Grossbritannien

07. März 2018 06:52; Akt: 07.03.2018 07:05 Print

Sicherheitsrat befasst sich mit Agenten-Krimi

Der Gesundheitszustand des vergifteten früheren Doppelagenten und seiner Tochter in Südengland ist immer noch kritisch. Nun schaltete sich das sogenannte Cobra-Komittee ein.

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Nach der mysteriösen Vergiftung eines früheren russischen Doppelagenten und seiner Tochter in Südengland tritt der Sicherheitsrat der britischen Regierung am Mittwochmorgen zu einer Sondersitzung zusammen.

Das sogenannte Cobra-Komittee wolle unter dem Vorsitz von Innenministerin Amber Rudd den aktuellen Stand der Ermittlungen erörtern, verlautete in der Nacht aus der Downing Street. Der Gesundheitszustand des früheren 66-jährigen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner 33-jährigen Tochter Yulia, die beide am Wochenende in Salisbury mit einer bisher unbekannten Substanz vergiftet wurden, gilt weiterhin als kritisch. In Salisbury wurde unterdessen die Sicherheitszone erweitert, in der Spezialisten verschiedener Behörden mit Schutzanzügen arbeiteten.

Kein Terrorakt

Der Fall erinnert an die Ermordung des Ex-Agenten und Kremlkritikers Alexander Litwinenko aus dem Jahr 2006. Litwinenko wurde in London in einem Hotel mit radioaktivem Tee vergiftet.

Inzwischen hat die britische Anti-Terror-Polizei im jüngsten Fall die Ermittlungen übernommen. Das teilte Scotland Yard am Dienstag mit. Der Vorfall werde bisher aber nicht als Terrortat eingestuft, hiess es einer Mitteilung.

Aussenminister Boris Johnson kündigte eine «angemessene und robuste Reaktion» an, sollte sich der Verdacht auf eine Rolle Moskaus in dem Fall erhärten. Kein Versuch, auf britischem Boden unschuldiges Leben zu nehmen, werde ohne Sanktionen oder ungestraft bleiben, so Johnson.

Moskau fühlt sich zu Unrecht verdächtigt. «Wir haben keinerlei Informationen», sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow und deutete an, sein Land werde zum Opfer von Verschwörungstheorien. Die Verdächtigung habe «ja nicht lange auf sich warten lassen». Russland sei aber bereit, die Ermittlungen zu unterstützen, sollte es eine offizielle Anfrage aus Grossbritannien geben.

Der frühere Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Sergej Skripal, war in Russland als britischer Spion verurteilt und bei einem Austausch 2010 freigelassen worden. Er lebte unter seinem Klarnamen in Salisbury, wie der «Guardian» berichtete.

Eine Pizzeria und ein Pub in Salisbury wurden vorübergehend geschlossen und dekontaminiert. Auch der Fundort der beiden Verletzten wurde speziell gesäubert. Mehrere Mitglieder der Rettungskräfte wurden nach dem Einsatz untersucht, hiess es in einer Mitteilung der Polizei. Mit einer Ausnahme seien alle inzwischen wieder aus dem Spital entlassen worden. Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehe für die Öffentlichkeit keine Gefahr.

Suche in alle Richtungen

Mit Hochdruck ermitteln die Beamten, was hinter der mysteriösen Erkrankung stecken könnte. «Wir sprechen mit Zeugen, wir nehmen kriminaltechnische Proben, wir machen toxikologische Untersuchungen», sagte der Chef der Anti-Terror-Einheit, Mark Rowley, dem Radiosender BBC 4. «Das wird uns helfen, zu einer Antwort zu kommen». Es handele sich um einen «sehr ungewöhnlichen Fall». Noch könne er aber keine Details preisgeben.

Rowley bestätigte, dass es in der Vergangenheit verdächtige Todesfälle mit Russland-Bezug gab. Er warnte aber vor voreiligen Schlüssen. «Ich glaube, wir müssen uns daran erinnern, dass russische Exilanten nicht unsterblich sind, sie sterben alle und es kann eine Tendenz zu Verschwörungstheorien geben», sagte Rowley. Der Fall des in London vergifteten russischen Ex-Geheimagenten und Kremlgegners Litwinenko zeige aber, dass Wachsamkeit geboten sei.

Litwinenko wurde 2006 vergiftet – in seinem Tee war hochgiftiges Polonium. Britische Behörden machen die ehemaligen Agenten Andrej Lugowoj und Dmitri Kowtun für den Anschlag verantwortlich, die jede Schuld von sich weisen. Sie entzogen sich einem Gerichtsverfahren in Grossbritannien und leben unbehelligt in Russland.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom am 07.03.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr President

    Und demnächst wird ein früherer hochrangiger KGBler wieder zum Präsidenten gewählt

    einklappen einklappen
  • Waterpolo1s am 07.03.2018 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .. nicht dulden ... fasst sie !!!

    Dies darf nicht gedultet werden!!! Fasst die Verbrecher und gebt auch ein bisschen ....!!!

  • Andy G. am 07.03.2018 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    007

    Und wo war James Bond ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Doris am 07.03.2018 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Behaupten kann jeder.

    Bringt Fakten. Wenn nun jemand Russland gegenüber nicht gut gesinnt ist, wer könnte dann alles diesen Anschlag inszeniert haben?

  • Manu am 07.03.2018 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Putinismus

    Zum glück wissen wir alle ganz genau, dass dies auf Putins Befehl geschehen ist. Sonst müsste man ja noch nach dem Täter suchen!

  • Andy G. am 07.03.2018 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    007

    Und wo war James Bond ?

  • Mia-Maus am 07.03.2018 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ja,ja..

    Was dem Putin nicht gefällt wird gefallend gemacht oder es fällt.. wie war das wieder mit dem autokratischen, (Oh, Pardon) demokratischen Russland?!

  • monti13 am 07.03.2018 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rasputin oder Putin

    Schon Nostradamus wohersagte " ein neue Rasputin werde geboren"