Höppe-Bölle

25. Februar 2013 12:50; Akt: 26.02.2013 10:33 Print

Pferdefleisch in Fleischbällchen von Ikea

In aus Schweden importierten Fleischbällchen wurde statt Rind und Schwein Pferdefleisch entdeckt - tschechische Ikea-Filialen riefen deswegen 760 Kilogramm der Kötbullar zurück.

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Wiehr, nicht Muh: Statt Rind und Schwein fand das tschechische Veterinäramt in den Ikea-Hackbällchen Pferdefleisch. (Video: Reuters) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Verdacht auf Pferdefleisch: Ikea hat den Verkauf der beliebten «Köttbullar» in mehreren europäischen Ländern gestoppt. In Deutschland sind die Hackbällchen noch in den Regalen zu finden.

Stockholm/Der Pferdefleisch-Skandal erfasst Ikea: Der Möbelkonzern hat am Montag den Verkauf seiner Fleischbällchen in mehreren europäischen Ländern gestoppt, nachdem in Tschechien Pferdefleisch in der Ware gefunden wurde. In Deutschland werden die Ikea-Köttbullar zunächst weiter angeboten.

Entdeckt wurde das Pferdefleisch in einer aus Schweden importierten Lieferung der Fleischklösse, wie die staatliche Veterinärbehörde in Prag mitteilte. Es geht um Ein-Kilo-Packungen mit den gefrorenen Fleischklopsen, die als Rind und Schwein ausgezeichnet waren.

Verkaufsstopp nicht weltweit

Nach Angaben von Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson wurde der Verkauf der Fleischbällchen aus der entsprechenden Lieferung inzwischen auch in folgenden Ländern gestoppt: Grossbritannien, Frankreich, Portugal, Niederlande, Spanien, Italien, Griechenland, Belgien, Irland, Slowakei, Ungarn und Zypern. Andere Lieferungen seien nicht betroffen, hiess es. Eine weltweite Ausweitung des Verkaufsstopps sei daher nicht nötig, sagte sie.

Auf seiner Facebook-Seite teilte Ikea aber mit, es würden in Schweden keinerlei Fleischbällchen mehr in Ikea-Läden und -Restaurants verkauft. Dies geschehe nur, weil sich Kunden Sorgen machen könnten. Magnusson sagte, Ikea plane nun interne Kontrollen der betroffenen Lieferung, um die tschechischen Testergebnisse zu prüfen. «Aber natürlich nehmen wir die Tests der tschechischen Behörden sehr ernst», sagte sie. In frühere eigenen Kontrollen sei jedoch kein Pferdefleisch nachgewiesen worden.

Lieferant der Fleischbälle ist nach Angaben von Magnusson Gunnar Dafgard AB, ein Familienbetrieb für Tiefkühlkost im Südwesten Schwedens. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Pferdefleischskandal noch nicht fertig

Beim EU-Agrarministertreffen hat sich unterdessen Deutschland für striktere Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung stark gemacht. Um das Vertrauen der Verbraucher nach dem Pferdefleischskandal zurückzugewinnen, müsse künftig der Ursprung der Zutaten verpflichtend angegeben werden, sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner am Montag in Brüssel.

Österreich unterstützt die deutsche Linie. Länder wie Irland halten dagegen die bestehenden Vorschriften für ausreichend. Sie setzen auf eine strengere Überwachung in ganz Europa, um Etikettenschwindel auszuschliessen.

Seit Wochen zieht der Pferdefleischskandal immer weitere Kreise. In zahlreichen europäischen Ländern sind Fertigprodukte aufgetaucht, die statt des angegebenen Rindfleisches Pferdefleisch enthalten.

Tschechien meldete am Montag auch den Fund von Pferdefleisch in aus Polen importierten Burgern, die eigentlich aus Rind bestehen sollten. Vergangene Woche war das falsch etikettierte Fleisch bereits in Bolognese-Lasagne der Firma Tavola S.A. Comigel der Einzelhandelskette Tesco in Tschechien nachgewiesen worden.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonietta/Tumminello am 26.02.2013 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Pferdemarkt in Polen

    Jährlich findet in Skaryszew in Polen der größte und grausamste Pferdemarkt Europas statt. Ca 2.000 Pferde werden dort regelrecht verscherbelt, danach quer durch Europa nach Italien, Frankreich und andere Länder gekarrt, wo sie auf der Schlachtbank landen. Furchtbare Bedingungen herrschen auf dem Markt und bei den Transporten: Unvorstellbar! Blutlachen auf dem Boden, Tiere stehen mit offenen Brüchen im Schlamm, kein Tierarzt vor Ort, keine Kennzeichnung der Tiere, rein gar nichts. Nur das Schreien und Wiehern der Pferde und die blanke Angst in ihren Augen.

  • S. Müller am 25.02.2013 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir da selber Schuld?

    Da kann sich doch so mancher an der eigenen Nase nehmen. Die meisten wollen ja gar nicht mehr für gutes Fleisch bezahlen. Man springt ins nahe Ausland, oder kauft bei Billiganbietern ein. Meint Ihr eigentlich da kann alles stimmen(Tierhaltung, Löhne der Mitarbeiter, Hygiene, Fachgemässe Handhabung) für ein paar wenige Franken. Dann träumt weiter, willkommen in der Realität.

    • Irene am 25.02.2013 20:42 Report Diesen Beitrag melden

      Qualität hat eben seinen Preis

      Ganz nach dem Motto «De Foifer und s Weggli haa»

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  • giovanni bernasconi am 25.02.2013 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal mehr, Skandal weniger?

    Kebab ist nicht Halal! Wieso sind die Mosleme Ueberrascht? Sie muessen das Gleiche wie es die Juden fuer das Koscher-Fleisch tun: Alles genau selber kontrollieren. Natuerlich wuerde dann auch das Halal verboten (Anti-Semitisches Gesetz geht ja ins 19. Jahrhundert zuerueck aber die Gesinnung ist geblieben).

  • Sky Captain am 25.02.2013 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pferdefleisch im Gripen?

    Ich denke nun sollte Ueli Maurer aber schnell abklären ob es im IKA Flugzeug Gripen nicht auch Pferdefleisch hat.

  • Tamara am 25.02.2013 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Sowas von Egal

    Ich kann zu diesem "Skandal" nur eines sagen: Na und, ist doch sowas von egal. Solange kein Gammelfleisch ist das doch sowas von egal. Pferdefleisch ist sogar Qualitaiv besser als Rind und besser im geschmack ist es allemal. Also noch so gerne Pferdefleisch im Essen.

    • Online am 26.02.2013 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht unbedingt

      Aber wenn du siehst wie die armen Tiere gehalten werden, vergeht dir der Appetit.

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