Badeort in Tunesien

26. Juni 2015 19:25; Akt: 29.06.2015 13:04 Print

Attentäter mordete am Strand – und im Hotel

Bei einem Anschlag im tunesischen Sousse wurden 38 Menschen erschossen, darunter auch viele Touristen. Es war offenbar nur ein Attentäter für den Anschlag verantwortlich.

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Tödlicher Angriff aufs Ferienparadies: Schuhe und ein blutverschmiertes Buch am Strand von Sousse, rund 140 Kilomter südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis. Die Terrormiliz Islamischer Staat übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. (26. Juni 2015) Einschussloch in einer Fenstertür des Hotels Marhaba in Sousse, dahinter Touristen. Beim Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien sind 26. Juni 2015 mindestens 38 Menschen getötet worden - darunter nach Angaben der örtlichen Behörden Deutsche, Briten und Belgier, wie das tunesische Gesundheitsministerium mitteilte. Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand lagen. Gemäss unbestätigten Meldungen verhafteten Sicherheitskräfte einen zweiten Attentäter. Später aber teilte das tunesische Innenministerium mit, dass für das Attentat in Sousse ein Einzeltäter verantwortlich sei. Leichen am Strand El Kantaoui bei Sousse: Der Attentäter hat ein regelrechtes Massaker angerichtet. Die Leiche der Attentäters liegt auf der Strasse. Bei den betroffenen Hotels handelt es sich um das Imperial Marhaba und das Hotel Riu Bellevue Park. Der private Touristenstrand vor den beiden Hotels wurde geräumt. Der vom Attentat betroffene Ort Sousse liegt im Nordosten von Tunesien und das Gebiet El Kantaoui, wo sich die die Hotelanlagen befinden, ist ein beliebter Touristenort. Kurz nach dem Terroranschlag verliessen Touristen den Badeort Sousse. Rettungskräfte brachten Verletzte ins Spital. Der offenbar allein handelnde Attentäter schoss am Strand auf die Sonnenbadenden und im Hotel Imperial um sich. Eine Leiche liegt im Poolbereich des Hotel Imperial. Unter den Opfern sind vor allem Deutsche und Briten. Eine Blutspur vor dem Hotel Imperial zeugt von dem Anschlag. Schockierte Touristen scheinen noch kaum fassen zu können, was passiert ist. Auch rund um die Hotelanalgen liegen Tote. Tote Touristen am Strand. Die Spurenermittlung nahm sofort ihre Arbeit auf.

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Beim Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien sind am Freitag mindestens 38 Menschen getötet worden. Das tunesische Gesundheitsministerium hat am Abend die Zahl der Todesopfer von 28 nach oben korrigieren müssen. Unter den Toten sind nach Angaben der örtlichen Behörden Deutsche, Briten und Belgier.

Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete unter Berufung auf das Innenministerium, unter den Opfern seien Deutsche und Briten.

Täter zog Kalaschnikow aus einem Sonnenschirm

Zunächst war von zwei Angreifern die Rede gewesen. Später teilte das Innenministerium mit, dass der Attentäter alleine gehandelt habe.

Der Mann sei an den Strand gekommen, habe eine Kalaschnikow aus einem mitgebrachten Sonnenschirm gezogen und das Feuer eröffnet, sagte Innenminister Rafik Chelli der Nachrichtenagentur AP am Freitag.

Junger Student

Der Täter habe erst am Strand auf Touristen gefeuert und sei dann weiter zum Pool und ins Innere des Hotels gegangen und habe auf jeden geschossen, der ihm begegnet sei, sagte Chelli. Anschliessend kam er in einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben. Einen zweiten Angreifer habe es nicht gegeben.

Bei dem Täter handele es sich um einen jungen Studenten, der den Behörden zuvor nicht bekannt gewesen sei, sagte Chelli weiter. «Er hatte sicherlich mit gewissen Extremisten zu tun.» Für das Attentat übernahm zunächst niemand die Verantwortung.

Anschlag bereits 2013

In Sousse war es bereits im Oktober 2013 zu einem Anschlag auf ein Touristen-Resort gekommen. Bei dem Selbstmordanschlag war seinerzeit aber ausser dem Attentäter niemand zu Schaden gekommen.

Touristen in Tunesien wurden in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Attentätern. Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das Bardo-Museum in der Hauptstadt mehr als 20 Menschen getötet worden.

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(gux)