Konflikt im Sudan

14. November 2012 21:04; Akt: 14.11.2012 21:04 Print

Schweizer NGO befreit Menschen aus Sklaverei

Im Sudan schwelt seit Jahren ein schwerer Religionskonflikt - es gibt Entführungen und Sklaverei. Schweizer haben schon Tausende Sklaven befreit und zurück in ihre Heimat gebracht.

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Links Dr. John Eibner, rechts Gunnar Wiebalck von CSI. Die befreite Sklavin in der Mitte heisst Alim Ajiing Mawien. (Bild: CSI)

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Sie werden verschleppt, versklavt, häufig auch vergewaltigt und misshandelt. Hunderttausende Christen und andere Nichtmuslime wurden im Sudan von radikalen Islamisten entführt und versklavt. Der religiöse Konflikt schwelt dort schon seit Jahren.

Seit 17 Jahren tätig

Die Schweizer NGO Christian Solidarity International (CSI) ist im Krisengebiet bereits seit 17 Jahren tätig und hat laut eigenen Angaben über 100000 Sklaven befreit. «Es ist jedes Mal ein überwältigendes Gefühl, wenn eine entführte Person wieder mit ihrer Familie zusammengeführt wird», sagt CSI-Projektleiter Gunnar Wiebalck. Anfang November kam der 63-Jährige von seiner 111. Reise zurück. Gemeinsam mit seinem Kollegen John Eibner koordiniert er vom mittlerweile unabhängigen Südsudan die Befreiung der Sklaven im Sudan.

Mittelsmänner helfen

Dazu haben sie ein Netzwerk mit muslimischen Mittelsmännern aufgebaut.
Diese befreien die Sklaven in Nacht und Nebel Aktionen und schleusen sie über die Grenze in den Südsudan. «Manche unserer Mittelsmänner sind dabei umgekommen. Auch einige Sklaven überleben den gefährlichen Rückmarsch nicht», sagt Wiebalck.

Meist verliefen die Befreiungen aber reibungslos. Die Sklaven werden gegen Tiermedikamente getauscht. Ein Menschenleben kommt bei diesem Handel auf etwa 50 Franken zu stehen. Die Arbeit sei aber noch längst nicht getan, so Wiebalck: «Obwohl die Versklavung im Jahr 2003 offiziell verboten wurde, gibt es noch immer mindestens 35000 Sklaven im Sudan.» Auch Amnesty International berichtet mehr als Jahr nach der Unabhängigkeitserklärung des Südsudan weiterhin von weit verbreiteten, schockierenden Menschenrechtsverletzungen wie Erschiessungen, Folter und sexueller Gewalt namentlich auch durch staatliche Sicherheitskräfte.