Schweiz-Argentinien

02. Juli 2014 08:04; Akt: 02.07.2014 12:14 Print

So fieberten Schweizer Fans in Buenos Aires mit

von K. Leuthold, Buenos Aires - In der Schweizer Botschaft in Argentinien haben sich 170 argentinische und Schweizer Fussball-Fans zum Public Viewing getroffen. Feindlichkeiten gab es keine. Im Gegenteil.

(Video: Karin Leuthold)
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«Hopp Schwiiiz» schrien die einen, «Vamos, Argentina» die anderen. Am Dienstag herrschte in der Schweizer Botschaft in Buenos Aires tolle Stimmung, als sich 170 Fussball-Fans – Schweizer und Argentinier – trafen, um gemeinsam das Spiel anzuschauen. Eingeladen hatte Botschafter Johannes Matyassy, der für einmal seine Gäste nicht im Anzug, sondern im roten Fussball-Trikot empfing.

«Das wird spannend», prophezeit der Argentinier Pablo Quadri vor dem Spiel. Der Schweizer Nati traut der junge Mann, der in Zürich aufgewachsen ist, einen Sieg zu. Darum trägt er vorsichtshalber ein Schweizer Nati-Liebli unter dem blauweissen Trikot.

Unterdessen, im anderen Raum, lässt sich Botschafter Matyassy für argentinische Medien im Messi-Shirt ablichten, die Schweizer Fahne im Hintergrund.

Die Party des Jahres bei den Schweizern

Das Spiel beginnt, und schon in den ersten Minuten ist die Stimmung auf einem Höhepunkt. «Uuuuhhhhh» schreien die Argentinier, als ihre Mannschaft ein Tor verpasst. Dann schimpft jemand auf Schweizerdeutsch – diesmal haben Hitzfelds Jungs eine Chance vergeben.

Und auch als nach 90 Minuten das Spiel 0:0 steht, lässt sich die Partystimmung nicht trüben. Dann der Schock: Angel di María schiesst die Gauchos in der 118. Minute ins Viertelfinale.

Das Tor wird von allen gefeiert. Zugegeben, einige klatschten mehr als andere. Ein 16-jähriger Schweizer, der vor zwei Jahren mit seiner Familie nach Buenos Aires gezogen ist, ist sehr enttäuscht. Dabei hatte er sich vor wenigen Tagen extra die Haare rot färben und ein Kreuz am Hinterkopf blondieren lassen.

Botschafter Matyassy nimmt das Resultat gelassen: «Ich hätte der Schweiz einen Sieg gegönnt. Die Argentinier gehen nun mit dem Gefühl nach Hause, bei uns die Party des Jahres erlebt zu haben.»