Pornostar Stormy Daniels

26. März 2018 01:26; Akt: 26.03.2018 10:33 Print

«Ich habe Trump den Hintern versohlt»

Der US-Pornostar Stormy Daniels sei unter Androhung von Gewalt zum Schweigen gebracht worden. In einem Interview hat sie von der angeblichen Affäre mit US-Präsident Trump erzählt.

Die Pornodarstellerin Stormy Daniels über ihre angebliche Sexaffäre mit Donald Trump. (Video: Tamedia/ Mit Material von CBS/60 Minutes via AFP)
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Die Pornodarstellerin Stormy Daniels hat am Sonntagabend weitere Details über ihre angebliche Affäre mit US-Präsident Donald Trump enthüllt. Der Sender CBS hat in seiner Sendung «60 Minutes» ein Interview mit der 39-Jährigen ausgestrahlt.

Auf die Frage des Journalisten Anderson Cooper, ob Trump beim Sex ein Kondom benutzt habe, antwortete Daniels: «Nein. Ich habe ehrlicherweise gar nichts gesagt.» Nach dem Sex soll Trump gesagt haben, dass es grossartig gewesen sei. Und er hoffe, dass sie sich wieder sehen würden.

Pornostar Stormy Daniels packt aus

Hintern versohlt

Zur Affäre soll es im Juli 2006 gekommen sein, kurz nach der Geburt von Trumps Sohn Barron. Auf seine Frau angesprochen soll Trump zu Daniels gesagt haben: «Oh ja, oh ja, weisst du, mach dir keine Sorgen. Wir haben getrennte Schlafzimmer.»

Bei ihrer ersten Begegnung bei einem Golfturnier zeigte Trump dem Pornostar ein Magazin mit seinem Gesicht auf dem Cover. Sie meinte, dass man ihm damit den Hintern versohlen müsse, worauf Trump sich umgedreht, die Hose runtergezogen und ihr einen Teil der Unterhose gezeigt habe. «Und dann gab ich ihm ein paar Klapse.»

Trump habe ihr auch ein Kompliment gemacht: «Wow, du bist etwas Besonderes. Du erinnerst mich an meine Tochter.»

Auf Parkplatz bedroht

Stormy Daniels ist nach eigenen Angaben unter Androhung von Gewalt zum Schweigen über ihre angebliche Affäre mit US-Präsident Donald Trump gedrängt worden. Als ihre Geschichte im Jahr 2011 vor der Veröffentlichung stand, sei sie auf einem Parkplatz in Las Vegas von einem Mann bedroht worden, berichtete die 39-Jährige am Sonntag in einem Interview mit dem Sender CBS.

Sie sei in Begleitung ihrer damals zweijährigen Tochter gewesen, als der Mann an sie herangetreten sei, berichtete Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heisst.

Dieser habe sie gewarnt: «Lass Trump in Ruhe, vergiss die Geschichte.» Dann habe der Mann ihre Tochter angesehen und gesagt: «Das ist ein hübsches kleines Mädchen. Es wäre schade, wenn ihrer Mama etwas zustossen würde.» Die Drohung habe ihr einen grossen Schrecken eingejagt, erzählte Clifford dem Moderator. Aus Angst sei sie damals nicht zur Polizei gegangen.

«Apprentice»-Auftritt versprochen

Die Pornodarstellerin hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2006 am Rande eines Golfturniers in Lake Tahoe eine sexuelle Beziehung mit Trump – damals war der Immobilienmilliardär bereits mit der heutigen First Lady Melania verheiratet. Er sei offensichtlich weiter an ihr interessiert gewesen – sie aber nicht an ihm. Clifford stellte zugleich klar, dass sie kein Opfer gewesen sei, sondern sich freiwillig auf die Sache eingelassen habe.

Danach seien sie bis 2007 in Kontakt geblieben, weil Trump ihr gesagt habe, er wolle versuchen, sie in seine TV-Show «The Apprentice» zu bringen, berichtete Clifford.

Vier Jahre später sei sie von dem Magazin «In Touch» auf die Affäre angesprochen worden. Sie hätte sich gegen Zahlung von 15'000 Dollar zu dem Interview bereit erklärt. Laut CBS verzichtete das Magazin aber später auf eine Veröffentlichung, nachdem Trumps Anwalt Michael Cohen mit einer Klage gedroht hatte. Etwa um die Zeit soll der Vorfall auf dem Parkplatz stattgefunden haben.

Schweigevereinbarung

Trumps Anwalt Cohen zahlte der Pornodarstellerin vor der Präsidentschaftswahl 2016 im Zuge einer Schweigevereinbarung 130'000 Dollar. Clifford will nun aus dieser Vereinbarung aussteigen und ist deswegen vor Gericht gezogen. Trumps Anwälte drohen derweil, der Pornostar könne auf mindestens 20 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt werden.

Auf die Frage, warum sie nun ihr Schweigen brechen wollte, sagte Clifford, sie wolle «die Sache klarstellen»: «Ich finde es nicht okay, als Lügnerin dazustehen.» Auf die Frage, was sie Trump sagen wollte, wenn er ihr Interview sähe, antwortete sie, «er weiss, dass ich die Wahrheit sage». Das Weisse Haus hat jegliche intime Beziehung zwischen Trump und Daniels bestritten.

Kurz vor Ausstrahlung der Sendung «60 Minutes» wurde Trump von Journalisten gefragt, ob er sich das Interview anschauen werde und ob Daniels lüge. Der US-Präsident ging nicht auf die Frage ein. First Lady Melania und Sohn Barron bleiben derweil noch ein paar Tage in Florida.

Das Transkript der Sendung ist hier zu finden.

(chk/sda/afp)