«Extremistische Inhalte»

29. November 2012 11:02; Akt: 29.11.2012 13:56 Print

Russland verbietet Pussy-Riot-VideosRussland verbietet Pussy-Riot-Videos

Die Punk-Band Pussy Riot kann man nicht live erleben - sie ist in Haft. Nun dürfen in Russland auch ihre Videos nicht mehr gezeigt werden. Der Zugang zu Internet-Seiten mit den Filmen wird blockiert.

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: Das höchste Moskauer Gericht bestätigt das Urteil gegen die beiden Inhaftierten Pussy-Riot-Mitglieder und wirft Vorwürfe eines Politischen Prozesses zurück. «Sie sind keine politischen Häftlinge, sondern einfach nur Rowdys», heisst es. Maria Aljochina, die eine Woche zuvor in den Hungerstreik getreten war, da man sie von ihrer eigenen Bewährungsanhörung ausgeschlossen hatte, wurde in ein Spital eingeliefert. Wende im Prozess gegen drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot. Eine der drei verurteilten Frauen, Jekatarina Samuzewitsch, wird im Berufungsverfahren freigesprochen. Die Anwältin von Samuzewitsch sagte vor Gericht, die Aktion habe ohne ihre Mandantin stattgefunden. Samuzewitsch sei bereits wenige Sekunden, nachdem sie die Kirche betreten hatte, festgenommen worden. Als mehrere Pussy-Riot-Künstlerinnen ihr «Punkgebet» aufgeführt hätten, habe sich Samuzewitsch bereits ausserhalb der Kirche befunden. Die zwei anderen Frauen, Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, müssten aber für zwei Jahre ins Gefängnis, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Der Berufungsprozess gegen die zweijährige Haftstrafe für die drei Frauen wird fortgesetzt. Die Verteidigung befand das Urteil für falsch: Das Gericht habe in erster Instanz ignoriert, dass es sich um einen politischen und nicht um einen religiösen Protest gehandelt habe, sagte sie. Vor dem Gebäude demonstrierten Anhänger der Band. Die Polizei markierte Präsenz. Zwei Personen wurden festgenommen. Am 17. August 2012 werden die Mitglieder der Punkband Pussy Riot - Jekaterina Samuzewitsch, 30, Maria Aljochina, 24, und Nadeschda Tolokonnikowa, 23 (v.l.) - wegen Rowdytums «aus religiösem Hass» von einem Moskauer Gericht zu je zwei Jahren Straflager verurteilt. Putin kann nicht gnädig sein: Pussy Riot haben ein . «Machen Sie Witze? Natürlich nicht. Eher sollte er uns und Sie um Gnade bitten», schrieb Nadeschda Tolokonnikowa der regierungskritischen Zeitung «Nowaja Gaseta». An ein unanabhängiges Urteil glaubt die 22-Jährige nicht. «Das ist eine Illusion.» Die Anklage gegen die Musikerinnen hatte international Empörung ausgelöst. Auch am Tag der Urteilverküdung kam es vor dem Gerichtssaal in Moskau zu Tumulten und Verhaftungen. Bei den Protesten wurde laut Nachrichtenagentur Interfax der Oppositionsführer ) Bürgerrechtler aus aller Welt haben für den 17. August, am Tag der Urteilsverkündung, Proteste gegen Prozess angekündigt. Amnesty International erkennt die drei Musikerinnnen als politische Gefangene an. Der erste Prozesstag fand am 8. August statt: Der russische Staat und die orthodoxe Kirche gehen hart gegen drei Mitglieder der Punkband Pussy Riot vor. Nadeschda Tolokonnikowam, Maria Aljochina und Jekaterina Samutzewitsch (v.l.) am 8. August 2012 im Gerichtssaal. Bereits am Morgen des 17. August, dem Tag der Urteilsverkündung, stehen Sicherheitskräfte vor dem Gerichtsgebäude in Moskau präsent. Ebenfalls bereits am Vormittag werden die drei angeklagten Frauen ins Gericht gebracht, im Bild Maria Aljochina. Unterstützung erhalten die drei Pussy-Riot-Mitglieder von der ukrainischen Frauenrechtsbewegung Femen. Am 17. August fällen sie ein orthodoxes Kreuz, das als Zeichen für die Opfer politischer Repression errichtet worden war. Die für Pussy Riot typischen farbigen Sturmmasken auf einem sozialistischen Monument zu Ehren der sowjetischen Armee in der bulgarischen Hauptstadt am 17. August. Bereits in den Tagen vor der angekündigten Urteilseröffnung kommt es weltweit zu Protesten: Vor dem spanischen Aussenministerium in am 16. August. Selbst in Südamerika protestierten Frauen gegen den Prozess. Zivile Polizisten verhaften Demonstrantinnen vor der russischen Botschaft in am 15. August. Drei Demonstrantinnen mit den für Pussy Riot typischen Sturmmasken vor der russischen Botschaft in am 9. August. Das Symbol von Pussy Riot - und inzwischen ein Symbol für den Protest gegen Putin: Farbige Sturmmasken bei einer Demonstration in am 14. August. Unterstützung für Pussy Riot auch in Die Musikgruppe «Brenda» spielt an einem Solidaritätskonzert in der Nähe der russischen Botschaft am 10. August. Hart gingen die Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in vor: Am 15. August vor der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, wo Pussy Riot Filmaufnahmen machte, die zur Anklage führten. Internationale Künstler solidarisierten sich mit den angeklagten Mitglieder der Frauenband. «Nadeschda rechnet nicht damit, dass Putin ihnen vergeben hat», sagt der Ehemann der angeklagten Nadeschda Tolokonnikowa (im Bild). Er konnte seine Frau nach Monaten erstmals Mitte August im Gefängnis besuchen. Tolokonnikowa gab sich am Rande des Prozesses kämpferisch - obwohl der Mutter einer vierjährigen Tochter mehrere Jahre Haft drohten. Die drei Angeklagten werden ihre zweijährige Haft in einem Straflager absitzen müssen: Im Bild Schlafsaal in Moschaisk, 110 Kilometer westlich von Moskau. Ursprünglich war das Urteil auf den 8. August erwartet worden nach einem mehrtägigen Prozess, der als unfair kritisiert wurde. Der Prozess, der Ende Juli begann, sorgte international für grosses Medienecho: Die angeklagte Tolokonnikowa wird am 31. Juli zum zweiten Prozesstag in den Gerichtssaal geführt. Die drei angeklagten Mitglieder der Putin-kritischen Punkband mussten sich während des Prozesses in einem Plexiglas-Häuschen im Gerichtssaal aufhalten. Die drei angeklagten Mitglieder der Punkband Pussy Riot sitzen seit März 2012 in Untersuchungshaft. Am 23. Juli 2012 werden Maria Aljochina (links hinter der Polizistin), Jekaterina Samutzewitsch (Mitte) und Nadeschda Tolokonnikowa (vorne rechts) dem Gericht vorgeführt. Den Prozess ausgelöst hatte ein lautloser Auftritt der Band in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. Sie hatten dort Filmaufnahmen gemacht für das Putin-kritische Lied «Gottesmutter, vertreibe Putin». Das war zuviel für den russischen Staat. Er verhaftete drei Mitglieder der Band. National und international sorgt der Fall für grosse Aufmerksamkeit ... ... kritisiert werden vor allem die harten Strafen für kein allzu schweres Vergehen. Doch der Staat scheint an den dreien ein Exempel statuieren zu wollen. Internationale Bands setzten sich für die drei jungen Frauen ein. haben sich kritisch über die Gefangenschaft der Musikerinnen geäussert. Auch in Russland protestierten Prominente. Die russische Filmregisseurin Olga Darfy tauchte im Juni 2012 am Moskauer Filmfestival in einer Maske auf - eine Anspielung auf die typischen Sturmmasken von Pussy Riot. Ein Künstler hat sich dabei die Lippen zugenäht.

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Videos der russischen Frauenband Pussy Riot und ihres kremlkritischen Punk-Gebets in einer Kirche sind von einem Gericht in Moskau als extremistisch eingestuft und damit verboten worden. Der Zugang zu Internetseiten mit den Filmen wird blockiert.

Das Gericht folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft, wie ein Justizsprecher am Donnerstag gemäss der Agentur Interfax sagte. In den Videofilmen seien Aussprüche und Handlungen dokumentiert, die Gläubige verletzen könnten, sowie verborgene Aufrufe zu Aufruhr und Ungehorsam, erklärte Richterin Marina Mussimowitsch.

Sie berief sich auf ein Gutachten im Auftrag des russischen Innenministeriums. Nach ihrem Protest gegen Putin im Februar waren Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» in einem umstrittenen Prozess zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden.

Jekaterina Samuzewitsch erhielt eine Bewährungsstrafe. Die Urteile gegen die jungen Frauen hatten international Empörung ausgelöst. Zwei von ihnen sind Mütter kleiner Kinder.

Weil wir nicht in Russland sind:


(Video: Youtube/imjustevil666)

«Heilige Mutter, gesegnete Jungfrau, vertreibe Putin!»

(sda)

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  • Hans Koller am 29.11.2012 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerechte Strafe

    Die haben die gerechte Strafe gekriegt. So ein primitiver Auftritt hat nichts mit Demokratie zu zun. Gruss ein bekennder Atheist

  • Putin am 29.11.2012 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einzelhaft????

    Die wurde von der Betroffenen ausdrücklich gewünscht, da sie mit den Mitgefangenen nicht klar kommt!

  • sascha am 29.11.2012 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    respekt

    wie schön zu sehen dass es doch noch länder gibt, die nicht alles mit sich lassen machen. sowas wünsch ich mir für die schweiz .... ach was träum ich..

    • Schweizer am 29.11.2012 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Respekt vor was?

      Respekt davor, das ein lupenreiner Demokrat wie Vladimir Putin mittlerweile Angst vor einfachen verwackelten Videos hat? Lächerlich.

    • Contra am 29.11.2012 20:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer

      StichwortRespekt: zB vor den Menschen die in einem laufenden Gottesdienst sassen als die "Band" hereinstürmte um diese Nummer abzuziehen. Was uns auch zu Femen Aktivistinnen bringt die in Solidarität mit Motorsägen Kreuze umsägen die an Kriegsopfer erinnern. Sieht so lupenreiner Protest für "Toleranz" und "Demokratie" aus?

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