Olympische Winterspiele

02. Januar 2018 06:37; Akt: 02.01.2018 07:38 Print

Südkorea bietet Nordkorea Gespräche an

Eine nordkoreanische Delegation soll an die Olympischen Winterspiele in Südkorea können. Dafür sind beide Länder für ein Treffen bereit.

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Pyongyang und Seoul haben sich auf Gespräche geeinigt: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un. (1. Januar 2017) Ein Treffen könnte am 9. Januar stattfinden: Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myoung-Gyon wendet sich an die Medien. (2. Januar 2018) Kim Jong-un drohte in seiner Neujahrsansprache mit einem Atomwaffenangriff – zeigte sich aber auch zu Gesprächen mit Südkorea bereit. (1. Januar 2018) Der Atomkonflikt spitzt sich zu: Kim Jong-un an einer Konferenz in der Hauptstadt Pyongyang. (23. Dezember 2017) Kim forderte die USA auf, Pyongyang als Atommacht anzuerkennen. Sein Aussenministerium unterstellt den USA eine «feindselige Politik»: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un. (3. September 2017) «Wir sind bereit, unsere Rolle als Vermittler anzubieten», sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard in Bern. «Es ist nun wirklich Zeit, sich an den Tisch zu setzen. Grossmächte haben eine Verantwortung.» Die EU berät über neue Sanktionen gegen Nordkorea. «Das ist auch dringend notwendig», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Die derzeitige militärische Hysterie kann nichts Gutes bringen»: Russlands Präsident Wladimir Putin, hier am Gipfeltreffen der Brics-Staaten in China. (5. September 2017) Washington werde jede Bedrohung durch Nordkorea mit einer «massiven militärischen Reaktion» beantworten: US-Verteidigungsminister James Mattis spricht vor den Medien beim Weissen Haus in Washington am 3. September 2017. Auf die Frage eines Journalisten, ob der US-Präsident nun Nordkorea angreifen wird, antwortet Donald Trump beim Verlassen einer Kirche: «Wir werden sehen.» Er hat mehrere Atomtest durchgeführt: Diktator Kim Jong-un besucht das Institut für chemisches Material der Akademie für Verteidigungswissenschaft in Nordkorea. (23. August 2017) Die Messungen der US-Erdbebenwarte USGS haben im August eine Stärke von zuerst 5,6 und später von 6,3 ergeben – ein Indiz für einen Test. Das japanische Warnsystem hat reagiert: Passanten in Südkorea sehen Nachrichten über den nordkoreanischen Raketenstart. (29. August 2017) Teile der Rakete sind östlich der japanischen Hauptinsel Hokkaido niedergegangen: Südkoreanische Nachrichten. (29. August 2017) Provoziert mit seinen Raketenstarts: Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild) Die nordkoreanische Rakete habe eine «ernsthafte» Bedrohung der Sicherheit dargestellt: Eine japanische Flugabwehrrakete. (29. August 2017) Will seine Bevölkerung schützen: Der japanische Premierminister Shinzo Abe. (29. August 2017) Nordkorea testet eine Hwasong-14-Rakete. (Archivbild) Nordkorea setzt sich immer wieder über UNO-Resolutionen hinweg, welche Tests mit ballistischen Raketen verbieten. (Archivbild)

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Seoul hat Pyongyang anlässlich der bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Südkorea Gespräche auf hoher diplomatischer Ebene angeboten. Diese könnten am 9. Januar stattfinden, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag berichtete.

Eine Zusammenkunft auf hoher Ebene könne im Grenzort Panmunjom stattfinden, sagte Vereinigungsminister Cho Myong Gyon am Dienstag. Dabei könne über eine mögliche Beteiligung Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang gesprochen werden, aber auch über andere Themen zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen.

Geste der Dialogbereitschaft

In seiner Neujahrsansprache drohte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erneut mit einem Einsatz von Atomwaffen. Zugleich deutete er an, dass Nordkorea eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea entsenden könnte. Regierungsvertreter beider Länder sollten sich dringend treffen, um das Senden einer nordkoreanischen Delegation zu besprechen, sagte Kim. Das wurde als Geste der Dialogbereitschaft interpretiert.

Analysten sehen in Kims Vorstoss aber auch einen Versuch, einen Keil zwischen Seoul und dessen Verbündeten in Washington zu treiben. So könnten die internationale Isolation des Landes etwas aufgehoben und die Sanktionen gegen Pyongyang gelockert werden.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten zuletzt weiter zugenommen. Nordkorea treibt seine atomare Aufrüstung voran und richtet immer wieder Drohungen gegen Südkorea und die USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sörens am 02.01.2018 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt kommt es gut.

    Wenn Süd- u. Nordkorea sich an einen Tisch setzen, wird es die USA u. Japan missfallen, ist eben schlecht fürs Geschäft u. die Vormachtstellung. Die Haudegenpolitik Trumps hat den Koreanern gezeigt, dass niemand mehr als sie selbst über ihre eigene Zukunft entscheiden dürfen. Die USA haben den Fehler gemacht über die koreanische Zukunft mehr mit Japan zu diskutieren, als mit den Koreanern selbst. Der aussenpolitische Schaden, der von Trump verursacht wurde ist nicht wieder gut zu machen. Natürlich werden Südkorea ein Freund der USA bleiben, das ist tief verwurzelt, jedoch nicht um jeden Preis

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  • Onkel Albert am 02.01.2018 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Ansatz

    Koennte klappen wenn Sueden und Norden wirklich wollen. Waere nicht ueberrascht spaeter zu hoeren, dass es Praesident Putins Idee war um Spannung rauszunehmen.

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  • Sven E. am 02.01.2018 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Siehst du Donald?

    So geht Friedenspolitik. Frohes neues Covfefe, Murica!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thunder83 am 02.01.2018 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleinkinder

    Ironischerweise wird Nordkorea immer wieder die Hand hingestreckt. Kein Wunder bringen Sanktionen nicht wirklich viel. - Ich gebe klein Kim einen Lolly und nehme Ihn wieder weg...

  • Christian am 02.01.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Dialog -> Konsens

    Ich hoffe auf das Gute, erwarte aber schlechtes. Ist das womöglich der Auftakt zur militärischen Intervention? "Wir haben ja versucht zu verhandeln, aber..." Ein Dialog macht nur mit dem Ziel eines Konsens Sinn. Wenn auch nur eine Seite stur oder unverschämt bleibt nützen alle Gespräche nichts. Das eine traue ich dem Norden, das andere dem Süden zu.

  • Seher am 02.01.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird aber

    Donald gar nicht gefallen.

  • Hitsch Glücklih uf dr Alp am 02.01.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant!

    Das wäre schön auf diese Weise das Jahr 2018 einzuläuten. Persönlich gefällt mir aber der Haarschnitt von Kim. Wer weiss, durch dieses Näherkommen darf man bald auch in der Schweiz diesen Haarschnitt posten. Das wäre ein Hit!

  • Gundula am 02.01.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Frieden wäre beste Option

    Wenn Nordkorea tatsächlich eine Gefahr für die USA darstellen würde, dann wäre der jetzige Augenblick nahezu ideal um einen Angriff auf die USA zu starten, jetzt wo grosse Teile des Landes unter dem Kälteschock zu leiden haben, kann der Raketenschutzschirm nicht mehr optimal funktionieren, gilt auch für Flugbetrieb und Truppenbewegungen. Zum guten Glück ist Kim nicht so Irre wie in den Medien immerzu dargestellt wird