Budapest

17. Dezember 2017 22:57; Akt: 17.12.2017 23:08 Print

Panzer beschützen die Weihnachtsmärkte

Obschon das Terrorrisiko in Ungarn als ausgesprochen niedrig gilt, bewachen in Budapest Radpanzer die Weihnachtmärkte. «Orbans idiotisierende Propaganda in voller Pracht», meint ein Kritiker.

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Soll Marktbesucher ein Gefühl von Sicherheit vermitteln: Ein Panzer der Anti-Terroreinheit steht vor einem Weihnachtsmarkt in Budapest. (17. Dezember 2017) (Bild: Keystone/Zoltan Mathe)

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Radpanzer der ungarischen Anti-Terror-Einheit TEK sind am Sonntag in Budapest aufgefahren, um die Weihnachtsmärkte der Hauptstadt gegen Anschläge zu sichern.

Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder der schwer bewaffneten Schützenpanzer vom russischen Typ BTR-80 auf dem Vörösmarty-Platz und nahe der Basilika im Zentrum der ungarischen Hauptstadt. «Ziel der Massnahme ist die Demonstration von Stärke, womit auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung auf dem gegenwärtigen Stand erhalten werden soll», zitierte der Bericht das Innenministerium.

Ein Reporter des staatlichen Fernsehens erwähnte, dass Touristen Selfies vor den martialischen Kriegsgeräten anfertigten. Er erklärte dies damit, dass der Anblick von Panzerfahrzeugen mitten in der Grossstadt selbst für ausländische Besucher «ungewohnt» sei.

Das Terrorrisiko gilt in Ungarn als ausgesprochen niedrig. Das Land hat praktisch keine Zuwanderer mit möglichem islamistischen Hintergrund, gegen Asylsuchende schottet es sich ab.

Oppositionelle kritisierten den vorweihnachtlichen Panzereinsatz als unnötige Machtdemonstration des rechts-nationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban. «Orbans idiotisierende Propaganda in ihrer vollen Pracht», twitterte der bekannte Journalist Janos Szeky. «Belustigte Touristen machen Selfies.»

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mamabär am 18.12.2017 06:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lehre aus dem Fall Berlin

    lieber so, als Amri jahrelang "beobachten und abhören". Und dann Dutzende Menschen töten und verletzen lassen, wie in Berlin. Betonklötze sind nicht sicher. Also Panzer! Danke Herr Orbán. Wenigstens bleibt er nicht untätig - wie viele andere Regierungschefs.

  • Donald Duck am 18.12.2017 04:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsgefühl

    Irgendwie surrealistisch an Weihnachten aber auch in Ungarn ist das Risiko vorhanden. Somit verstehe ich die Regierung. Kritik kommt komischerweise immer von links. Was macht Bruxelles?

  • DarkMoney am 18.12.2017 00:46 Report Diesen Beitrag melden

    Betonklotz vs. Technik

    Ein wenig, präventives(?), Zähnefletschen schadet sicher nicht in den heutigen Zeiten... kann ja auch einfach als "eindeutige Botschaft nach Aussen" verstanden werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Amo am 18.12.2017 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Tja wer heut muss sich dan aus Angst auch schützen. Aber friedliech zusammen leben ist niemnd interessiert

  • Doktor Sommer am 18.12.2017 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tannenbaum, der Zukunft

    Ich kann Ihnen versichern, die Tannenbäume sehen dieses Jahr etwas getarnter aus.

  • MadChengi am 18.12.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gesichtserkennung

    Das wäre doch was für die Iris-Scan-Kameras, den ganzen Markt abdecken, wie in China!

  • Max Müller am 18.12.2017 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind unsere Panzer?

    Es gibt Länder, die Schützen ihre Bürger und es gibt die Schweiz.

  • Patriot CH am 18.12.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beweis erbracht.

    Da hat man den Beweis! Die Rechten wollen unbedingt die Grenze schliessen. Nun ja, Ungarn HAT die Grenzen seit Jahren geschlossen und eine strikt rechte Politik...Ergebnis: die brauchen Panzer, um überhaupt einen Weihnachtsmarkt durchführen zu können - während es in der Schweiz trotz offener Grenzen tausende Weihnachtsmärkte gibt. Das mit "Grenze schliessen und alles ist im Butter" wie die SVP behauptet, funktioniert wohl doch nicht so einfach. Aber so ist das mit Scheinlösungen halt...