Grossbritannien

13. April 2018 18:13; Akt: 13.04.2018 20:28 Print

Skripal soll jahrelang ausspioniert worden sein

Ex-Geheimdienstagent Skripal wurde jahrelang vom russischen Geheimdienst beschattet. Diesen Vorwurf erhebt der Sicherheitsberater von Theresa May.

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Der vergiftete ehemalige russische Doppelagent Sergei Skripal durfte nach mehr als zwei Monaten nach der Giftattacke das Salisbury District Hospital verlassen. Sergei Skripal und seine Tochter Julia wurden am 4. März im südenglischen Salisbury vergiftet. Jetzt sollen britische Experten ein Nervengift-Labor gefunden haben. Ermittler in Schutzanzügen bei der Spurensicherung am Tatort in Salisbury. (6. März 2018) Die Polizei untersucht über 200 Beweisstücke. Spezialkräfte der britischen Armee verhüllen nach dem Giftanschlag einen Krankenwagen. Dazu tragen sie spezielle Schutzbekleidung. Hier werden die beiden Vergifteten behandelt: Spital von Salisbury. (Archivbild) Spuren von Nervengift: Ein Polizist bewacht ein Pub in Salisbury. Augenmerk legten die Ermittler auch auf das Zizzi Restaurant, das neben dem Tatort liegt. Wurde geschlossen und untersucht: Die Pizzeria Zizzi in der Nähe, die mit dem Fall zu tun haben könnte. Der Ex-Spion Sergei Skripal wurde kurz vor dem Anschlag von einer Überwachungskamera gefilmt. Abgesperrter Tatort: Skripal wurde auf einer Parkbank vor einem Einkaufszentrum gefunden. Vorsichtsmassnahme: Die Polizei sperrte das Gebiet um den Tatort für die Öffentlichkeit ab. 2006 vor einem russischen Militärgericht: Sergei Skripal bespricht sich mit seiner Anwältin. Liudmila Skripal, die Frau des Ex-Spions, ist im London-Road-Friedhof in Salisbury begraben. (7. März 2018) Daneben befindet sich auch die Ruhestätte von Alexander Skripal, dem Sohn des angegriffenen Ex-Spions.

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Russische Geheimdienste haben den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter nach britischer Darstellung vor dem Giftanschlag von Salisbury mindestens fünf Jahre lang ausspioniert.

Der Sicherheitsberater von Premierministerin Theresa May schrieb in einem am Freitag veröffentlichten Brief an Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Cyberspezialisten des Militärgeheimdienstes GRU hätten Julia Skripals E-Mail-Konten 2013 ins Visier genommen. Zudem sei es sehr wahrscheinlich, dass russische Geheimdienste zumindest manche Überläufer als legitime Attentatsziele betrachteten.

Der russische Botschafter in London zeigte sich von der Darstellung überrascht. «Wenn wirklich jemand spionierte, warum haben sich die britischen Dienste nicht darüber beschwert?», sagte Alexander Jakowenko.

Der frühere russische Agent Skripal lebt seit 2010 in Grossbritannien. Er und seine Tochter, die ihn besuchte, wurden Anfang März zum Ziel eines Giftanschlages und erlitten dabei schwere Verletzungen. Grossbritannien und viele andere westliche Staaten machen dafür Russland verantwortlich. Die Regierung in Moskau hat jede Beteiligung zurückgewiesen.

(sda)