Kenia

18. November 2013 14:03; Akt: 18.11.2013 15:08 Print

Polizisten lassen sich per Handy schmieren

Bezahlen per Handy ist in Kenia weit verbreitet. Leider machen sich auch korrupte Beamte die praktische Technologie zunutze: Sie ist viel diskreter als der klassische Bargeld-Zustupf.

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Kenia ist ein Vorreiter im Bereich Mobile Payment, dem Bezahlen über das Handy. Die Menschen begleichen damit Rechnungen, bezahlen Taxifahrer und überweisen Geld nach Hause. Leider wird die praktische Technologie zunehmend auch von korrupten Beamten missbraucht: Anstatt wie früher diskret Banknoten einzustecken, lassen sie sich heute bequem über ihr Handy schmieren, wie die Zeitung «The Nation» berichtet.

Laut der Antikorruptionsbehörde ist das Phänomen bei Verkehrspolizisten in der Hauptstadt Nairobi besonders ausgeprägt. Diese sollten etwa Lastwagenfahrer büssen, die zu viel geladen haben oder Schmuggelware transportieren. Hatten die Behörden zuletzt mit Videoüberwachung und dank Tipps aus der Bevölkerung Fortschritte erzielt, stellt sie die mobile Bestechung vor enorme Probleme. Manche würden sogar Mittelsmänner einsetzen, um die Quelle der mobilen Zahlung zu verschleiern.

Laut Transparency International ist die Polizei die korrupteste Behörde in Kenia. Ein Drittel aller Verhaftungen im Zusammenhang mit Bestechungsgeldern betrifft Polizeibeamte.

(kri)