Helfer verhaftet

04. Dezember 2012 10:57; Akt: 04.12.2012 11:14 Print

Toulouse-Killer Merah war nicht allein

Also doch: Der französische Attentäter Mohamed Merah war kein Einzeltäter. In Albi wurden ein Mann und eine Frau verhaftet, die Merah geholfen haben sollen, die Morde zu begehen.

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Der Bruder des Serienmörders Mohamed Merah wird am 24. März nach Paris verlegt. Zur Polizei sagte er: «Ich bin sehr stolz auf meinen Bruder.» Am Freitag, 23. März 2012 waren Polizisten immer noch in der Wohnung des Attentäters von Toulouse. Durch dieses Fenster soll Mohammed Merah gesprungen sein. Einschusslöcher sind auch am Balkon zu sehen. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Das Wohnhaus von Merah. Im Fernsehen sagt Staatspräsident Nicolas Sarkozy: «Merah war ein Terrorist. Muslime haben damit nichts zu tun.» «Die Republik ist immer am stärksten. Das ist die Lektion, die wir aus dem Vorfall in Toulouse lernen», sagte François Hollande, der Präsidentschaftsikandidat der Sozialisten, nach der erfolgreichen Stürmung aus Paris. Innenminister Claude Guéant (Mitte, mit Brille) stellt sich als erster vor die Medien. Er sei «froh, dass das Problem gelöst sei», sagte er nach der Aktion und bedankte sich bei allen Beteiligten. Laut Guéant (Bild) sei Merah durch die Polizei erschossen worden. Bei der Stürmung der Wohnung sollen drei Polizisten verletzt worden sein. Einer habe Schussverletzungen, zwei weitere stünden unter Schock. Ungefähr um 11 Uhr kommt Bewegung auf. Der Sturm auf die Wohnung des Verdächtigen hat begonnen. Nach einem kurzen Schusswechsel dann die Nachricht, dass Merah tot sei. Polizisten der RAID-Elitetruppen kurz bevor sie am Donnerstag, 22. März in das Haus vorgedrungen sind. Das Medieninteresse ist gigantisch. Auch wenn man vor Ort nicht viel mehr mitkriegt, als anderswo. Am Morgen des 22. März 2012 sind in Toulouse vor dem Haus, in dem sich Mohammed Merah verschanzt hält, Feuerwehrwagen vorgefahren. Ein Zugriff auf das Haus steht unmittelbar bevor. Es ist völlig unklar, ob der mutmassliche Attentäter überhaupt noch lebt. Am Abend des 21. März hat der TV-Sender France 2 veröffentlicht. Das Video soll dem Sender von Bekannten des 23-Jährigen zugespielt worden sein, wie die Zeitung «Le Parisien» berichtete. Die Bilder zeigen einen ... ... in seinem Auto. In der Nacht auf den 22. März waren zu hören. Man vermutet, dass die Polizei eingesetzt hat, um Mohammed Merah überwältigen zu können. Doch noch blieb ein Zugriff der Polizei aus. Sie wartet weiter ab. Gemäss dem französischen Innenminister hat es oberste Priorität, Mohammed Merah lebend festzunehmen. Am Mittwochabend hat die Polizei die Vorbereitungen für einen Einsatz intensiviert. Gas- und Elektrizitätleitungen wurden gekappt. Nach eigenen Angaben bereitet die Polizei die Erstürmung des Gebäudes vor, da sich der Verdächtige nicht ergeben will. Die übrigen Hausbewohner wurden bereits evakuiert. Laut (r.) hatte der Verdächtige geplant, am Mittwoch weitere Morde zu begehen. Der Staatspräsident besucht mit Premierminister François Fillon (l.) den Ort des Geschehens. Er wollte eine Pressekonferenz geben, nachdem das Gerücht die Runde gemacht hat, dass der Verdächtige gefasst sei. Danach fährt er nach Montauban, um an einer Trauerzeremonie für die Attentatsopfer teilzunehmen. Die Umgebung rund um das Haus des mutmasslichen Attentäters ist weiträumig abgesperrt. Aus den Fenstern ihrer Wohnungen beobachten Schaulustige das Geschehen. Kurz nach 14 Uhr am 21. März 2012 vermeldet ein Nachrichtensender, der mutmassliche Attentäter Mohammed Merah sei verhaftet worden. Die Nachricht wurde kurz darauf laut der Nachrichtenagentur Reuters dementiert. Nicht nur Polizisten, auch unzählige Medienleute stehen in der Nähe des Gebäudes. Seit Stunden verhandelt die Polizei mit dem mutmasslichen Attentäter. Er soll ihnen seine ganze kriminelle Lebensgeschichte erzählt haben. In der Nacht auf den umstellt die Polizei ein Haus in Toulouse. Im Gebäude verschanzt sich der Mörder von drei Soldaten nordafrikanischer Herkunft und von vier Juden. Mit einem Bus werden Nachbarn in Sicherheit gebracht. Beim Einsatz, der mitten in der Nacht begann, sollen drei Polizisten verletzt worden sein, einer davon schwer. Der verschanzte 23-Jährige soll während seiner wirren Aussagen in den Verhandlungen vor Ort die Morde an sieben Menschen gestanden haben. Angeblich will er sich stellen. Der französische Innenminister Claude Guéant liess die Mutter des Tatverdächtigen kommen. Sie weigerte sich aber, mit ihrem Sohn zu sprechen. Ein Nachbar erzählt den Medien, was er über den Täter weiss. Offenbar bezeichnet sich der 23-jährige Mohammed Merah als Mujaheddin, also als «Gotteskrieger», der sich für die Verbreitung des Islam einsetzt. Der Bruder des Verdächtigen ist angeblich verhaftet worden.

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Der Attentäter Mohamed Merah, der im Frühjahr in der südfranzösischen Stadt Toulouse sieben Menschen tötete, hatte offenbar Komplizen. Im Zuge der Ermittlungen seien zwei Personen festgenommen und verhört worden, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag unter Berufung auf Polizeikreise.

Der Mann und die Frau stünden unter Verdacht, den Attentäter bei der Begehung der Morde unterstützt zu haben, hiess es. Der Mann sei in Albi festgenommen worden, seine ehemalige Lebensgefährtin in Toulouse.

Als Mudschaheddin bezeichnet

Im März hatte der 23-jährige Islamist Merah in Frankreich die schlimmsten Terroranschläge seit Jahren verübt und an drei Tagen insgesamt sieben Menschen im Grossraum Toulouse erschossen. Unter ihnen waren drei Kinder und ein Lehrer an einer jüdischen Schule.

Bevor Merah nach rund 32-stündiger Polizeibelagerung seiner Wohnung bei einer wilden Schiesserei getötet wurde, hatte er sich selbst als Mudschaheddin (Gotteskrieger) bezeichnet und erklärt, dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahezustehen. Die französischen Behörden waren zunächst davon ausgegangen, dass Merah ein Einzeltäter war.

(sda)

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  • D. k. am 04.12.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Gut zu wissen, dass er kein Einzeltäter war.

Die neusten Leser-Kommentare

  • D. k. am 04.12.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Gut zu wissen, dass er kein Einzeltäter war.