Razzien nach G20-Krawallen

05. Dezember 2017 15:14; Akt: 05.12.2017 15:59 Print

Polizei stellt Computer und Waffen sicher

Fahndung nach den Drahtziehern der G20-Krawalle: Beamte haben bundesweit Razzien in der linksautonomen Szene durchgeführt.

storybild

Strassenschlachten mit der Polizei: Demonstranten protestieren in Hamburg gegen den G20-Gipfel. (6. Juli 2017)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Hamburger Polizei will die Öffentlichkeitsfahndung nach mutmasslichen G20-Randalierern noch einmal ausweiten. Es seien noch für diesen Monat umfangreichere Massnahmen als bisher in dieser Hinsicht geplant, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer am Dienstag.

Seit Monaten sucht eine Sonderkommission der Polizei nach Menschen, die sich an den schweren Krawallen während des G20-Gipfels im Juli beteiligten. Die 165 Ermittler der Sonderkommission «Schwarzer Block» versuchen unter anderem, Verdächtige durch eine systematische Auswertung der bei den Ausschreitungen massenhaft entstandenen Video- und Fotoaufnahmen zu identifizieren. Unter anderem riefen sie Bürger auf, ihnen Bilder von Smartphones zu schicken.

Krawalle am G-20-Gipfel in Hamburg

Am Dienstagmorgen liessen die Ermittler in einer deutschlandweiten Razzia 23 Wohnungen und zwei einschlägig bekannte linke Szenetreffs durchsuchen. Hintergrund sind nach den Angaben der Hamburger Beamten Ermittlungen gegen 22 Beschuldigte wegen eines gewaltsamen Zusammenstosses zwischen Linksautonomen und Polizisten am Morgen des 7. Julis im Stadtteil Bahrenfeld. Es geht um den Vorwurf des besonders schweren Landfriedensbruchs.

Wie die Beamten betonten, handelt es sich um Ermittlungen gegen Einzelne, die an jenem Tag zu einem sogenannten Schwarzen Block gehört haben sollen. Die linken Zentren in Göttingen und Stuttgart seien nur durchsucht worden, weil es sich dabei um die Wohnanschrift von Verdächtigen gehandelt habe, betonte Soko-Chef Jan Hieber in Hamburg. Die Massnahmen richteten sich ausdrücklich nicht gegen die dort ansässigen Organisationen.

Computer und Waffen sichergestellt

Im Zusammenhang mit den Razzien wurden 26 Laptops und Computer, 35 Handys und darüber hinaus zahlreiche Speichermedien beschlagnahmt, berichtet «Bild.de». Die darauf befindlichen Daten müssten nun ausgewertet werden. Ausserdem seien auch Waffen wie eine Armbrust, eine Säge, eine Pistole und mehrere Messer sichergestellt worden.

Insgesamt mündete die Arbeit der Soko laut Meyer inzwischen bereits in rund 3000 Ermittlungsverfahren. Die Razzia vom Dienstag sei eine weitere «wichtige Zwischenetappe» in deren Arbeit, sagte er. Es gehe darum, «Hintergründe und Strukturen» in der autonomen Szene rund um die G20-Krawalle offenzulegen.

Während des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländer Anfang Juli hatte es trotz des Einsatzes von mehr als 20'000 Polizisten schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich Strassenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und plünderten Geschäfte.

(chk/kaf/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kain Spam am 05.12.2017 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Luft

    Wie gross schätzt ihr die Wahrscheinlichkeit ein dass einer der Krawallbrüder zu einer nennenswerten Strafe verurteilt wird? Meine Einschätzung: Null

    einklappen einklappen
  • Maler50 am 05.12.2017 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut Vorstellbar

    Kann ich mir gut vorstellen dass dies zutrifft! Es wäre auch Zeit dass die Schweiz endlich gegen Chaoten von Links bis Rechts genauso hart vorgehen würden!! Ich bin für Demos aber immer friedlich y gewaltfrei!!

  • Gruss aus Bern am 05.12.2017 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Doch, das ging extrem schnell,

    da hätte bestimmt niemand eine Chance, belastendes Material verschwinden zu lassen. Diese Show für die Tribüne hätte man sich nach den Totalversagen der politisch verantwortlichen Behörden auch gleich sparen können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 06.12.2017 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Auch G20 Minister sind Krawallmacher

    Wenn ich so in die Welt raus schaue, muss ich feststellen, dass die G20 Minister sehr wohl auch Krawallmacher sind welche überall Chaos anrichten !!

  • andi wand am 05.12.2017 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die "Störungen" waren gewollt,

    werden die fehlbaren Einsatzkräfte auch im gleichen Umfang belangt? wohl eher nicht, die (unrechtmässige) Inhaftierung von Fabio V. ist ebenfalls ein Trauerspiel der deutschen Gerichtsbarkeit und sollte allen zu denken geben die sich mit dem Thema auseinander setzen.

  • Theo Retiker am 05.12.2017 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sumpf

    Der Verfangsschutz wird in die linksextreme Szene wohl gleich verflochten sein wie in der rechtsextremen. Ich empfehle die Doku V-Mann-Land der ARD

  • B. Kerzenmacher am 05.12.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wer...

    in einem demokratischen Rechtsstaat Brandsätze und Steine auf Polizisten oder den politischen Gegner wirft, bei einer Demonstration Läden plündert und die Autos von unbeteiligten Anwohnern in Brand steckt, gehört ins Gefängnis. Wer das versucht zu relativieren, sollte wieder mal sein Gehirn in Betrieb nehmen. Europaweite Ermittlungen gegen die G20-Chaoten sind deshalb absolut richtig und wichtig.

  • marko 32 am 05.12.2017 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Endlich super