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Parteispenden-Skandal
22. November 2012 23:31; Akt: 22.11.2012 23:31 Print
Sarkozy entgeht einem Anklageverfahren
Zwölf Stunden stand Nicolas Sarkozy der Justiz wegen einer Spendenaffäre Red und Antwort. Dann wurde er als verdächtiger Zeuge entlassen. Das heisst: Es wird vorerst keine Anklage erhoben.
Der Fall Bettencourt.
Gegen Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wird in der Korruptions- und Spendenaffäre um L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt vorerst kein Anklageverfahren eingeleitet. Nach einer rund zwölfstündigen Vernehmung konnte er den Justizpalast in Bordeaux am Donnerstagabend als «verdächtiger Zeuge» verlassen.
Nicolas Sarkozy trifft beim Richter in Bordeaux ein.(Bild: AFP)
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Dies bedeutet, dass Indizien für die Beteiligung an einer Straftat vorliegen, sie aber nicht für ein Anklageverfahren ausreichen. Der unabhängige Ermittler Jean-Michel Gentil hatte den 57-jährigen Sarkozy zur Korruptions- und Spendenaffäre um Bettencourt befragt.
In der Bettencourt-Affäre geht es unter anderem um den Verdacht, Sarkozy könnte seinen erfolgreichen Wahlkampf 2007 mit illegalen Bargeldspenden aus dem Milliardenvermögen der Bettencourt-Familie finanziert haben.
Hintergrund der Ermittlungen sind unter anderem Zeugenaussagen von ehemaligen Angestellten im Hause Bettencourt. Eine frühere Buchhalterin behauptet, dass sie für eine Wahlkampfspende 150'000 Euro Bargeld organisieren sollte. Andere Mitarbeiter wollen prall gefüllte Umschläge gesehen haben.
Keine Immunität mehr
Gegen einen Vertrauten Sarkozys läuft wegen der sogenannten Bettencourt-Affäre bereits seit längerem ein Anklageverfahren. Sarkozy konnte bis vor kurzem nicht befragt werden, weil er als Präsident Immunität genoss. Er bestreitet alle Vorwürfe.
Die Ermittler äusserten sich am Donnerstag zunächst nicht zu der Vernehmung. Sie hatten allerdings bereits im Sommer Büro- und Wohnräume Sarkozys durchsucht, um mögliche Hinweise auf Gesetzesverstösse zu finden. Der UMP-Politiker war im Vorfeld der Wahl im Jahr 2007 mindestens einmal bei den Bettencourts zu Gast.
Unter Vormundschaft
Die 90 Jahre alte Bettencourt steht mittlerweile unter Vormundschaft ihres Enkels Jean-Victor Meyers. Die Milliardärin leidet nach Einschätzung von Ärzten an einer Mischung aus Alzheimer und anderen Demenzformen.
Bettencourt verfügt nach Schätzungen des US-Magazins «Forbes» über ein Vermögen von etwa 24 Milliarden US-Dollar. Sie hatte sich mit ihrer Tochter in den vergangenen Jahren einen erbitterten Streit über ihren Gesundheitszustand geliefert. Françoise Bettencourt- Meyers hatte die Zurechnungsfähigkeit ihrer Mutter wiederholt infrage gestellt.
(sda)
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Alle 6 Kommentare

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Altes Spiel - Neue Opfer
Ist schon interessant, was frühere Angestellte von Promis so alles gesehen haben wollen. Oder glauben, gehört zu haben. Nicht, dass ich übermössige Sypathie für Promis hätte. Aber da ist wohl meist Neid und Rachsucht von "abservierten" dahinter. Diese Leute nehmen solche Stellungen oft in der Hoffung an, auch einen "gerechten" Anteil vom Kuchen abzubekommen. Ist dem dann nicht so, kennen sie keine Hemmungen mehr. Oft sind dann auch gleich Geldgeber zur Stelle, die sie noch zur Falschaussage "ermutigen". Dieses Spielchen hat gerade auch in Frankreich Tradition. Egal, wer gegen wen.
La gande nation
In Frankreich ist das scheinbar gang und gäbe, dass ex-Staatschefs vor den Kadi müssen, wenn sie ihre Immunität verloren haben. War bei Chirac schon so. La grande nation !
Gemein
Das ist doch nur fies. Lasst le président Sarkozy in Ruhe. Er ist mein Held! Bitte lieber Bundesrat, gewährt Herr Bruni und Frau Sarkozy Asyl in der Schweiz!
Willkommen
Naja, hoffentlich ist dieser Kommetar lustig gemeint. Jedenfalls an Herrn Sarkozy: Willkommen im Klub der "Baldverurteilten" wie etwa Berlusconi.
Le Ex-Président, bitteschön!
Er ist genau so ein Held wie alle diese Staatsoberhäupter, die zuerst ihr Amt missbrauchen, um ihre Macht zu festigen und dann die Macht missbrauchen, um sich persönlich zu bereichern.