Grossbritannien

08. Januar 2018 15:06; Akt: 08.01.2018 16:28 Print

Parlamentarier rufen 160 Porno-Sites pro Tag auf

Im britischen Parlament gab es in nur wenigen Monaten über 24'000 Versuche, auf Porno-Sites zuzugreifen. Jetzt will Premierministerin May im Kabinett aufräumen.

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Zwischen Juni und Oktober vergangenen Jahres hat es im britischen Parlament 24'473 Versuche gegeben, auf Porno-Sites zuzugreifen. Laut einem Bericht der die britische Nachrichtenagentur Press Association (PA) sollen auf Computern und elektronischen Geräten von Abgeordneten und Mitarbeitern des Parlaments alle neun Minuten Websites mit pornografischem Material aufgerufen worden sein.

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Die offizielle Statistik wird wenige Wochen nach dem Rücktritt von Kabinettsminister Damian Green bekannt. Green hatte kurz vor Weihnachten nach Belästigungsvorwürfen und Berichten über Pornografie auf seinem Dienstrechner seinen Hut nehmen müssen.

Ein Parlamentssprecher betonte, dass es sich bei den Versuchen, Porno-Sites aufzurufen, nicht um Zugriffe, sondern lediglich um unbeabsichtigte Aufrufe handle. Die meisten von ihnen seien ohnehin vom internen Netzwerk blockiert worden. Die Statistik zeigt zudem, dass es in den letzten zwei Jahren einen starken Rückgang an Aufrufen gab. So filterte das System «nur» 113'208 Versuche im Jahr 2016 heraus, während es im Jahr zuvor 213'020 gewesen waren.

May kündigt Kabinettsumbildung an

Die britische Premierministerin Theresa May nimmt den Rücktritt Greens nun zum Anlass, ihr Kabinett weitgehend umzubilden. In einem BBC-Interview am Sonntag sagte May, sie werde «Änderungen vornehmen». Als Kandidat für die Nachfolge Greens gilt Gesundheitsminister Jeremy Hunt. Am Montag ernannte sie den stellvertretenden Einwanderungsminister Brandon Lewis zum neuen Vorsitzenden ihrer Konservativen Partei. Er ist damit Nachfolger von Patrick McLoughlin. Lewis bekleidet zudem wie zuvor schon McLoughlin das Amt eines Ministers ohne Geschäftsbereich. Die prominentesten Figuren in Mays Kabinett haben wohl nichts zu befürchten. Das berichten zumindest britische Medien unter Berufung auf Regierungskreise.

Demnach bleiben Aussenminister Boris Johnson, Finanzminister Philip Hammond, Innenministerin Amber Rudd und Brexit-Minister David Davis auf ihren Posten. Zuletzt war vor allem über die Zukunft Johnsons und Hammonds spekuliert worden. Als Wackelkandidaten gelten Wirtschaftsminister Greg Clark, Bildungsministerin Justine Greening und Andrea Leadsom, die als Fraktionssprecherin an Kabinettssitzungen teilnimmt.

(kle/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • el Comodore am 08.01.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schenkelklopfer

    Da bekommt der Begriff "harter Arbeitstag" eine ganz neue Bedeutung.

  • Thomas H. am 08.01.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut plausibel

    Unbeabsichtigte Aufrufe, natürlich. Wie oft wollte ich schon meine Emails öffnen und bin stattdessen versehentlich auf Pornhub gelandet. Letztlich wundern sich über solche Statistiken aber ohnehin höchstens Frauen.

    einklappen einklappen
  • Tina am 08.01.2018 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hihi

    Das wird hier noch viel mehr sein :D.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stable Genius am 09.01.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Dumm?

    Schockierend finde ich ja nicht, dass die Herren und Damen sich gerne etwas Ablenkung verschaffen möchten, sondern eher, dass sie es offenbar auch nach zehntausenden Versuchen noch nicht kapieren, dass diese Seiten dort blockiert sind.

  • hucki am 09.01.2018 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch positiv

    aus Erfahrung weiss man, bei der Lösung eines Problems ist die bestmögliche Lösungsvariante wenn die Politik nichts macht, alles andere ist schlimmer.

  • PS;L am 09.01.2018 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Naja Politik halt

    Ich frage mich wieso die sich nicht um Ihr Probleme kümmern... Die haben ernste und zwar nicht wenige - mit sowas seine Zeit zu verschwenden grenzt bereits an ...

  • hucki am 08.01.2018 23:35 Report Diesen Beitrag melden

    andere Länder

    andere Sitten, bei uns gehen die Parlamentarier gemeinsam aufs WC, siehe SP-Fraktion.

  • hucki am 08.01.2018 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch positiv

    aus Erfahrung weiss man, bei jedem beliebigen Problem sind die Resultate am besten, wenn die Politiker nichts tun.Sonst wird alles noch schlimmer.