Obamas Sicherheitsberaterin

04. April 2017 18:27; Akt: 04.04.2017 18:28 Print

Susan Rice soll Trump ausgeschnüffelt haben

Donald Trump will abgehört worden sein. Jetzt nennt ein Bloomberg-Kolumnist die angebliche Urheberin: Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice.

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Susan Rice soll Geheimdienstinformationen über Donald Trump und seine Gefolgsleute verbreitet haben. Zwei Berichte behaupten, Obamas Sicherheitsberaterin habe die Aufdeckung der Namen von Amerikanern in Abhörberichten von Ausländern verlangt. (29. April 2016) Eines der Opfer der «Demaskierung» könnte Ex-General Michael Flynn geworden sein. Trumps erster Sicherheitsberater lügte hinsichtlich Gesprächen mit dem russischen Botschafter, worauf der Präsident ihn nach 24 Amtstagen entliess. (10. Februar 2017) Stimmt die Rolle von Rice, würde dies auch Präsident Barack Obama der Kritik aussetzen, politische Spionage betrieben zu haben. (11. August 2014) Rice war zuerst Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen. (14. April 2012) Am 5. Juni 2013 machte Obama Rice zur nationalen Sicherheitsberaterin. Ihre Nachfolgerin als UNO-Botschafterin wurde Samantha Power (links); ihr Vorgänger war Tom Donilon (Mitte rechts). Die zwei Frauen blieben in ihren Ämtern – bis zum Rücktritt Obamas am 20. Januar 2017. Rice war schon zuvor ins Gerede gekommen, als sie am Fernsehen den Angrff auf das US-Konsulat im libyischen Bengazi vom 11. September 2012 irreführenderweise auf eine angebliche Demonstration zurückführte. Bild: Brand im Konsulat in der Nacht des Angriffs. Beim Angriff von Islamisten am Jahrestag von 9/11 wurde das schlecht gesicherte Konsulat verwüstet. (12. September 2012) Bei dem Angriff wurde US-Botschafter Chris Stevens getötet, ebenso drei amerikanische Mitglieder der Sicherheitskräfte. (11. April 2011) Die damalige Aussenministerin Hillary Clinton musste sich in der Folge vor dem Kongress verteidigen. (23. Januar 2013)

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Donald Trumps Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama haben am Wochenende neue Nahrung erhalten. Zwei Recherchen wollen bestätigt haben, dass Trump und sein Team vor der Amtseinsetzung von der noch amtierenden Regierung bespitzelt wurden.

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Nach beiden Darstellungen geht es um Geheimdienstberichte über Ausländer. Der Vorwurf: Die Identität der darin vorkommenden Trump-Mitarbeiter sei unrechtmässig aufgedeckt worden. Diese «Demaskierung» ist meist illegal und kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

War es Susan Rice?

Laut einem Fox-News-Bericht vom Freitag ist der Urheber der Namensenthüllung eine «sehr bekannte, sehr hochrangige Person in der Welt der Geheimdienste» ausserhalb des FBI. Am Montag ging der Bloomberg-Kolumnist Eli Lake einen Schritt weiter. Lake schrieb, die Enthüllung sei von Susan Rice angefordert worden – Obamas Sicherheitsberaterin.

Laut Lake wurde das Muster von Susan Rices Anfragen bei einer Überprüfung der «Demaskierungspolitik» entdeckt. Die Durchsicht wurde von Ezra Cohen-Watnick geleitet, dem Geheimdienstdirektor im Nationalen Sicherheitsrat. Cohen-Watnick sei im Februar aufgefallen, dass Rice während der Übergangszeit wiederholt die Namen von Trump-Leuten aufzudecken begehrte. Er habe diesen Befund an das Rechtsbüro des Weissen Hauses weitergeleitet.

Politisch wertvolle Informationen

Die Geheimdienstberichte seien in der Obama-Regierung breit gestreut worden und hätten politisch wertvolle Informationen enthalten, sagt einer von Lakes Gewährsleuten. Dazu zähle, wen das Trump-Team getroffen habe, was seine aussenpolitischen Auffassungen gewesen seien und welche Pläne es gehegt habe.

Der Bericht von Lake macht denkbar, dass auch der Inhalt des Telefongesprächs von Michael Flynn mit dem russischen Botschafter auf diesem Weg bekannt wurde. Als Folge davon wurde Flynn als Sicherheitsberater nach 24 Tagen im Amt von Trump entlassen.

Womöglich schon seit einem Jahr ausgeschnüffelt

Susan Rice hat Eli Lakes Anfragen bisher nicht beantwortet. Auf die «Demaskierung» von Trump-Leuten in Geheimdienstberichten angesprochen, sagte Rice im März am PBS-Fernsehen: «Davon weiss ich nichts.»

Im Verlauf des Montags bestätigte Fox News die Rolle von Susan Rice bei der Namensenthüllung. Zusätzlich unterstellt der Sender der Obama-Regierung, sie habe Trump und seine Leute schon länger ausspioniert. Eine Abhörung via Namensaufdeckung in Geheimdienstberichten sei schon früh im vergangenen Jahr belegt, noch bevor Trump Mitte Juli offizieller Kandidat der republikanischen Partei wurde, schreibt Adam Housley von Fox News. Diese Praxis der Obama-Regierung habe zudem nichts mit Trumps Russland-Kontakten zu tun, die seit Wochen die politische Diskussion in Washington beherrschten.

Trumps Tweets nicht ganz daneben

Der politische Hintergrund der Recherchen sind Trumps umstrittene Tweets vom 4. März 2017. Darin beschuldigte der Präsident Obama, die Telefone im Trump Tower angezapft zu haben:


Seitdem sucht das Weisse Haus nach Belegen für diesen Vorwurf.

Wörtlich genommen, trifft Trumps Behauptung einer Telefon-Abhörung sicher nicht zu. Doch wenn die Recherchen von Fox News und Eli Lake stimmen, liegt Trump mit seinem Vorwurf nicht völlig daneben. Mehr noch: Wie der Fox-News-Analyst Chris Stirewalt am Montag andeutete, könnte der Vorwurf, Trump-Leute hätten sich im Wahlkampf mit Russland abgesprochen, sogar von Obama-Mitarbeitern mithilfe der Geheimdienstinformationen in die Welt gesetzt worden sein.

Viele Medien verschweigen es

Diese brisante Möglichkeit kann womöglich erklären, warum die neuen Recherchen zu Beginn ausserhalb von Bloomberg, Fox News und der Trump-freundlichen Website Breitbart weitgehend ignoriert wurden. Die Websites Politico und The Hill rapportierten die Berichte in kurzen Artikeln. Die «New York Times», die «Washington Post», CNN sowie die News-Divisionen der Sender ABC, CBS und NBC jedoch erwähnten die Ausschnüffelungsstory bis Montagnachmittag mit keinem Wort. Breit aufgenommen wurde der potenzielle Skandal erst am Abend und in den Zeitungen vom Dienstag.

Der Bericht von Fox News über Susan Rice:


(Video: Fox News)

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 04.04.2017 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder F. N.

    Er wurde auch abgehört, das könnt ihr so umschreiben und schönfloskeln wie ihr wollt. Die Suche nach dem Schuldigen geht ja bereits los, seid doch einfach mal ehrlich zu den Menschen.

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  • Merci am 04.04.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hahaa

    Und jetzt liebe Medien, entschuldigt ihr euch? Für die Russlandvorwürfe gibts keine solche Indizien, trump hatte Recht.

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  • Patrick am 04.04.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwörungstheorie

    Macht ein Normalo eine Verschwörungstheorie wird er oder sie aufs übelste diffamiert und bloss gestellt, sobald es die Medien machen und es dazu noch Umfragen gibt, ist alles in Ordnung. Hauptsache Alessio geht es gut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Firlefanz am 11.04.2017 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch Meier

    Und wenn schon , niemand ist gut nicht einer

  • David Stoop am 05.04.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Luft

    Sorry, aber das ist nun ziemlich viel heisse Luft. 1.) geht es in dem Bericht nur über Abhörungen von Ausländern und 2.) um Anfragen bezüglich der Identität ihrer Gesprächspartner. Das beweist einzig, dass Trump & Co. sehr regen Kontakt mit Ausländern hatten, welche unter verschärfter Überwachung standen (sonst wären die abgehörten Informationen nicht im Sicherheitsbericht). Was aber völlig fehlt und nur von Fox/Trump & Co. suggeriert wird, ist irgend ein Beweis, dass Frau Rice Informationen weitergegeben hat. Rauchpetarden, welche letztlich bloss mehr Verdacht auf Trump legen.

  • Th1990 am 05.04.2017 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das getue?

    Wie naiv muss man den sein, wenn die NSA selbst Staatsoberhäupter wie Merkel, Hollande etc. abhört wird wohl auch ein Präsidenschaftskandidat überwacht. Trump sollt sich mal darüber gedanken machen, wie man diesen Spitzelstaat wieder eindämmt!

    • Claude am 05.04.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Th1990

      Ja klar, selbstverständlich würde gerade Trump niemals jemanden abhören, gell. Ach so, er hat es ja nicht nötig, Russland tut dies für ihn.

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  • Marco am 05.04.2017 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder wird abgehört

    Logisch haben die auch Trump abgehört! Seit Snowden und Wikileaks wissen wir, die hören alles und jeden ab, auch zb. Merkel. Wer glaubt dass ausgerechnet Trump nicht abgehört wurde ist an naivität nicht mehr zu toppen.

  • stockholmer am 05.04.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder wahr

    Und wieder hatte Trump recht. Krass wie gegen ihn berichtet wird, obschon selten solch ein ehrlicher Politiker existiert hat.

    • Th1990 am 05.04.2017 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @stockholmer

      echt jetzt?

    • Don jonson am 05.04.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      :-)

      Ich habe Daumen rauf gedrückt sicher hast du die smilies am schluss vergessen. :-)

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