Trump beim Treffen mit Merkel

27. April 2018 18:43; Akt: 28.04.2018 04:26 Print

«Viele in Deutschland mögen mich nicht»

Die deutsche Bundeskanzlerin und der US-Präsident haben sich in Washington zu Gesprächen getroffen. Die Begegnung stand unter schwierigen Vorzeichen.

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US-Präsident Donald Trump hat am Freitag die deutsche Kanzlerin Angela Merkel im Weissen Haus begrüsst. Kurz vor Mittag schüttelten sich die beiden zum Beginn eines kurzen Arbeitsbesuchs die Hand und küssten sich zwei Mal auf die Wangen.

Anschliessend zogen sich die Kanzlerin und der Präsident zu politischen Gesprächen ins Oval Office zurück. Danach steht ein Arbeitsessen zusammen mit den wichtigsten Beratern auf dem Programm.

Zwei Stunden und 40 Minuten

Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA ist angespannt. Im Mittelpunkt der Gespräche sollten der drohende Handelskrieg mit der Europäischen Union stehen. Ausserdem wird es um den Atom-Deal mit dem Iran und die Lage in Syrien gehen.

Das gesamte Treffen einschliesslich einer gemeinsamen Medienkonferenz dauerte nur zwei Stunden und 40 Minuten. Merkel wollte noch am späten Nachmittag zurück nach Deutschland reisen.

Ein erster Schritt

An der Medienkonferenz hat Merkel das Atom-Abkommen mit dem Iran verteidigt, sieht zur Stabilisierung der Region aber weiteren Handlungsbedarf.

Das Abkommen sei «ein erster Schritt», der dazu beigetragen habe, die Nuklear-Aktivitäten des Iran zu verlangsamen und auch besser zu überwachen, sagte sie am Freitag nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump in Washington.

Verlässlichkeit schaffen

Dies reiche aber nicht aus, eine Rolle des Iran zu erreichen, die auf Verlässlichkeit gründe. «Deshalb muss mehr dazukommen», so Merkel. Es gelte, über die Dauer des Abkommens hinaus Verlässlichkeit zu schaffen.

Merkel verwies auf das ballistische Raketenprogramm und die Einflussnahme des Iran in Syrien und dem Libanon, die «Gegenstand grösster Besorgnis» seien. Hier müsse eine Eingrenzung des Einflusses erreicht werden. Europa und die USA sollten eng zusammenarbeiten, auch um «das schreckliche Blutvergiessen» in Syrien zu beenden.

Trump bestärkt Vorwürfe

Präsident Trump brandmarkte den Iran erneut als «mörderisches Regime». Er bekräftigte, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. Teheran schüre «Gewalt, Blutvergiessen und Chaos» im gesamten Nahen Osten, sagte Trump. «Wir müssen sicherstellen, dass dieses mörderische Regime nicht einmal in die Nähe einer Atomwaffe kommt», fügte er hinzu.

Die Frage, ob er bereit sei, den Iran mit militärischer Gewalt davon abzuhalten, an eine Atomwaffe zu gelangen, beantwortete Trump nur ausweichend. Er rede generell nicht über seine militärischen Pläne, sagte er. «Sie werden keine Atomwaffen bauen. Darauf können Sie sich verlassen», fügte er hinzu.

Entscheidung in zwei Wochen

Trump muss bis zum 12. Mai entscheiden, ob von den USA ausgesetzte Sanktionen gegen den Iran ausser Kraft bleiben. Dies wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im internationalen Atomdeal mit dem Iran angesehen.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA überwacht das Abkommen. Sie bescheinigt dem Iran, die Auflagen zu erfüllen. Trump stellt die Vereinbarung trotzdem infrage. Er begründet das damit, dass der Iran nicht «Frieden und Stabilität in die Region» bringe.

Trumps Unbeliebtheit in Deutschland

In der anschliessenden Fragerunde äusserte sich Trump zu seinen schlechten Beliebtheitswerten in Deutschland. «Ich glaube, wenn ich mir die Zahlen in Deutschland und einigen anderen Ländern anschaue, sie (die Menschen) mögen Donald Trump vielleicht nicht», sagte der US-Präsident. «Aber Sie müssen verstehen, dass das bedeutet, dass ich einen guten Job mache, denn ich vertrete die Vereinigten Staaten. Angela vertritt Deutschland. Sie macht einen fantastischen Job.»

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. muss weg am 27.04.2018 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mutti auch nicht

    «Viele in Deutschland mögen mich nicht» Da können Sie sich beruhigen Mr. President. Frau Merkel geht es nicht besser.

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  • P. Brunner am 27.04.2018 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie will uns den Klimaschutz beibringen

    und fliegt für 3 Stunden in die USA. Logisch?

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  • Cyrill Hotz am 27.04.2018 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besuch

    Trump ist ja gar nicht so ein böser , wie alle immer sagen!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • TrumpFanClub am 01.05.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Best President Ever !

    Stimmt nicht, die Kampfemanzen und Frauenpower Bewegung (welche die Medien in den letzten Jahren regelrecht übernommen haben) mögen Trump nicht, ich finde Trump einfach Klasse, weiter so !

  • EMM am 30.04.2018 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Atomabkommen

    Beruht letztendlich, auf Kontrolle, und den Vertrauen darauf das es umgesetzt wird, und soll durch (Neutrale) Beobachter bestätigt werden können. Wenn die Beweise, nicht Präsentiert wird aber davon spricht, und darauf abzielt Misstrauen zu schüren, nur um dann ein Abkommen zu Kündigen. Dann macht das Abkommen in seiner ganzen Wesenheit obsolet. Ich könnte durchaus Vorstellen, das der Iran geheime Dokumente zur Bau von Atomwaffen gibt, falls ein Abkommen scheitern sollte. Also,was ist ein Akommen noch wert, wenn es nur noch auf Misstrauen und leere Versprechungen beruht? In meinen Augen hat das keinen Wert, weil es am ende nur um die durchsetzung der eigenen Willen und Interessen geht. Nicht mehr, und nicht weniger. Der Krieg braucht immer Schwarze Schafe.

  • Meine Güte am 30.04.2018 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    er hat deusch-irische Wurzeln

    Er hat wohl vergessen, dass auch er deutsch/irische Wurzeln hat. Hat er das schon vergessen? Wenn die Arroganz der Deutschen mit derjenigen der Amis noch kumuliert wird, dann merci viumol.

  • Isi am 30.04.2018 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tzzzzzzzzz

    Ich mag Trump sehr. Er ist korrekt, macht alles für SEIN Volk! Er faltet auf jeden Fall nicht seine Hände, verspricht das blaue vom Himmel, macht dann genau das Gegenteil und sagt zum Schluss : Wir schaffen das. Merkel nein Danke, und das sag ich als Eidgenosse

    • Öko Logisch am 01.05.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Isi

      Man kann groß Tönen als Schweizer, wenn man sich als neutral erklärt und aus allem heraushält. Dann kann man sich um SEIN Volk kümmern, der Rest geht einem am Sitzkörperteil vorbei. Bei Einkaufsvorteilen zeigt man sich offener den Nachbarn gegenüber, freut sich über offene Grenzen - o Wunder. Wohin Trump sein Volk mit dem Handelskrieg führen wird, bleibt abzuwarten. Noch liegt der Ball erst am Anstosspunkt, ein Ergebnis steht noch lange nicht fest. Merkel macht da eine bessere Figur als Trump oder Macron.

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  • Franz K. am 30.04.2018 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum gegen Trump?

    Wer hat den grössten Schuldenberg in Europa? Deutschland. In welchem Land vegerieren die meisten Menschen im ein Euro Job vor sich hin? In Deutschland. Welcher Regierungschef hat die meisten Schulden in seiner Amtszeit angehäuft? Bush und Merkel.