Schweigegeld an Porno-Star

09. Mai 2018 11:57; Akt: 09.05.2018 11:57 Print

Novartis überwies Geld an Trumps Ex-Anwalt

500'000 Dollar aus dem Umfeld von Wladimir Putin sollen an Trumps Ex-Anwalt geflossen sein. US-Sonderermittler Mueller nahm auch die Novartis ins Visier.

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Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels hat in ihrem Streit mit dem US-Präsidenten Donald Trump neue Vorwürfe erhoben. Diesmal geht es um 500'000 Dollar aus Russland.

Ihr Rechtsbeistand Michael Avenatti erklärte am Dienstag, Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen habe kurz nach dessen Wahlsieg 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500'000 Dollar erhalten. Das Geld sei über eine Firma des Oligarchen Viktor Vekselberg an Cohen gezahlt worden.

Wie der Sender CNN berichtete, wurden der Oligarch Viktor Vekselberg und sein Cousin Andrew Intrater von US-Beamten befragt, die zur mutmasslichen russischen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf ermitteln.

Einem von Avenatti veröffentlichten Dokument zufolge überwiesen Vekselberg und sein Cousin Cohen «ungefähr 500'000 Dollar» in acht einzelnen Zahlungen. «Herr Cohen hat diese Zahlungen unerklärlicherweise angenommen, als er der persönliche Anwalt des Präsidenten war», heisst es in dem Dokument. Die «New York Times» und der Sender NBC News berichteten, finanzielle Dokumente eingesehen zu haben, die Avenattis Angaben stützten.

Schweizer Firmen im Visier

Laut «New York Times» zahlten zudem mehrere andere Unternehmen hunderttausende Dollar an die Firma, über welche Cohen die Zahlung an Stormy Daniels leistete. Darunter seien auch 200'000 Dollar des Telekommunikationskonzerns AT&T, dessen geplante Fusion mit dem Medienunternehmen Time Warner derzeit vor Gericht verhandelt wird. Die US-Regierung blockiert derzeit mit einer Klage die milliardenschwere Übernahme durch AT&T.

AT&T erklärte, Cohens Firma Essential Consultants Anfang 2017 engagiert zu haben, um «Einblicke in die neue Regierung» zu bekommen. Der Vertrag sei im Dezember 2017 beendet worden. Es habe sich nicht um Lobbyarbeit gehandelt.

Mueller ermittelte gegen Novartis

Überdies leisteten der «New York Times» zufolge die Tochterfirma des Schweizer Pharmariesen Novartis, Novartis Investments S.A.R.L., sowie der Flugzeugbauer Korea Aerospace Industries hohe Geldzahlungen an Cohens Firma. So sollen von einem UBS-Konto aus zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 vier Mal knapp 100'000 Dollar an Essential überwiesen worden sein.

Novartis bestätigt gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass der amerikanische Sonderermittler Robert Mueller den Basler Pharmakonzern ins Visier genommen hatte. Demnach wurde Novartis im November 2017 von Muellers Mitarbeitern zum Übereinkommen mit der Tochterfirma befragt. Man habe «voll und ganz» mit dem dem Büro des Sonderermittlers kooperiert, heisst es in einer Mitteilung von Novartis.

Cohen hatte die 130'000 Dollar wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 an die Pornodarstellerin gezahlt, damit sie nicht öffentlich über ein angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump spricht.


Trump hatte am Donnerstag überraschend erklärt, Cohen die 130'000 Dollar erstattet zu haben. Zuvor hatte der Präsident betont, von der Zahlung nichts gewusst zu haben. Eine Affäre mit dem Pornostar bestreitet er weiter.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • amarone am 09.05.2018 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die grössten Ganoven sind Politiker

    Wundert mich in keiner Art und Weise. Für mich ist Politik gleichbedeutend wie lügen, leugnen und lachen.

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  • chrigi am 09.05.2018 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Geselschaft

    Es könnte ein Nuklearkrieg ausbrechen aber Stormy wäre wichtiger.

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  • Z.K. am 09.05.2018 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Ja das Geld kommt aus Russland und sie hatte Sex mit Putin und nicht mit Tramp. Ich lache nur noch über die USA.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Th1990 am 09.05.2018 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übersetz heisst der Titel....

    ... durch die völlig überteuerten Medikamenten Preis haben wir CHler den Wahlkampf von D. Trump finanziert! Ich war noch nie ein Fan der CH Pharmabranche, aber das jetzt ist ein Grund mehr endlich die Preise staatlich verordnet zu senken!

  • Janelle am 09.05.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine...

    ...Fantastische Muppet Show...!!!...einfach ohne Worte!

  • Andreas Honegger am 09.05.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Salamitaktik

    Trump hat die Zahlung der 130'000$ doch nur zugegeben und behauptet, er habe sie Cohen selber zurückerstattet, weil die Zahlung nicht mehr zu leugnen war. Er hoffte wohl, dass dann die wahren Geldflüsse dahinter nicht ans Tageslicht kommen. Aber genau jetzt kam was heraus. Vielleicht werden dank Stormy quasi durch's Hintertürchen am Schluss doch noch die wahren Geldflüsse aufgedeckt, von der Quelle bis zum Zielort, mit den Angaben wer was warum bezahlt hat. Es wäre ja schon das non plus Ultra, wenn ausgerechnet ein Pornosternchen einem stockkonservativen Präsidenten das Bein stellen würde.

  • Panzer am 09.05.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht so schlecht

    JFK stieg vor und während seiner Präsidentschaft mit jeder in die Kiste, ob er jeweils etwas bezahlt hat, weiss man nicht, könnte man aber annehmen. Trotzdem wird er bis heute von den Medien gefeiert wie Mutter Teresa. Trumps Fähigkeit als Präsident kann man sicher hinterfragen, ein Sympathieträger sieht für mich auch anders aus. Meiner Meinung nach ist er aber auch nicht schlechter als ein Bush den 2. oder Obama. Gerade denen beiden wir Europäer den ganzen Flüchtlingsmist verdanken. Und wenn die Geschichte mit Nordkorea gut herauskommt, hat Trump mehr erreicht als viele seiner Vorgänger.

  • Roland am 09.05.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen

    Spannend is letzlich nur ob diese ganz Seifenoper irgendeine Konsequenz hat. Ich denke nicht. Das ist die herausragende Fähigkeit von Trump: er kann machen was er will, und nie hat es irgendwelche Konsequenzen

    • Mister y am 09.05.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Perspektivenwechsel

      Wie kann man nur denken, dass eine einzelne Person das Problem für alles ist? Trump ist eine Marionette, genau wie alle zuvor ebenfalls. Die Fäden werden hinter verschlossenem Vorhang gezogen. Die Presse zeigt von einem Individuum zum nächsten, und über das grossflächige Problem wird gar nie diskutiert. Trump ist Symptom, nicht Ursache

    • alfmir am 09.05.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Privatsache...

      Ob Trump mit dieser Frau ein Verhältnis hatte, ist ausschliesslich sein Problem In diesem Fall hat höchstens die Ehefrau ein Mitspracherecht und sonst niemand..Schon gar nicht die Schreiberlinge in diesem Vorum..!!

    • Boris am 09.05.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Er ist der mächtigste Mann der Welt.

      Das mit der Kündigung dieses Atomdeals wird aber schon Konsequenzen haben und keine guten.

    • Grendel am 09.05.2018 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alfmir

      Geht es überhaupt um die Affäre? Nein geht es nicht! Es geht um Zahlungen an Trumps Anwalt. Informieren sie sich über das Gesetz für Wahlkampfspenden. Dann verstehen sie nach was gesucht wird.

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