Von wegen Auge um Auge

13. November 2012 01:54; Akt: 13.11.2012 08:15 Print

Priester beisst Priester Ohr ab

Sehr christlich war das nicht: Die beiden pensionierten Priester Thomas Henry Byrne (80) und Thomas Joseph Cameron Smith (81) kamen sich wegen eines Parkplatzes in die Haare. Und wie.

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Der ehemalige Priester Thomas Henry Byrne muss sich wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten. Er hatte seinem Kollegen und Nachbar Thomas Joseph Cameron Smith das rechte Ohr abgebissen. (Bild: Screenshot Youtube)

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Die Spuren des Kampfes waren ihm anzusehen: Ein Veilchen zierte das linke Auge von Thomas Henry Byrne, als er vor das Gericht im australischen Perth trat. Doch so gebrechlich und unschuldig der 80-jährige pensionierte Priester auch erscheinen mochte – er hat es faustdick hinter den Ohren.

So war er vergangenen Freitag mit seinem Kollegen, dem ehemaligen Priester Thomas Joseph Cameron Smith (81), wegen eines Parkplatzes in Streit geraten, wie «Cathnews.com» berichtet. Beide Katholiken beanspruchten die freie Parklücke, keiner gab nach, auf die Wortgefechte flogen die Fäuste.

Dabei landete der 81-Jährige offenbar den ersten Treffer: Er versetzte Priester Byrne einen Schlag aufs linke Auge. Derart angeschlagen, krallte sich dieser Priester Smith – und biss ihm das rechte Ohr ab.

Dieses fiel zu Boden, und Beisser Byrne musste laut Polizei das mittlerweile einohrige Opfer darauf aufmerksam machen, «den Klumpen Fleisch» aufzuheben und einzustecken. Smith realisierte erst zuhause, dass es sich dabei um seine Ohrmuschel handelte. Er wickelte das Ohr in ein Tuch und fuhr damit ins Spital, wo man es in einer aufwändigen Operation wieder anzunähen versuchte. Ob dies gelang, ist nicht bekannt.

Kaution und Unterlassungsverfügung

Der beissende Byrne muss sich wegen schwerer Körperverletzung am 7. Dezember vor Gericht verantworten. Bis dahin setzte ihn der Richter auf freien Fuss – gegen Kaution und eine Unterlassungsverfügung. So darf er Priester Smith nicht näher als rund 10 Meter kommen.

Dass sich die beiden katholischen Streithähne bis zum 7. Dezember über den Weg laufen werden, ist gewiss. Immerhin wohnen die beiden in Perth im gleichen Block, einem Wohnhaus für pensionierte Priester.

(gux)