Kongo-Konflikt

28. November 2012 05:15; Akt: 28.11.2012 05:26 Print

Rebellenmiliz M23 will nun doch abziehen

Auf die Kehrtwende folgt die Kehrtwende: Die M23-Rebellen sind offenbar doch bereit, sich aus der besetzten Stadt Goma zurückzuziehen. Der Rückzug muss innert drei Tagen erfolgen, sonst schreitet die Armee ein.

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Am 8. Januar 2013 lässt die M23 die Waffen ruhen. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im rohstoffreichen Osten des riesigen afrikanischen Landes dauerten zuvor Monate an. Am 27. November kündigten die M23-Rebellen an, . Die kongolesische Armee hatte mit einem «Gegenangriff» gedroht, sollten sie es nicht tun. Am 24. November 2012 drohen die regionalen Truppen im Ostkongo mit einem Angriff, sollten sich die Rebellen nicht zurückziehen. Zwei Schweizer Offiziere der UNO-Mission MONUSCO sind im Osten des zentralafrikanischen Kongo von Bewaffneten überfallen worden. Die Rebellengruppe M23 ist im Kongo auf dem Vormarsch: Nach der Einnahme der Stadt Goma will sie das ganze Land unter ihre Kontrolle bringen. Das verkündete der Sprecher Vianney Kazarama an einer Veranstaltung in Goma. «Der Weg zur Befreiung Kongos hat begonnen», rief Vianney Kazarama in einem Stadion den versammelten Menschen in Goma zu. Mehr als 2100 Soldaten und 700 Polizisten desertierten am Mittwoch und liefen nach Angaben der Gruppe zu der M23 über. Diese Polizisten geben den Rebellen gerade ihre Waffen ab. Der Eroberung von Goma waren mehrtägige Kämpfe zwischen den Rebellen und von UNO-Truppen unterstützten kongolesischen Soldaten vorausgegangen. Dabei wurden laut lokalen Medienberichten mehrere Soldaten getötet und etwa 80 Soldaten verwundet. Die kongolesische Armee wurde zurückgeschlagen. Hier sieht man ein von den Soldaten verlassener Panzer in Goma, das sich jetzt in Rebellenhand befindet. Dieser Truck der kongolesischen Armee ist bei Kämpfen mit den Rebellen komplett ausgebrannt. Jetzt dient er Kindern als Spielplatz. Am 19. November eskalierten die Kämpfe zwischen der Armee und den Rebellen in Goma - diese Zivilisten flüchten vor den Feuergefechten in der Nähe des Flughafens.

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Nach Verhandlungen in der ugandischen Hauptstadt Kampala hat die Rebellenmiliz M23 nach UNO-Angaben offenbar wie versprochen mit ihrem Abzug aus der kongolesischen Grenzstadt Goma begonnen.

Es habe am Dienstagabend Anzeichen gegeben, dass sich die Kämpfer aus Goma zurückzögen oder sich auf einen Abzug vorbereiteten, sagte der Leiter der UNO-Friedenseinsätze, Hervé Ladsous, in New York. Ugandas Oberkommandeur Aronda Nyakairima sagte, der Abzug aus Goma würde bis Donnerstagmittag abgeschlossen sein.

Rückzug innert drei Tagen

Die M23-Miliz hatte die Stadt an der Grenze zu Ruanda am Dienstag vergangener Woche eingenommen. Während die Sorge vor einer erneuten Eskalation der Gewalt in der unruhigen Provinz Nord-Kivu wuchs, verliessen zehntausende Menschen ihre Häuser.

Bei Verhandlungen zwischen dem M23-Militärkommandeur Sultani Makenga und Armeeführern aus der Region in Kampala am Montagabend gelang es jedoch, eine Einigung über einen Rückzug der M23 aus Goma zu erreichen. Demnach sollen sich ihre Kämpfer innerhalb von drei Tagen 20 Kilometer weit zurückziehen.

Ehemalige Tutsi-Rebellen

In der M23-Miliz haben sich frühere Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die 2009 im Zuge eines Friedensvertrags in die Armee eingegliedert worden waren, diese im April aber aus Protest gegen ihre schlechte Behandlung wieder verliessen.

UNO-Experten zufolge wird die Miliz von Ruanda unterstützt, was dessen Regierung bestreitet. Der Rebellengruppe werden zahlreiche Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Die Region von Nord- und Süd-Kivu war in den 1990er Jahren bereits Ausgangspunkt zweier verheerender Kriege.

(sda)