer Rede an der Universität von Rangun würdigte er am Montag den Wandel des Landes, mahnte zugleich aber weitere Anstrengungen an.

Zuvor traf Obama in der früheren Hauptstadt mit Staatschef Thein Sein sowie der jahrelang unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammen.

Der US-Präsident traf bei seinem sechsstündigen Besuch - dem ersten eines amerikanischen Präsidenten in dem südostasiatischen Land - auch mit einigen erst vor kurzem freigelassenen politischen Gefangenen zusammen. Er forderte die Freilassung all jener, die aus Gewissensgründen eingesperrt sind, sowie volle Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Im Gespräch mit Präsident Thein Sein lobte Obama die eingeleitete demokratische Öffnung. «Während der vergangenen eineinhalb Jahre hat ein dramatischer Übergang begonnen, da eine Diktatur von fünf Jahrzehnten ihren Griff gelockert hat», sagte Obama an der Universität von Rangun. Er warnte gleichzeitig: «Es sind erst die ersten Schritte auf einem langen Weg.»

Neues Kapitel

«Unser Ziel ist es, der Demokratisierung weitere Schwungkraft zu geben», sagte der jüngst wiedergewählte US-Präsident nach der Begegnung mit Oppositionsführerin Suu Kyi, die er eine «Ikone der Demokratie» nannte. «Heute schlagen wir im Verhältnis der USA zu Burma ein neues Kapitel auf.»

Nach dem Gespräch warnte Suu Kyi davor, die Reformen schon jetzt als Erfolg zu werten. «Der schwierigste Moment eines Übergangs ist, wenn der Erfolg in Sicht ist. Wir müssen sehr aufpassen, uns nicht durch den Anschein des Erfolgs täuschen zu lassen.»

Das Gespräch fand im Haus Suu Kyis statt, in dem diese 15 Jahre unter Hausarrest verbracht hatte. Begleitet wurde Obama dabei von der US-Aussenministerin Hillary Clinton.

Obama benutzte am Montag den offiziellen Namen von Burma: «Myanmar». Als er den Besuch am Vorabend gegen Kritiker verteidigte, hatte er noch das von der einstigen Junta und auch der jetzigen Regierung verpönte englische «Burma» benutzt.

Obama begeistert empfangen

Auf dem Weg vom Flughafen nach Rangun wurde Obama von zehntausenden Menschen begeistert empfangen. Die Menschen schwenkten die Flaggen der beiden Länder, einige riefen «Amerika», andere hielten Plakate mit den Aufschriften «Willkommen, Obama» und «Legende, Held unserer Welt» hoch. In Rangun besuchte Obama die Shwedagon Pagode, die das spirituelle Zentrum des Buddhismus in Burma ist.

Mit dem Besuch würdigte Obama die Reformen des früheren Generals Thein Sein, der seit März 2011 an der Spitze einer formal zivilen Regierung steht. Der Präsident hat das jahrzehntelang von einer Militärjunta beherrschte Land auf einen Kurs der Öffnung geführt, trifft dabei aber auch auf Widerstand innerhalb des Militärs.

Gefangene freigelassen

Anlässlich von Obamas Besuch wurden mehr als 52 Häftlinge freigelassen, von denen die meisten aus politischen Gründen inhaftiert waren. Schätzungen der Opposition zufolge sassen bislang noch mindestens 200 Dissidenten in Haft. Zu Beginn des Reformprozesses waren es noch 2000.

Der US-Präsident kam auch auf die ethnisch-religiösen Unruhen im westlichen Bundesstaat Rakhine zu sprechen. Es gebe «keine Entschuldigung für Gewalt gegen unschuldige Menschen», sagte er.

Obama reiste noch am Dienstag nach Kambodscha weiter. Er wollte dort am Gipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN teilnehmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • heiri basler am 19.11.2012 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    an Ami-Bashers und "Wäffeler"

    Die Wahl Obama's wurde in den ASEAN-Ländern mit Freude zur Kenntnis genommen. Er ist dort beliebt und bereist auch noch andere Länder dieses Paktes. Eine Bemerkung an alle USA-Kritiker: Das Land in diesem Artikel heisst Myanmar und wird v.a. von den Amis "Burma" genannt! und: Ja, der Besuch eines amerikanischen Präsidenten wird dort gerne gesehen. Es gibt dort nicht nur ewige Nörgelereien, wie es in der Schweiz oft der Fall ist, wo jedem für alles böse Absicht unterstellt wird.

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  • Pragmatiker am 19.11.2012 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Und die US Wirtschaft?

    Obama sollte lieber für das eigene Land etwas tun und die Wirtschaft endlich in den Schwung bringen, statt sinnlos herumzureisen. Vier Jahre sind schneller vorbei als man meint und dann folgt die Quittung.

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  • Etienne Rainer am 19.11.2012 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skepsis erwünscht

    Man kann nur hoffen,dass durch den Besuch von Obama und somit die Augen der Weltöffentlichkeit weiterhin kritisch nach Burma schauen. Nach Jahrzehnten militärischer Diktatur und Unterdrückung Andersdenkender, vergessen wie nicht die blutige Niederschlagung protestierender Mönche und der jahrelangen Isolation von Aung San Suu, ist der Reform Prozess noch in weiter Ferne! Bleibt zu hoffen, dass man dem amerikanischen Präsidenten nicht nur Honig um den Mund streicht, um Geld zu generieren, sondern einen demokratischen Wandel auch wirklich zulässt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Shifty am 19.11.2012 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie?

    Ich weis nicht sollte Aung San Suu Kyi den Amis nicht etwas Beziehungsweise alles über Demokratie beibringen??? Von wegen Lobbyismus und so!?!

  • E. Horner am 19.11.2012 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Anbiederung

    Auf dem Bild No. 1 ist Obama ein bisschen zu vertraulich zur First Lady Sianmars. Ihre Mimik zeigt das auch. Das Küsschen auf Bild 2 ist für das erste Zusammentreffen auch nicht angesagt. Höchstens beim Abschied nach längerem positiven Gespräch. Asiaten sind bezüglich des ersten Treffens nicht wie Europäer zu behandeln. Auch senn Suu Ky in England gelebt, und einen Engländer geheiratet hatte.

    • Urs Begert am 19.11.2012 22:20 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      In Burma, Thailand.. usw. küsst man sich nicht in der Öffentlichkeit. Man begrüsst sich stets mit einem sogen. ¨Wai¨.

    • Aung Thura am 21.11.2012 01:00 Report Diesen Beitrag melden

      Begrüssung

      Der Wai ist Teil der thailändischen Kultur und wird in Myanmar nicht verwendet

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  • heiri basler am 19.11.2012 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    an Ami-Bashers und "Wäffeler"

    Die Wahl Obama's wurde in den ASEAN-Ländern mit Freude zur Kenntnis genommen. Er ist dort beliebt und bereist auch noch andere Länder dieses Paktes. Eine Bemerkung an alle USA-Kritiker: Das Land in diesem Artikel heisst Myanmar und wird v.a. von den Amis "Burma" genannt! und: Ja, der Besuch eines amerikanischen Präsidenten wird dort gerne gesehen. Es gibt dort nicht nur ewige Nörgelereien, wie es in der Schweiz oft der Fall ist, wo jedem für alles böse Absicht unterstellt wird.

    • Denise La Croix am 19.11.2012 22:23 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig,,,

      ,,,weil sie auch lieber nochmals denselben Präsidenten haben wollten als Mitt Romney, welchem man einfach nicht traute.

    • tobi am 20.11.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

      @heiri

      obama ist nur dort wegen den rohstoffen.

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  • Hans Muster am 19.11.2012 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    USA? Demokratie?

    Heisst das jetzt, dass die USA dieses Jahr noch in Burma einmarschieren? Vlt erst 2014, wenn die Truppen aus dem Irak raus gehen -> nächster Halt: Burma (irgendwo muss man sie ja unterbringen) ... oder habe ich etwas in dem Zusammenhang falsch verstanden?

    • dill dabb am 19.11.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      ohne worte ...

      ja, alles !

    • Danny am 19.11.2012 14:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Hans Muster

      Ja, Hans. Du hast es falsch verstanden! Weil Du es falsch verstehen willst.

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  • Jenny Felber am 19.11.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht anderes zu tun

    Hat er nicht anderes zu tun als zu missionieren? xLeute haben in New York kein Haus keine Heizung! Ist wirklich empörend so eine Haltung. Aber eben.. er wurde ja wieder gewählt und nichts hat er begriffen, gar nichts. Armes Amerika

    • O.l. am 19.11.2012 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      Yes he can!

      So wie es scheint haben Sie überhaupt nichts begriffen. Aber Sie müssen auch nichts begreifen, Sie sind zum Glück nicht eine Einflussreiche Person.

    • Danny am 19.11.2012 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Jenny Felber

      Soll Obama jetzt auch noch Heizungen reparieren und Häuser bauen?

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