Ernährungsstudie

18. Januar 2014 03:21; Akt: 18.01.2014 03:21 Print

Schweizer essen fast so gesund wie Holländer

Am gesündesten ernähren sich gemäss einer Untersuchung von Oxfam die Niederländer, gefolgt von den Schweizern und den Franzosen. Die USA sind nicht mal in den Top 20.

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Wie ernähre ich mich gesund? Um diese Frage zu beantworten, hat Ernährungsberaterin Isabella Gasser die folgende Liste mit Tipps und Tricks zusammengestellt. Kaufen Sie saisonale und regionale Lebensmittel ein. Bereiten Sie Ihre Speisen stets frisch zu. Auf Fertigprodukte sollte man besser verzichten. Auch Süssstoff und Light-Produkte sind nicht gut. Verwenden Sie mehrheitlich ungesättigte Fette, das heisst vor allem pflanzliche Fette wie Olivenöl. Halten Sie Ihre Energiebilanz ein, essen Sie also nicht zu viel und nicht zu wenig. Viel trinken ist wichtig. Nehmen Sie deshalb täglich mindestens zwei Liter stilles Wasser oder Kräutertee zu sich. Viel Gemüse essen ist gut - egal ob roh, als Salat oder in gekochter Form. Früchte sind gesund und gehören auf jeden Speiseplan. Nicht zu viel Salz verwenden: Salz ist in den meisten Fertigprodukten in grosser Menge enthalten! Würzen Sie mit frischem Meersalz, Pfeffer und Kräutern. Geben Sie komplexen Kohlenhydraten (zum Beispiel Vollreis oder Dinkel) den Vorrang. Süssigkeiten und Süssgetränke sollten zurückhaltend konsumiert werden. Auf eine optimale Ausgewogenheit achten: Kohlenhydrate, Eiweiss und Fett. Mandeln und Trockenfrüchte sind optimal, um den kleinen Hunger zu stillen. Wenig Sport, Alkohol und Nikotin verkürzen das Leben. Am schädlichsten scheint das Rauchen zu sein: Gegenüber einer Gruppe von Nichtrauchern haben Rauchende epidemiologisch gesehen ein um 57 Prozent erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben. Besser ist also dran, wer viele Früchte isst und sich gesund ernährt.

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In welchem Land ernähren sich die Menschen am gesündesten? Das ermittelte die unabhängige Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam im Bericht «Good Enough to Eat», in dem 125 Länder unter die Lupe genommen wurden.

Die Platzierungen basieren auf der
- Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, auf
- Erschwinglichkeit,
- Qualität, und auf der
- ernährungsbedingter Krankheitsraten

Obenaus schwingen die Niederlande, gefolgt von der Schweiz und Frankreich, die beide die gleiche Punktzahl erreichen. Ernährungsmässig am ungesundesten isst man in Tschad, Angola und Äthiopien. Weder die USA (Platz 21) noch das Vereinigte Königreich (13) schafften es unter die besten zehn.

Trotz Spitzenplatz zu dick

Unter den zwölf Topplatzierten finden sich weiter Österreich, Belgien, Dänemark, Schweden, Australien, Irland, Italien, Luxemburg und Portugal.

Auch bei den Spitzenländern gibt es einiges zu bemängeln: Die Niederländer sind übergewichtig. Fast ein Fünftel der Bevölkerung hat einen Body-Mass-Index von über 30. (Gesund wären 18 bis 25). In Australien sind 27 Prozent der Bevölkerung fettleibig.

Zwei Drittel unterernährt

Am Ende der Tabelle liegt Tschad: Das Essen ist von geringem Nährwert, zu teuer und selten unter ausreichend hygienischen Bedingungen hergestellt. Ein Drittel der Kinder im Tschad sind untergewichtig.

USA billig, Angola teuer

Die Forschung zeigte auch, dass die USA gemessen am Durchschnittseinkommen das günstigste Essen der Welt haben, während Nahrungsmittel etwa in Angola fast unerschwinglich sind. Die hohen Lebensmittelpreise haben auch Auswirkungen für die Platzierung der Schweiz. Unser Land wäre mit günstigeren Lebensmitteln wohl auf dem ersten Rang zu finden. Bei Verfügbarkeit und Qualität gibt es nämlich keine Beanstandungen. Die Qualität der Speisen ist übrigens in Island am höchsten und in Madagaskar am tiefsten.

Die zehn Schlusslichter der Studie sind alles afrikanische Sub-Sahara-Länder sowie der Jemen. In diesen Ländern wird der Speiseplan von nährstoffarmem Getreide, Wurzeln und Wurzelgemüse dominiert.

Ägypter so dick wie Amerikaner

Der Oxfam-Bericht zeigt auf, dass in Burundi zwei Drittel der Bevölkerung unterernährt sind; bei den Kindern sind es 35 Prozent. Die meisten untergewichtigen Kinder leben in Indien: 44 Prozent. Ebenfalls stark untergewichtig sind die Menschen in Madagaskar und Jemen.

Auf der anderen Seite der jemenitisch/saudischen Grenze ist ein Drittel des Volkes fettleibig. 18 Prozent sind als Folge der Überernährung zuckerkrank - die höchste Rate der Welt. Im benachbarten Kuwait sind gar 42 Prozent der Leute fettleibig. In den USA und in Ägypten ist ein Drittel der Bevölkerung übergewichtig. Im Gegensatz dazu gibt es sehr wenig Fettleibigkeit in Bangladesch, Nepal und Äthiopien.

Die dicken Menschen von Nauru

Überraschenderweise gibt es auch ein hohes Mass an Fettleibigkeit in Ländern mit mittlerem Einkommen: Fidschi , Mexiko und Venezuela finden sich ebenfalls unter den schlechtesten zehn. Die dicksten Menschen der Welt leben auf den Pazifik-Inseln. Die wurden aber in der Studie nicht berücksichtigt. In Nauru sind beispielsweise 71 Prozent der Bevölkerung übergewichtig.

Am Ende der Auswertung zieht Oxfam Schlüsse aus der Studie und macht Vorschläge, wie die Probleme angegangen werden können. Dazu gehören Investitionen in die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die Bekämpfung des Klimawandels und eine bessere Regulierung der Nahrungsmittelspekulation, um Preissteigerungen zu verhindern.

(mec)