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30. November 2012 01:33; Akt: 30.11.2012 14:56 Print

Palästinenser feiern das UNO-Votum

Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen tanzten auf den Strassen, sangen patriotische Lieder, schwenkten Fahnen und zündeten Feuerwerke.

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«Ich kann unsere Gefühle kaum in Worte fassen. Alles, was ich jetzt sagen kann, ist, dass ich so stolz bin, Palästinenser zu sein», meinte Mohamed Humaid, ein Bewohner des Gazastreifens. «Heute haben wir den Beobachterstatus erlangt und bald werden wir ein Vollmitglied sein», freute sich der 27-Jährige.

Obwohl im Gazastreifen die radikal-islamische Hamas regiert, waren viele gelbe Fahnen der 2007 von den Islamisten in einem blutigen Konflikt vertriebenen Fatah zu sehen. Und die Menschen liessen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hochleben und priesen ihn als «Helden».

Die grösste Kundgebung gab es in Ramallah. Im politischen und wirtschaftlichen Zentrum des Westjordanlandes hatten etwa 3000 Menschen die kämpferische UNO-Rede von Abbas unter grossem Beifall auf einer Leinwand verfolgt. Ein Riesenposter zeigte den 2004 gestorbenen früheren Palästinenserführer Jassir Arafat.

Zugang zu internationalen Gerichten

«Wir erleben einen historischen Tag, die Geburt des Staates Palästina», sagte Suha Awadallah in Ramallah. Nun könne man Israel wegen Verbrechen an Palästinensern im Gazastreifen vor internationale Gerichte ziehen, sagte Mohammed Issa, ebenfalls in Ramallah. «Das ist wichtig für uns.»

Bei der Anerkennung als Beobachterstaat handelt es sich zwar nicht um die bei der Vollversammlung vor einem Jahr noch angestrebte Vollmitgliedschaft. Doch der Status gilt als wichtiges Instrument in der politischen Auseinandersetzung: Die Palästinenser können internationalen Verträgen beitreten und so beispielsweise den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anrufen.

Die Schweizt stimmte bei der Abstimmung wie angekündigt für den Antrag, zusammen mit 137 weiteren Staaten. Die USA, Israel und sieben weitere votierten dagegen. 41 Länder enthielten sich der Stimme, neben Deutschland auch Grossbritannien. Drei Staaten blieben der Abstimmung fern.

«Feindselig und giftig»

US-Aussenministerin Hillary Clinton sprach von einem «unglücklichen und kontraproduktiven» Schritt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Rede von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas vor der UNO als «feindselig und giftig». Das seien nicht die Worte eines Mannes, der sich um Frieden bemühe. Die Entscheidung habe keine Bedeutung, sie ändere nichts am Status quo.

Die Botschafterin der USA bei der UNO, Susan Rice, rief zur sofortigen Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen auf.

Die Rede von Abbas vor der UNO:

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • s.rj am 30.11.2012 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frieden für alle

    Palästina war ein eigener Staat, jedoch bis die Juden nach dem Weltkrieg nach Jerusalem flüchteten, verjagten sie sie aus ihrem eigenem Land. Kein Mensch hat es verdient so behandelt zu werden. Nach meiner Meininung wird es auch mal Zeit dies einzusehen und den Palästinensern ihre Rechte und den Zugang zu den internationalen Gerichten freizuschaffen. Die Welt schlief jahrelang und ist jetzt erwacht. Nun handelt sie, nach zahlreichen Toten.

    • martin am 30.11.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      du hast recht

      was können die palästinenser überhaupt für die verbrechen der europäer während dem 2. WK??

    einklappen einklappen
  • Oktay am 30.11.2012 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht tolerieren

    Hoffen wir das wir bald das Ziel sind, Dann hören wir wieder von den Naiven: Warum die neutrale Schweiz?

  • Habib Ameur am 30.11.2012 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage lautet..

    Jeder kann sich seine Meinung selber bilden: Hier kämpfen die Palästinenser um ihr Recht und Anerkennung in der Weltgemeinschaft. Dagegen versuchen Israel und die USA mit allen Mittel dies zu verhindern, obwohl sie genau wissen, dass mit diesem Aufwertungsstatus die jetzige Situation bei den Palästinenser sich nicht ändern wird. Also die Frage lautet: Warum sind vor allem diese beiden Staaten so massiv gegen diese Aufwertung? Antwort liegt auf der Hand. Aus dem einzigem Grund, weil sie befürchten, dass die Palästinenser in Zukunft Israel wegen Besatzung, Apartheid, Vertreibung und Völkerrechtsverletzungen beim Internationalen Strafgerichtshof verklagen könnten. Frage: Hat Israel ein gutes Gewissen, dann braucht sie sich deswegen nicht zu befürchten, oder hat sie doch was zu verbergen und zu vertuschen?

  • Tovaris2805 am 30.11.2012 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Beide Seiten gefährlich

    Von beiden Seiten geht grosse Gefahr aus. Die radikalen Islamisten, die von dicht besiedeltem Gebiet Raketen auf Israel abfäuern und sich in Israel in die Luft Sprengen. Und die Israelis, die bei ihren Militäropperationen immer wieder Zivile Opfer in Kauf nehmen. Eine 2-Staatenlösung ist unrealistisch. Eine weitgehende Autonomie für Gaza und Westjordanland wäre denkbar, wenn die Hamas Israel anerkennt und bereit ist die Waffen abzugeben und den Terrorismus zu beenden.

    • butt spencer am 30.11.2012 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      waffen abgeben

      die waffen abgeben, ja klar und villeicht noch auf die knie gehen und israael anbeten.. ich bitte sie warum muss eine partei der anderen seine möglichkeit auf schutz und abwehr abgeben... israel fordert einfach immer das palästina ungeschützt bleibt und sich nicht wehren kann... ich bin auch gegen terror im allgemeinen aber was israel macht, gemacht hat und warscheinlich noch machen wird ist unmenschlich

    einklappen einklappen
  • Mike Müller am 30.11.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hamas Reminder:

    Our Goal is Israels Destruction Es ist sehr interessant, dass sich die Schweiz als neutrales Land hergibt, jedoch in Wirklichkeit gar nicht neutral ist, sonst hätten Sie sich der Stimme enthalten, sowie DE und GB.