Aus Verzweiflung

08. Dezember 2012 10:59; Akt: 08.12.2012 11:09 Print

Taifun-Betroffene plündern Geschäfte

Weil sich die Hilfslieferungen verzögern, dringen Überlebende des Taifuns «Bopha» auf den Philippinen in jedes noch stehende Haus ein. Auch Lebensmittelmärkte und andere Geschäfte wurden geplündert.

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Taifun Bopha, der am 4. Dezember über die Philippinen gefegt war, hat über 1000 Opfer gefordert. 844 Menschen werden noch vermisst. Die humanitäre Lage war angespannt: Evakuierte Kinder warten hier auf die Ausgabe der Essensration. Drei Tage nachdem der Taifun Bopha über die Philippinen gefegt ist werden immer noch Tote geborgen. Die Suche und der Transport der Leichen sind äusserst beschwerlich. Derweil verteilt der philippinische Präsident Benigno Aquino III. ganz in der Nähe Hilfsgüter an Obdachlose, die in einer Sportanlage in New Bataan untergekommen sind. Andere tragen ihre Güter nach Hause. Der Weg über die umgestürzten Bäume ist halsbrecherisch. Doch neben den Baumstämmen ist es auch nicht einfacher. Der Schlamm ist knietief. Bis am 7. Dezember wurden mindestens 500 Tote geborgen. Ein Regierungsbeamter, der Hilfsgüter verteilt hat, ruht sich kurz aus. Tausende haben ihr Haus verloren. Sie nächtigen in Schulzimmern ... ... oder in Zelten. Mitarbeiter der Küstenwache beladen ihr Schiff mit Hilfsgütern für die Opfer des Taifuns Bopha. Der Taifun Bopha hat auf den Philippinen massive Schäden hinterlassen. Im Compostela-Tal räumen Bewohner am 6. Dezember auf. Der Taifun hat mindestens 475 Todesopfer gefordert. 300'000 Menschen verloren ihr Obdach. Beinahe 400 Menschen werden noch vermisst. Der Taifun «Bopha» erreichte am 4. Dezember 2012 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 185 Kilometern in der Stunde. (Bild: Der Taifun am 2. Dezember auf seinem Weg Richtung Philippinen) Nach den verheerenden Tropensturm, bei dem vor einem Jahr auf Mindanao mehr als 1200 Menschen ums Leben kamen, hatten die Behörden vorgesorgt. «Bopha» ist bereits der 16. schwere Sturm, der in diesem Jahr auf die Inselgruppe im Westen des Pazifiks trifft. Der Taifun ist der bislang mächtigste Sturm der Saison. Am Dienstag herrschte auf der Insel Ausnahmezustand: Tausende Familien wurden vorsichtshalber in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden hatten vor Erdrutschen und Sturzfluten gewarnt. Der Schulbetrieb war eingestellt worden und mehr als 100 Flüge wurden gestrichen. Der heftige Sturm war am Dienstagmorgen bei Baganga an der Ostküste der Insel Mindanao auf Land getroffen. Nach Angaben eines Militärsprechers waren unter den Vermissten auch sechs Soldaten. Im Schnitt durchleben die Anwohner der Philippinen etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im August wurden in dem südostasiatischen Land bei mehreren Unwettern rund 100 Menschen getötet.

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Im Osten der Philippinen-Insel Mindanao haben verzweifelte Überlebende des Taifuns «Bopha» Lebensmittelmärkte und andere Geschäfte geplündert. Die Plünderungen fanden im Küstenort Cateel statt, der am Dienstag von «Bopha» besonders getroffen wurde.

Die Lebensmittelhilfen hätten sich derart verzögert, dass die Anwohner auf der Suche nach Nahrung in jedes Haus eindrangen, das der Sturm übrig liess, sagte am Samstag ein Behördenmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP.

Der Taifun war mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde über Mindanao gezogen und hatte über eine Länge von 700 Kilometern eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

In Cateel und umliegenden Küstenorten wurden nach Behördenangaben 97 Prozent aller Gebäude zerstört oder abgedeckt. Infolge von Erdrutschen seien rund 150'000 Menschen mindestens drei Tage isoliert worden. Am Donnerstag erreichte ein Marine-Schiff mit 31 Tonnen Hilfsmaterial an Bord die Stadt Baganga, rund 40 Kilometer südlich von Cateel.

Nach Regierungsangaben tötete «Bopha» im Süden der Philippinen mehr als 500 Menschen, hunderte würden zudem noch vermisst. Im Schnitt durchleben die Bewohner der Philippinen etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im Jahr 2011 tötete allein der Tropensturm «Washi» 1500 Menschen, davon 1200 auf Mindanao.

(sda)