US-Präsidentschaftswahlen

29. September 2017 05:29; Akt: 29.09.2017 05:44 Print

Russland schaltete hunderte Twitter-Anzeigen

Der Kurzmitteilungsdienst wurde möglicherweise ebenso wie Facebook für Wahlmanipulationen benutzt.

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Will weiter mit den US-Behörden zusammenarbeiten: Twitter. (Archivbild) (Bild: Keystone/Matt Rourke)

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Nach Facebook hat auch Twitter eingeräumt, möglicherweise für russische Manipulationen des US-Präsidentschaftswahlkampfs benutzt worden zu sein. Twitter erklärte am Donnerstag, eine russische Mediengruppe habe 2016 in dem Kurzmitteilungsdienst fast 2000 Anzeigen oder promotete Tweets gekauft, die zur Beeinflussung der US-Wahl gedacht gewesen sein könnten. Die mit der russischen Regierung in Verbindung stehende Mediengruppe RT gab demnach 274'000 Dollar für die Anzeigen aus, die sich an «Nutzer von Mainstream-Medien» richteten und auf RT-Nachrichten verwiesen.

Twitter-Vizechef Colin Crowell traf nach Angaben des Unternehmens bereits am Donnerstag Vertreter des US-Kongresses, die den Vorwürfen der russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf untersuchen. Twitter werde auch weiterhin mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

Twitter-Profile stimmen mit Facebook überein

Wie das Online-Unternehmen weiter mitteilte, stimmen 22 Twitter-Profile mit einigen der Facebook-Profile überein, die zum Zwecke der Einflussnahme auf die US-Wahl eingerichtet worden sein sollen. Das soziale Netzwerk Facebook hatte nach eigenen Angaben insgesamt rund 450 solcher verdächtiger Accounts gefunden. Twitter erklärte am Donnerstag, die betreffenden Profile seien bereits vor oder unmittelbar nach deren Entdeckung wegen Regelverstössen gesperrt worden.

Die Mediengruppe RT war im Januar in einem US-Geheimdienstbericht über die mutmasslichen russischen Wahlmanipulationen genannt worden. Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um dem Republikaner Donald Trump im November 2016 zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Moskau bestreitet die Vorwürfe.

Facebook hatte Anfang September bekanntgegeben, dass im vergangenen Jahr mutmasslich russisch finanzierte Werbeanzeigen auf seinen Seiten geschaltet worden waren. Das Unternehmen erklärte sich ebenfalls zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit. Die Geheimdienstausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus haben Vertreter von Facebook, Twitter und Google zu Anhörungen eingeladen.

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 29.09.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Die USA gibt innert 6 Jahren 600 Millionen aus um uns ihre Kriege schmackhaft zu machen und Videos mit vermeintlichem Terrorismus von Islamisten drehen zu lassen.

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  • myname am 29.09.2017 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnis?

    450 Facebookprofile & 2000 Tweets beeinflussen eine Wahl mit 200'000'000 Stimmbürgern? Scheint plausibel.

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  • John Livers am 29.09.2017 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wie beschämend ist das denn?

    Wie beschämend ist das denn, ein Staat der alle anderen Ausspioniert, Abhört, Erpresst und Sanktioniert jammert wegen ein paar Twitter und Facebook Accounts?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Müller Dirk am 29.09.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Logo

    Soweit alles gut, war eigentlich jedem klar, das die Russen probierten Einfluss zu nehmen. Das Gute ist aber, das es rein nichts gebracht hat, ein paar Wenige schreiben Tag und Nacht und das Ganze für nichts, viel Aufwand, aber null Ertrag

  • rico am 29.09.2017 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    amüsant

    laut U.S. Census Bureau haben sich 3.5 Millionen Wähler mehr registrieren lassen als es überhaupt wahlberechtigte Population gibt. Bei einer sehr vorsichtiger Schätzung lassen sichnormalerweise mindestens 10% Berechtigten nicht registrieren. Das heisst, bei 240 Millionen Wahlberechtigten waren mindestens 27.5 Millionen Tickets gefälscht.(24 Mill. +3.5 Mill) und die armen Russen kommen mit 2500 Stück, ist es nicht nicht ein Jammer?

    • Rüedu am 29.09.2017 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      rico

      Das Bureau ht lediglich herausgefunden, dass viele Bundestaaten Registrierungslisten verwendeten, die teilweise seit 12 Jahren nicht aktualisiert wurden. Dier Wählerpool in den USA umfasst ungefähr 130 Millionen Bürger. 2016: 128. 838.341 Wähler insgesamt. Die von Trump eingesetzte und von Vize Mike Pence geführte "election integrity commission" die Wahlbetug durch Falschregistrierungen untersucht, hat bis heute keine signifikanten Abweichungen festestellen können. Was Sie hier darlegen ist sowas von Unsinn.

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  • Adrian Hinterdemstutz am 29.09.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    In den USA herrscht jetzt Hysterie wegen des russischen Einflusses, obwohl sie selbst kein bisschen besser sind. Aber da gehts halt darum dass die Demokratie jetzt als kompromittiert gilt. Schon lustig dass es dafür Russland braucht: Dass sich die Reichen die Politiker kaufen und ihre Lobbyisten in Washington parkieren und so die Demokratie korrumpieren, das ist alles seit Jahrzehnten okay. Aber russische Bots und Anzeigen im Internet und schon ist die Krise da. Wir hier können darüber lachen, aber eigentlich würden wir uns besser für mehr Transparenz in der CH-Politik einsetzen.

  • Ben Gar rison am 29.09.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlmanipulationen?

    "Der Kurzmitteilungsdienst wurde wahrscheinlich ebenso wie Facebook für Wahlmanipulationen benutzt" Das sind keine Wahlmanipulationen. Was soll diese Behauptung? Das ist der Versuch, einer Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Aber sicher keine Wahlmanipulation. Das wäre es nur, wenn Stimmen geändert, oder bei der Auszählung manipuliert worden wäre. Sowieso weiss die Bevölkerung den Inhalt im Internet einzuschätzen, verschiedene quellen zu vergleichen und nichts einfach so zu glauben. Im Gegensatz dazu, war es schockierend wie offen die Mainstream Medien manipuliert und gelogen haben.

  • Beltran Leyva am 29.09.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das Illegal?

    nur kurz so am Rande,anzeigen zu kaufen,ob nun in der Zeitung oder Online ist doch nicht illegal...