Gescheiterter Militärputsch

31. Dezember 2017 04:10; Akt: 31.12.2017 04:46 Print

Türkischer Offizier erhält Asyl in Griechenland

Einer von acht Türken, die während des gescheiterten Militärputsches mit einem Helikopter nach Griechenland geflohen sind, wurde freigelassen.

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Einer der acht Militärs, die im Juli 2016 während des gescheiterten Militärputsches in der Türkei mit einem Helikopter nach Griechenland geflohen waren, hat in Griechenland Asyl erhalten. Wie der griechische Fernsehsender Skai am Samstag berichtete, wurde der Mann bereits freigelassen.

Auch in letzter Instanz hatten griechische Richter demnach befunden, dass nicht gewährleistet sei, dass den Betreffenden in der Türkei ein faires, den Menschenrechten entsprechendes Verfahren erwarte. Auch deute nichts darauf hin, dass er an dem Putschversuch in seiner Heimat beteiligt gewesen sein.

Die Asylverfahren der anderen sieben Männer laufen noch. Das Thema führt seit längerem zu Spannungen zwischen Athen und Ankara: Die Türkei hat wiederholt die Auslieferung der Militärs gefordert. Der höchste griechische Gerichtshof hatte die Auslieferungsanträge jedoch bereits im Mai dieses Jahres mit Verweis auf die Menschenrechtslage im Nachbarland abgewiesen.

Angespannte Stimmung

Das Aussenministerium in Ankara verurteilte die Entscheidung als politisch motiviert. Diese zeige «ein weiteres Mal, dass Griechenland ein Land ist, das Putschisten schützt und sie mit offenen Armen empfängt», erklärte es.

Athen habe «nicht die Unterstützung und Kooperation gezeigt, die wir von einem Verbündeten im Kampf gegen den Terrorismus erwarten.» Das Ministerium warnte vor negativen Folgen für die bilateralen Beziehungen und die Zusammenarbeit bei regionalen Themen.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras bemühte sich daraufhin um Schadensbegrenzung. Sein Büro teilte am späten Samstagabend mit, die Regierung habe beantragt, die Asylentscheidung vom Vortag zu annullieren.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K-H Felger am 31.12.2017 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwacher Ministerpräsident

    Er sollte die Entscheidung seiner obersten Gerichte nicht in Frage stellen. Warum zeigt er kein Profil und macht gegenüber Ankara klare Ansagen. Jeder weiß, dass die Türkei sich von der Demokratie verabschiedet hat und auch Unschuldige gerne in den Kerker geworfen werden.

  • dr. urmel am 31.12.2017 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unabhängige richter

    meinen hohen respekt für das gericht, dass sich nicht von irgendwelchen politikern einschüchtern lässt. einen fairen prozess in der türkei? die drohungen der türken zeigen wieder mal deren wahres gesicht.

  • Scherenschleifer am 31.12.2017 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Dass war ein richtiger Entscheid der Griechen. Mögen die geflohenen türkischen Militärangehörige die Gastfreundschaft der Griechen schätzen zu können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • BZ am 31.12.2017 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    think about it

    wie würden die Kommentare hier wohl aussehen wenn es nicht Griechenland sondern die Schweiz und nicht einer sondern 1000 wären?

  • Claudia am 31.12.2017 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige Politik

    Ich bin mir nicht so sicher wer die wirklichen Terroristen sind. Ein Land das nur von einem Mann orchestriert wird scheint mir nicht glaubwürdig genug.

  • Kurde am 31.12.2017 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Entscheid

    Der Richter hat richtig gehandelt. Keiner von ihnen verdient Folter oder den Tod. Leider herrscht in der Türkei immer noch Jagd nach Erdogankritiker. Frohes neues Jahr euch allen.

    • Sarah meier am 31.12.2017 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kurde

      Wissen Sie das ganz genau? Wo liegt das Problem? Das Land gehört nicht Ihnen, Erdogan darf machen was er will

    einklappen einklappen
  • Franz K. am 31.12.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stop den Erdogans

    Erdogan darf uns nicht weiter erpressen. Das muss endlich aufhören. Dem muss doch ein anderer, ausser Russaland, klar die Richtung aufzeigen können.

  • Aristoteles am 31.12.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Mutter der Demokratie muss helfen..

    Menschenleben zu retten, dafür sind wir Griechen geboren.