Kanzlerkandidat

19. März 2017 15:49; Akt: 20.03.2017 12:51 Print

Schulz mit 100 Prozent zum SPD-Chef gewählt

Die SPD hat ihren Kanzlerkandidaten: Martin Schulz hat Sigmar Gabriel mit dem besten Ergebnis der Nachkriegszeit als Chef der Sozialdemokraten abgelöst.

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Der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ist mit einem Traumergebnis zum neuen Vorsitzenden der Sozialdemokraten gewählt worden: Die Delegierten auf dem SPD-Sonderparteitag in Berlin kürten Schulz am Sonntag einstimmig zum Parteichef. Anschliessend wurde Schulz per Akklamation auch offiziell zum Kanzlerkandidaten bestimmt.

«Das ist ein überwältigender Moment für mich und für uns alle», sagte Schulz, auf den bei der Wahl zum Parteivorsitzenden alle 605 gültigen Stimmen entfielen. «Ich glaube, dass dieses Ergebnis der Auftakt zur Eroberung des Kanzleramtes ist, und deshalb nehme ich die Wahl an». Wenig später twitterte der 61-Jährige kommentarlos sein Ergebnis.

Der SPD-Vorstand hatte den 61-Jährigen Ende Januar nominiert. Der bisherige Parteichef Sigmar Gabriel hatte mit Sicht auf seine schlechten Wahlchancen in der anstehenden Kanzlerwahl gegen Angela Merkel verzichtet.

Seit der Nominierung von Schulz haben sich die Umfragewerte der Partei deutlich verbessert. Die Sozialdemokraten liegen inzwischen wieder auf Augenhöhe mit der Union oberhalb von 30 Prozent. Der neue SPD-Chef setzt im Wahlkampf vor allem auf Gerechtigkeitsthemen, unter anderem strebt er Korrekturen an den arbeitsmarktpolitischen Reformen der Agenda 2010 an.

Angekündigter Wechsel

Seine politische Karriere hatte Schulz als Bürgermeister seiner Heimatstadt Würselen in Nordrhein-Westfalen begonnen. Ins Europaparlament wurde er erstmals 1994 gewählt, 2004 stieg er zum Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion auf. Im Januar 2012 wurde er zum Präsidenten des Europaparlaments gewählt und zwei Jahre später bestätigt. Seine Amtszeit endete Mitte Januar.

Bereits im November hatte Schulz seinen Wechsel in die Bundespolitik angekündigt. Für die Bundestagswahl im September steht er auf Platz eins der Landesliste der nordrhein-westfälischen SPD.

(mch/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Poodem am 19.03.2017 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kennen wir aus DDR Zeiten.

    100% Stimmbeteiligung und Zuspruch.

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  • Leser am 19.03.2017 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sozis

    Nur Diktatoren werden mit 100% gewählt. Aber die Sozis mögen ja Diktatoren, siehe Stalin, Chavez, etc.. Aber wir hoffen mal der wird in Deutschland nicht gewinnen!

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  • Gisco am 19.03.2017 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    genau nach dem Motto:

    wir stehen vor dem Abgrund, machen wir einen Schritt vorwärts.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sabrina am 24.03.2017 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer als Nordkorea

    Wenn man mit 100% gewählt wird, dann ist dies schlimmer als die frühere DDR oder Nordkorea. In der SPD darf niemand mehr eine Meinung haben oder diese zumindest nicht mehr kundtun. In einer echten Demokratie gibt es immer Gegenstimmen oder Enthaltungen, es sei denn, es ist was faul!

  • USMC am 21.03.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielseitig

    In Caracas sagt man Schulz nähme Lektionen in Spanisch. Wenn das mit dem Kanzler nichts wird, heuert er bei Maduro an.

  • Gadjo Dilo am 20.03.2017 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Inhalt und nicht Lautstärke bitte!

    Leider wieder einmal mehr ein Politiker, der schreit statt redet. Auch wenn Schulz versucht sich sozial zu verkaufen, seine schreiende Phonetik macht den Inhalt gleich wieder zu nichte! Nie und nimmer würde ich so einen Schreihals wählen, egal wie gut er argumentiert und aus welcher Farb-Ecke Er (oder Sie) stammt!

    • Km am 20.03.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gadjo Dilo

      Also wenn ich die Kommentare lese fehlt es hier aber gründlich an Inhalten. Ich denke viele Schreibende haben kein Respekt und meine Stimme würden nur wenige bekommen. Der Chef einer grossen Deutschen Partei hat vieles richtig gemacht sonst wäre er nicht dort angekommen.

    • Gadjo Dilo am 20.03.2017 20:23 Report Diesen Beitrag melden

      @ Km

      Bein mehrheitlich bei ihnen. Trotzdem sind schöne Worte und der wahre Charakter eines Politikers leider zu oft zwei paar Schuhe. Sehr oft lassen sich gefährliche Diskrepanzen aus dem agressiven Tonfall eines Politkers/in erkennen. Wir sollten darum nicht nur zuhören, sondern unbedingt auch HIN hören. Aktuell bietet die Weltpolitik jede Menge Lektionen, warum man Blender, Despoten, Narzissten usw. deutlich erhören könnte. Gute Argumente brauchen keine schreiende Lautstärke.

    • M.G. am 21.03.2017 20:23 Report Diesen Beitrag melden

      Das gehört in Deutschland dazu

      @Gadjo Dilo: Da hat es auf Youtube eine Menge Fernsehaufzeichnungen legendärer Redeschlachten im Deutschen Bundestag, vor allem die zwischen Wehner und Strauss. Solche lauten Auseinandersetzungen gehören in Deutschland zum Alltag.

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  • My Name am 20.03.2017 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nacht Europa!

    "Schulz mit 100 Prozent zum SPD-Chef gewählt" - gute Nacht, Europa und die EU!

  • W.Soler am 20.03.2017 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    heisse Luft -Nummer

    Noch eine heisse-Luft-Nummer aus dem Eurokratieclub ! Der Mann hat doch ausser flotten Sprüchen nichts auf die Reihe gebracht und meint doch jetzt noch der EURO, PFZ Schengen etc. ist ein einziges Erfolgserlebnis für alle europ. Länder ! Mit Schulz als dt.BK wird man sich in Kürze mit GR auf dem gleichen Leven finden können...