Reeva Steenkamp

16. Februar 2013 20:43; Akt: 16.02.2013 22:00 Print

Südafrikanisches TV zeigt Pistorius' tote FreundinSüdafrikanisches TV zeigt Pistorius' tote Freundin

Ein Fernsehsender hat eine Reality-Show mit der getöteten Reeva Steenkamp erneut ausgestrahlt - nur zwei Tage nach ihrem gewaltsamen Tod.

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Zwei Tage nach der Tötung der Freundin von Sprintstar Oscar Pistorius hat das südafrikanische Fernsehen eine aufgezeichnete Reality-Show mit dem ehemaligen Model gezeigt. Der Sender SABC hatte mitgeteilt, die Familie der getöteten Reeva Steenkamp wünsche sich die Ausstrahlung der Sendung «Tropika Island of Treasure», in der die junge Frau zu sehen ist. Sie wollten Steenkamp so in Erinnerung behalten, sagte die zuständige Redakteurin Samantha Moon der Nachrichtenagentur AP.

Sharon Steenkamp, eine Cousine des Models, sagte Reeva Steenkamp sei «stolz gewesen, in der Show mitgewirkt zu haben.» In ihrer letzten Unterhaltung habe sie ihre Familie gebeten, sich das Programm anzusehen. Die Sendung zeigte Steenkamp lachend auf Jamaica, wo die Reality-Show im vergangenen Jahr aufgezeichnet wurde.

Steenkamp war in der Nacht zum Donnerstag in Pistorius' Haus in einem besonders gesicherten Wohnkomplex in Pretoria mit mehreren Schüssen getötet worden. Der beinambutierte Läufer wurde deshalb wegen Mordes angeklagt. Er bestreitet den Mordvorwurf jedoch. Die Verhandlung über eine mögliche Freilassung auf Kaution soll am kommenden Dienstag geführt werden. Bis dahin soll Pistorius in Polizeigewahrsam bleiben.

Mit diesem Trailer warb der TV-Sender für die Sendung. (Video: Youtube/SABC)

Selbstmordgefahr

Oscar Pistorius wird einem Fernsehbericht zufolge wegen Suizidgefahr in seiner Polizeizelle rund um die Uhr beobachtet. Dies berichtete der südafrikanische Fernsehsender ENCA am Samstag. Pistorius wirkte beim ersten, etwa 40 Minuten langen Hafttermin vor Gericht am Freitag in Pretoria niedergeschlagen. Der Anwalt von Pistorius sprach von einem «extrem traumatisierten Geisteszustand» seines Mandanten.

Pistorius brach vor Gericht in Tränen aus. (Video: Youtube/BBC)

Zu Ehren von Reeva Steenkamp soll am Dienstag ein Gedenkgottesdienst in Port Elizabeth stattfinden. Sie werde später in Anwesenheit der Familie begraben. «Ich glaube nicht, dass die Familie rasch darüber hinwegkommen wird», sagte Mike Steenkamp, ein Onkel der Getöteten. «Es wird sehr, sehr lange dauern.» Die 29-Jährige war Juristin, die ihr Geld aber vor allem als Model und Fernsehstar verdiente.

«Ich nehme so viele wunderbare Erinnerungen von hier mit»: Reeva Steenkamp in Jamaica. (Video: Youtube/7)

Durch Tür geschossen?

Unklarheit besteht weiter über den Tathergang. Die Polizei bestätigte bisher nur, dass Steenkamp mit Schüssen in den Kopf, in Arme und Beine tot im Hause von Pistorius gefunden worden war. Auch die Tatwaffe, auf Pistorius zugelassen, sei sichergestellt worden.

Der Profisportler und das Opfer seien beim Eintreffen der Polizei allein im Haus gewesen. Es befindet sich in einer streng bewachten, ummauerten Luxus-Wohnsiedlung.

Südafrikanische Medien berichteten, dass Steenkamp durch eine Badezimmertür erschossen worden sei. Nachbarn hatten demnach vor den Schüssen eine lautstarke Auseinandersetzung im Haus Pistorius gehört, was in der Vergangenheit schon häufiger passiert sein soll.

Häusliche Gewalt

Die Polizei sei deswegen am Abend vor der Tat gerufen worden. Bestätigt hatten die Behörden nur, dass es im Domizil von Pistorius schon mehrfach zu Vorfällen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt gekommen sei.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Pistorius, seine Freundin «vorsätzlich» erschossen zu haben. Das Gericht in Pretoria wollte am Freitag zunächst weder über die Mordanklage noch über die Frage entscheiden, ob Pistorius gegen eine Kaution aus der Polizeihaft entlassen werden könnte. Das hatten seine Anwälte beantragt.

Pistorius war 2012 in London als erster beidseitig beinamputierter Sportler auf Hightech-Karbon-Prothesen bei Olympischen Spielen gestartet. Bei den Paralympics gewann der auch als «Blade Runner» bekannte Profi sechs Mal.


(Video: YouTube/Newssamrat)

(sda)

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  • M.S. aus Freiburg am 17.02.2013 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Auch wenn der Mann invalid ist, hat er keine Vorrechte vor anderen und muss für sein angebliches Vergehen gerade stehen. Er wollte Gleichberechtigung mit anderen Athleten. Jetzt soll ihm diese auch bei einem allfälligen Strafmass zugute kommen.

  • Realistisch am 17.02.2013 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Seit diesem Todesfall sind

    weitere 1'471'376'273 Frauen weltweit "aus Versehen" Opfer häuslicher Gewalt geworden. Die daraus resultierenden Todesfälle können statistisch nicht erfasst werden, da keine solchen Datenbanken existieren.

  • Frage am 17.02.2013 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Warum plädieren soviele auf unschuldig

    Die hinterlassenen Spuren sprechen eine deutliche Sprache. Eingeschlagener Schädel. Leiche im Badezimmer. Schusslöcher in der Badezimmertüre. Blutiger Kricketschläger in der Wohnung. Tat-Pistole in der Wohnung. Wohnung durch Mauern nach aussen geschützt. Und der einzige in der Wohnung anwesende Mann plädiert auf ein Versehen und auf unschuldig? Warum plädieren soviele Leute immer wieder auf unschuldig trotz hinterlassener Spuren?